„Parteien mit Spenden geschmiert“: Kieler Pirat fordert Glücksspielkönig heraus
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„Parteien mit Spenden geschmiert“Kieler Pirat fordert Glücksspielkönig heraus
Glücksspielkönig Paul Gauselmann hat die FDP lange mit jeder Menge Geld unterstützt. Ein Piratenabgeordneter ätzte gegen den Hintertür-Lobbyismus und bekommt es nun mit den Anwälten des Unternehmers zu tun.
Ein Mitarbeiter der Gauselmann AG montiert in einer Werkshalle zahlreiche Geldspielautomaten. Der Betreiber der "Merkur"-Spielhallen und Automatenhersteller Gauselmann lässt sich Kritik an seiner Nähe zur Politik nicht bieten.
Berlin Der größte deutsche Betreiber und Hersteller von Spielautomaten, die Gauselmann AG, ist schon einige Zeit kein Freund der FDP mehr. Seit Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) angekündigte hatte, bundesweit schärfere Auflagen für die Glückspielindustrie durchzusetzen, um den Irrwuchs zu stoppen, befindet sich der einstige Großspender der Liberalen auf Gegenkurs. Röslers Pläne seien „eine Katastrophe für die Branche“ und nähmen ihren mehr als 70.000 Mitarbeitern „eine wichtige Stütze der Existenz“, wetterte der Unternehmenschef.
Die Enttäuschung Gauselmanns kommt nicht von ungefähr, zumal seine Branche Jahr für Jahr Hunderte Millionen Euro Vergnügungssteuern in die öffentlichen Kassen spült. Zudem soll ausgerechnet die FDP über Gebühr in den Genuss von Geld der Glücksspielbranche gekommen sein, etwa über Investitionen der Gauselmann-Gruppe in FDP-Tochterfirmen, wie Gauselmann selbst einräumte.
Gauselmann betont zwar stets, dass Spenden beim Umgang der Politik mit dem Glücksspiel keine Rolle spielen, die habe er allen bürgerlichen Parteien zukommen lassen. Er habe aber darauf vertraut, „dass die FDP konsequent für ihre liberalen Prinzipien steht“.
Wie Merkel & Co dem Lobbyismus freie Bahn lassen
Seien es verdeckte Lobbykampagnen oder Lobbyauseinandersetzungen um konkrete Gesetze – wer in Deutschland mit welchen Summen und welchen Auftraggebern politische Prozesse beeinflusst, bleibt häufig unsichtbar. Denn in Deutschland gibt es keine angemessenen Auflagen für Lobbytransparenz. Schwarz-Gelb hat alle Bemühungen zur Einführung eines verbindlichen Lobbyregisters blockiert.
Quelle: Lobby-Report 2013 von LobbyControl
In den letzten Jahren gab es zahlreiche problematische Wechsel von der Politik in die Wirtschaft auf allen Ebenen. Der Fall Eckart von Klaeden (CDU), der aus dem Kanzleramt zu Daimler wechselt, sorgte am Ende der Legislaturperiode für Diskussionen über Karenzzeiten. Bis dahin war das Thema Seitenwechsel kaum Gegenstand politischer Debatten. Schwarz-Gelb hat das Thema ignoriert.
Bedarf und Anlässe, die Parteienfinanzierung in Deutschland zu reformieren, gab es in dieser Legislaturperiode reichlich: die Mövenpick-Spende, die Rent-a-Rüttgers-Affäre und die vielen Fälle, bei denen die Offenlegungspflichten des Parteiengesetzes umgangen wurden. Außerdem kritisierte der Europarat die Praxis der deutschen Parteienfinanzierung. Trotzdem hat Schwarz-Gelb blockiert und keine weiteren Schritte in Richtung mehr Transparenz bei Parteispenden und Parteisponsoring unternommen.
Nachdem sich jahrelang kaum etwas bewegt hatte, sorgte die öffentliche Aufmerksamkeit im Fall Peer Steinbrück dafür, dass eine Reform der Nebeneinkünfte-Regelung durchgesetzt wurde. Schwarz-Gelb beschloss, dass Nebeneinkünfte nun in erweiterten Stufen offengelegt werden müssen. Von einer vollständigen Transparenz sind die neuen Regeln aber noch weit entfernt.
Unter den G20-Staaten sind Deutschland und Japan die einzigen Staaten, die die Uno-Konvention gegen Korruption noch nicht umgesetzt haben. Trotz zahlreicher Proteste – selbst aus großen Unternehmen – haben Union und FDP keine klaren Regeln gegen Abgeordnetenbestechung geschaffen. Selbst eine fraktionsübergreifende Initiative, die von CDU-Rechtspolitiker Siegfried Kauder unterstützt wurde, blockte Schwarz-Gelb ab.
Allerdings ist Gauselmann in der Vergangenheit wiederholt in die Schlagzeilen geraten, weil er sich sehr intensiv und auf verschiedenen Ebenen um das finanzielle Wohlergehen der FDP gekümmert haben soll – während man im FDP-geführten Wirtschaftsministerium über eine Reform der Vorschriften für Geldspielgeräte nachdachte.
Diesen Umstand hat jetzt der Piratenabgeordnete im schleswig-holsteinischen Landtag, Patrick Breyer, aufgegriffen, was wiederum die Anwälte Gauselmanns auf den Plan rief. Der Konzernchef sieht sich durch Äußerungen Breyers in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt. Das geht aus einer Handelsblatt Online vorliegenden schriftlichen Abmahnung der Gauselmann-Anwälte an den Piratenpartei-Politiker hervor.
„Glücksspielindustrie will Kritiker mundtot machen“
Konkret wird von Breyer in dem Schreiben die Unterlassung der Aussage gefordert, Gauselmann schmiere Politiker. Diesen Vorwurf hatte Breyer in einer Parlamentsdebatte zum beabsichtigten Beitritt des Landes Schleswig-Holsteins zum Glücksspielstaatsvertrag geäußert. Laut dem Sitzungsprotokoll des Kieler Landtags sagte Breyer wörtlich: „Umgekehrt mussten wir aus der Zeitung erfahren, dass die Automatenindustrie - namentlich um Herrn Gauselmann – seit Jahren Politiker aller etablierten Parteien mit Großspenden schmiert, FDP-Parteitage sponsert und sich sogar an FDP-Tochterunternehmen beteiligt haben soll.“
Den Wortlaut veröffentlichte der Piratenabgeordnete auch auf seiner Webseite, was nun die Gauselmann-Anwälte beanstanden. „Wir weisen Sie daraufhin, dass nicht nur die Behauptung, sondern auch die Verbreitung von unwahren Tatsachenbehauptungen, Schmähkritik sowie Meinungen aufgrund unwahrer Anknüpfungstatsachen eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts darstellt und von unserem Mandanten nicht geduldet werden muss“, heißt es in dem Schreiben. Als Frist für die Löschung der Inhalte wurde Breyer der 13. August genannt. Diesen Termin ließ er allerdings verstreichen.
Zehn Thesen zu Lobbyismus in Deutschland
Lobbyismus in Deutschland und der EU findet vor dem Hintergrund wachsender gesellschaftlicher Ungleichheiten und verfestigter Machtstrukturen statt. Diese spiegeln sich im Feld des Lobbyismus wider und sorgen für ungleiche Ausgangsbedingungen. Ohne politische Gegenkräfte oder institutionelle Schranken begünstigt diese ungleiche Verteilung der Ressourcen große, einflussreiche Akteure und gefährdet einen demokratischen, am Gemeinwohl orientierten Interessenausgleich.
Quelle: Lobby-Report 2013 von LobbyControl
Lobbyismus in seiner gegenwärtigen Form benachteiligt diejenigen, die über weniger Ressourcen oder Zugänge verfügen. So droht etwa die wachsende Lobbyübermacht der Unternehmen und Wirtschaftsverbände, ökologische und soziale Belange an den Rand zu drängen. Auch Machtgefälle innerhalb und zwischen einzelnen Wirtschaftsbranchen führen zu unausgewogenen Entscheidungen. Ein Beispiel: Die Deregulierung des Finanzsektors – als eine der Ursachen der jüngsten Wirtschafts- und Finanzkrise – wurde maßgeblich von der Finanzlobby vorangetrieben. Dennoch hat die gesamte Gesellschaft die Kosten der Krise zu tragen.
Der Lobbyismus ist vielfältiger, partikularer und professioneller geworden. Mit dem Regierungsumzug nach Berlin und der vertieften europäischen Integration hat sich die Landschaft der Lobbyakteure erweitert und diversifiziert. Die klassischen Verbände verlieren an Bedeutung. Stattdessen unterhalten viele große Unternehmen eigene Lobbybüros in Berlin, um direkt Einfluss zu nehmen. Neben Lobbyagenturen mischen auch Anwaltskanzleien, Beratungsunternehmen oder intransparent finanzierte Denkfabriken im politischen Geschäft mit.
Lobbyismus ist mehr als die direkte Beeinflussung politischer Entscheidungsträger: Wissenschaft, Medien und die breite Öffentlichkeit sind längst im Fokus von Lobby- und PR-Kampagnen. Lobbystrategien umfassen heute die gezielte Ansprache relevanter Gruppen auch außerhalb der offiziellen Politik: Wissenschaftler/innen, Journalist/innen, Bürger/innen und selbst Kinder und Jugendliche. Dabei geht es darum, den politischen Diskurs langfristig zu beeinflussen. Es werden bestimmte Botschaften platziert („Sozial ist, was Arbeit schafft!“), oder das Image wird aufpoliert, um politischer Regulierung zu entgehen („Greenwashing“).
Der Staat öffnet sich mehr und mehr für Lobbyeinflüsse. Angesichts vielfältiger und kleinteiliger Versuche der Einflussnahme müssten die demokratischen Institutionen auf Distanz achten und für ausreichende eigene Kapazitäten zur Abwägung unterschiedlicher Argumente und Interessen sorgen. In der Tendenz erleben wir das Gegenteil. Staat und Parteien binden private Akteure und Lobbyisten immer enger in Entscheidungsprozesse ein. Wenn politische Entscheidungen in Expertengremien und Kommissionen ausgelagert oder Gesetzestexte gleich vollständig von Anwaltsfirmen geschrieben werden, untergräbt der Staat seine Verantwortung für einen fairen und transparenten Interessenausgleich.
Zunehmende finanzielle und personelle Verflechtungen gefährden die Unabhängigkeit demokratischer Institutionen und die Ausgewogenheit politischer Entscheidungen. Seitenwechsel ehemaliger Regierungsmitglieder, lukrative Nebentätigkeiten von Abgeordneten, externe Mitarbeiter/innen in Ministerien oder das Outsourcing von Gesetzesformulierungen an private Anwaltskanzleien können zu Interessenkonflikten („Diener zweier Herren“) führen und privilegierte Zugänge für Einzelne schaffen. Politische Entscheidungen werden dann mit einem Seitenblick auf andere Arbeitgeber, Kunden oder Finanziers getroffen.
Die zunehmende Verlagerung vieler wichtiger Entscheidungen nach Brüssel führt zu einem strukturellen Vorteil für starke Lobbyakteure. Die Ausgestaltung der europäischen Institutionen erschwert gleichberechtigte Zugänge. Zum einen führt der relativ kleine Brüsseler Verwaltungsapparat dazu, dass Kommissionsbeamte häufig auf Vorschläge externer „Expert/innen“ zurückgreifen. Um Lücken in der fachlichen Kompetenz zu schließen, greift die Kommission auf etwa 800 Beratungsgremien zurück. Viele davon sind unausgewogen besetzt und bieten Lobbygruppen damit die Möglichkeit, bereits sehr frühzeitig auf europäische Gesetze einzuwirken.
Intransparenz erschwert demokratische Kontrollmöglichkeiten. Lobbyismus ist in Deutschland weitgehend intransparent. Es gibt keine gesetzlichen Offenlegungspflichten, denen sich Lobbyisten unterwerfen müssen. Schwache Transparenzregeln lassen privilegierte Zugänge und Einflussnahme aus dem Blick der Öffentlichkeit geraten. Ohne Transparenz schwindet der Raum für Kritik und Protest.
Bürgerinnen und Bürger stehen dem Lobbyismus weitaus kritischer gegenüber als ihre (Volks-) Vertreter/innen. Finanzielle Verflechtungen, fliegende Seitenwechsel und intransparente Entscheidungen mit dem Geruch nach einseitiger Einflussnahme – in der Öffentlichkeit wird die Nähe zwischen Politiker/ innen und Lobbyisten sehr negativ bewertet. Dennoch ist die Bereitschaft für grundlegende Veränderungen auf Seiten der Parteien gering.
Die Demokratie ist in Gefahr – Lobbyregulierung ist eine Zukunftsaufgabe. Die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte weisen in eine gefährliche Richtung. Demokratie droht zu einer leeren Hülle zu werden, in der zwar den formalen Anforderungen an demokratische Entscheidungen entsprochen wird, die Inhalte jedoch abseits davon durch kleine Elitezirkel geprägt werden (Stichwort „Postdemokratie“). Es gilt, der politischen Apathie vieler und der privilegierten Gestaltungsmacht weniger eine lebendige Demokratie entgegenzusetzen.
Breyer beruft sich auf das Prinzip der Indemnität, nach dem Abgeordnete für Worte, die sie im Parlament äußern, rechtlich nicht belangt werden können. Er ist außerdem überzeugt, wie er Handelsblatt Online sagt, dass auch die öffentliche Wiedergabe von Parlamentsreden „strafbefreit“ sei. „Die Glücksspielindustrie will offensichtlich Kritik an ihrem Politikerkauf mundtot machen“, sagt er. „Dass sie dazu selbst Reden im Parlament zensieren will, ist ein unglaublicher Vorgang.“
Gauselmanns Anwälte sehen sich im Recht und verweisen auf Anfrage von Handelsblatt Online auf einen Passus im Strafgesetzbuch, der verleumderische Beleidigungen von dieser Straffreiheit ausdrücklich ausnehme. Breyer will sich dem juristischen Druck der Gauselmann-Anwälte aber auf keinen Fall beugen und notfalls gegen Gauselmann vor Gericht ziehen. „Ich will dieses ausgeklügelte System der Glücksspielindustrie zur Umgehung der Veröffentlichungsvorschriften auch weiterhin anprangern dürfen“, sagt er.
17 Kommentare zu "„Parteien mit Spenden geschmiert“: Kieler Pirat fordert Glücksspielkönig heraus"
Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.
PeterK
@Thomas Enttäuschte Liebe gebiert die schlimmsten Grausamkeiten, so wohl auch hier. Auch wenn vieles an der Kritik im cicero-Interview wohl durchaus berechtigt ist, bleibt doch erst mal die Feststellung, daß die Piraten einfach unerfahren sind. Deshalb alles für gescheitert zu erklären ist wohl eine einfache Frusthandlung eines Ex-Beteiligten.
Thomas
Die Krux ist doch nicht eine einzelne Industrie, sondern das Parteispendengesetz. Das ist an Dilettantismus kaum zu überbieten.
Cicero „Der Piraten-Wahlkampf grenzt schon an Betrug“
@shrinkhead, ich bin schon für eine einen Straftatbestand der Untreue oder Bestechlichkeit für Politiker und Amtsträger. Allerdings glaube ich nicht an die UN Konvention. Mit pauschalen Festsetzungen lässt sich letztlich keine zuverlässige Abgrenzung treffen, höchstens eine oberflächliche, öffentlichkeitskonforme, d.h. populistische Interpretation was Korruption ist. Die Gefahr letztlich nur die Bürokratie zu stärken und Missbrauch damit zu legalisieren schätze ich eher noch größer ein. Ich bin ein Verfechter persönlicher Verantwortlichkeiten. Problematisch ist das leider, da die öffentliche Information zunehmend vorteilsgesteuert informiert wird. also tendenziell urteilend und ideologischen Blickwinkel, statt informierend neutral. Völlig neutral war Berichterstattung noch nie und kann sie auch nicht sein, aber seit den 70ziger Jahren haben wir geradezu einen beängstigenden Verlust an journalistischer Qualität und Neutralität erlebt. Weil das Primat des Verkäuflichen durch die Boulevardisierung der Medien erheblich an Gewicht gewonnen hat.
H.
locked...
Ein Lob auf die Piratenpartei. Es ist richtig, das Kind mal beim Namen zu nennen ! Weiter so !
locked...
Hehe, freut mich, die Piraten werden noch manches U-Boot aufbringen
locked...
Bin für eine Gesetzesänderung: ALLLE Parteispenden müssen auf einer Seite im Internet veröffentlicht werden.
Es ist ja soo einfach große Spenden zu stückeln. Aber das wollen die Blockparteien eigentlich selbst nicht.
Mal wieder ein Grund, AfD oder Piraten zu wählen!
locked...
Es sollten ausschließlich natürliche Personen berechtigt sein Spenden zu können. Insbesondere Firmen legen diese Kosten auf den Warenpreis um - und der Verbraucher bezahlt diese "Süpende" was er möglicherweise nicht will. Ebenso sollte überlegt werden, ob Spenden überhaupt steuerlich geltend gemacht werden sollten (es sind dann ja keine "Spenden").
PeterK
Hier bewegen sich wohl beide Seiten in einer Grauzone. "Schmieren" wird allgemein als Bezeichnung für das genutzt, wofür ihn der Abgeordnete der Piratenpartei hier eingesetzt hat. Auch wenn es dem Spender bisher geglückt ist entsprechende Gesetzesinitiativen zu verhindern, die derartiges verbieten, bleibt es doch offensichtlich der Versuch der Einflußnahme.
Wenn derartiges im Parlament angeprangert wird kann man wohl kaum dümmer agieren, als es Ganselmann hier getan hat. Den Vorwurf der illegitimen Einflußnahme durch Großspenden damit aus der Welt zu schaffen, indem man Einflußnahme durch juristische Maßnamen versucht gegen einen Abgeordneten, deren Parteistatuten eine Annahme derartiger Zuwendungen ausdrücklich verbieten. Die Anderen Parteien haben offensichtlich gerne die Hand aufgehalten.
locked...
Das Problem ist, dass "legal" in Deutschland ziemlich schmierig bestimmt ist. http://transparency.de/Abgeordneten-bestechung.734.0.html Die größten Nichtunterzeichnerländer der UN-Konvention gegen Korruption sind: Japan, Deutschland, Sudan, Nordkorea und Syrien. Ordentliche Lobbypolitik muss sein - aber die Lobby ist der Eingangsbeich und nicht die Schreibstube des Staatssekretärs.
Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.
@Thomas
Enttäuschte Liebe gebiert die schlimmsten Grausamkeiten, so wohl auch hier.
Auch wenn vieles an der Kritik im cicero-Interview wohl durchaus berechtigt ist, bleibt doch erst mal die Feststellung, daß die Piraten einfach unerfahren sind.
Deshalb alles für gescheitert zu erklären ist wohl eine einfache Frusthandlung eines Ex-Beteiligten.
Die Krux ist doch nicht eine einzelne Industrie, sondern das Parteispendengesetz. Das ist an Dilettantismus kaum zu überbieten.
Cicero
„Der Piraten-Wahlkampf grenzt schon an Betrug“
http://www.cicero.de/berliner-republik/ex-mitarbeiter-braun-der-piraten-wahlkampf-grenzt-schon-betrug/55562
@hermann.12
Glauben Sie auch an den Weihnachtsmann?
@shrinkhead,
ich bin schon für eine einen Straftatbestand der Untreue oder Bestechlichkeit für Politiker und Amtsträger.
Allerdings glaube ich nicht an die UN Konvention. Mit pauschalen Festsetzungen lässt sich letztlich keine zuverlässige Abgrenzung treffen, höchstens eine oberflächliche, öffentlichkeitskonforme, d.h. populistische Interpretation was Korruption ist.
Die Gefahr letztlich nur die Bürokratie zu stärken und Missbrauch damit zu legalisieren schätze ich eher noch größer ein.
Ich bin ein Verfechter persönlicher Verantwortlichkeiten. Problematisch ist das leider, da die öffentliche Information zunehmend vorteilsgesteuert informiert wird. also tendenziell urteilend und ideologischen Blickwinkel, statt informierend neutral.
Völlig neutral war Berichterstattung noch nie und kann sie auch nicht sein, aber seit den 70ziger Jahren haben wir geradezu einen beängstigenden Verlust an journalistischer Qualität und Neutralität erlebt. Weil das Primat des Verkäuflichen durch die Boulevardisierung der Medien erheblich an Gewicht gewonnen hat.
H.
Ein Lob auf die Piratenpartei.
Es ist richtig, das Kind mal beim Namen zu nennen !
Weiter so !
Hehe, freut mich, die Piraten werden noch manches U-Boot aufbringen
Bin für eine Gesetzesänderung: ALLLE Parteispenden müssen auf einer Seite im Internet veröffentlicht werden.
Es ist ja soo einfach große Spenden zu stückeln. Aber das wollen die Blockparteien eigentlich selbst nicht.
Mal wieder ein Grund, AfD oder Piraten zu wählen!
Es sollten ausschließlich natürliche Personen berechtigt sein Spenden zu können.
Insbesondere Firmen legen diese Kosten auf den Warenpreis um - und der Verbraucher bezahlt diese "Süpende" was er möglicherweise nicht will.
Ebenso sollte überlegt werden, ob Spenden überhaupt steuerlich geltend gemacht werden sollten (es sind dann ja keine "Spenden").
Hier bewegen sich wohl beide Seiten in einer Grauzone. "Schmieren" wird allgemein als Bezeichnung für das genutzt, wofür ihn der Abgeordnete der Piratenpartei hier eingesetzt hat. Auch wenn es dem Spender bisher geglückt ist entsprechende Gesetzesinitiativen zu verhindern, die derartiges verbieten, bleibt es doch offensichtlich der Versuch der Einflußnahme.
Wenn derartiges im Parlament angeprangert wird kann man wohl kaum dümmer agieren, als es Ganselmann hier getan hat. Den Vorwurf der illegitimen Einflußnahme durch Großspenden damit aus der Welt zu schaffen, indem man Einflußnahme durch juristische Maßnamen versucht gegen einen Abgeordneten, deren Parteistatuten eine Annahme derartiger Zuwendungen ausdrücklich verbieten.
Die Anderen Parteien haben offensichtlich gerne die Hand aufgehalten.
Das Problem ist, dass "legal" in Deutschland ziemlich schmierig bestimmt ist.
http://transparency.de/Abgeordneten-bestechung.734.0.html
Die größten Nichtunterzeichnerländer der UN-Konvention gegen Korruption sind: Japan, Deutschland, Sudan, Nordkorea und Syrien.
Ordentliche Lobbypolitik muss sein - aber die Lobby ist der Eingangsbeich und nicht die Schreibstube des Staatssekretärs.