Parteienforscher „Fraglich, ob Steinbrück die Wende schaffen kann“

Acht harte Wochen liegen hinter Peer Steinbrück. Mit einem eigenen Rentenkonzept wollen er und seine Partei wieder punkten. Doch noch ist ungewiss, ob der Schwenk des SPD-Kanzlerkandidaten auch beim Wähler ankommt.
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Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Quelle: dapd

Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.

(Foto: dapd)

BerlinErst das Programm, dann der Kanzlerkandidat, hieß es immer bei der SPD. Dann aber plauderte Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier aus, dass er nicht zur Verfügung stehe. Da auch der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel schon länger nicht wollte, kam es binnen weniger Stunden zu einer so überstürzten Kür Peer Steinbrücks, dass dieser noch nicht einmal eine Kommunikationsstrategie zu seinen Nebeneinkünften in Millionenhöhe parat hatte. Und das Programm war auch noch nicht fertig.

Der Parteienforscher Gerd Langguth führt den missglückten Start Steinbrücks insbesondere auf Fehler Gabriels zurück. Steinbrück sei zum Kandidaten ausgerufen worden, „bevor überhaupt eine organisatorische Struktur seines Wahlkampfes festgelegt wurde“, sagte der Professor an der Universität Bonn Handelsblatt Online. „Alles geschah überhastet, was nicht zuletzt auch von dem Parteivorsitzenden Gabriel zu verantworten ist.“

Steinbrück könne aber nun froh sein, dass er in diesem Jahr und nicht erst im Januar oder Februar nominiert worden sei, sagte Langguth weiter. „Wenn erst dann seine Affäre um hohe Honorare hochgekommen wäre, würde diese noch wirkmächtiger bei den Bundestagswahlen sein.“ Steinbrück könne jetzt „auf das Vergessen hoffen, das eher eintritt, wenn Weihnachten und Jahreswechsel eine Art Zäsur darstellen“. Die Vortragshonorarfrage werde ihm aber länger „an der Backe“ hängen bleiben, als ihm recht sei, ist Langguth überzeugt, „weil das Ansammeln von solchen Honorarhöhen mit dem Bild eines sozialverpflichteten Sozialdemokraten nur schwer vereinbar ist“.

Immerhin: Eine der größten Baustellen für die SPD und für Steinbrück ist seit Samstag nun abgeräumt: Der ein Jahr dauernde Rentenstreit ist gelöst. Steinbrück muss dabei allerdings einen Linksschwenk mittragen - zwar wird die Rente mit 67 nicht grundsätzlich in Frage gestellt, aber mit hohen Milliardenbeträgen werden frühere Regierungsentscheidungen der SPD nachgebessert.

Rentenbeschluss soll Neuanfang markieren
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14 Kommentare zu "Parteienforscher: „Fraglich, ob Steinbrück die Wende schaffen kann“"

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  • ich habe in der Pause Bild gelesen und dort steht, dass man die Schröder-Köpf als Wahlhilfe für Steinbrück holen will
    Also regiert wohl im Hintergrund immer noch Schröder

  • Die Presse hatte die SPD gezwungen einen aus der Troika zu nominieren. Damit war der Kandidat Freiwild des Enthüllungsjournalismus. Peer Steinbrück hat auf Angriffsmodus geschaltet und dass die letzen Wochen nicht spurlos an ihm vorbei gegangen sind, gibt er unumwunden zu. Den einzigen Fehler, den er einräumt ist der Vortrag bei den Stadtwerken Bochum und selbst da findet er sich in illustrer Gesellschaft mit dem Bundespräsidenten Herrn Gauck. Allerdings wurde dessen 25000 Euro Honorar nach einem Tag aus den Schlagzeilen genommen. Alles was er tut wird negiert. Mal ist er zu schlaff, mal ist er zu aggressiv. Alles wird skandalisiert, verdreht und übertrieben, findet er. Dabei befindet er sich noch gar nicht im Wahlkampfmodus. Dass der fleißige und fachlich kompetente Herr Steinbrück sich nicht verbiegen möchte ist verständlich, aber die Frauen sollte er schon für sich gewinnen, denn sie werden die Wahl entscheidend beeinflussen. Auch wenn viele Damen nicht bei Kerzenschein mit ihm speisen möchten, wie eine Umfrage ergab, heißt das noch lange nicht, dass sie ihn nicht wählen würden. Aber dass in seinem engeren Wahlkampfteam nicht wenigstens eine Dame sitzt, wird seine Gründe haben, kommt aber anscheinend nich so gut an. Bis Herbst 2013 sollte er sich noch etwas in Galanterie üben.

  • „Fraglich, ob Steinbrück die Wende schaffen kann“

    Für wen sollte das fraglich sein? Es ist nicht fraglich, sonderen es steht fest, daß er nicht der geeignete Kandidat ist, um das deutsche Volk vor weiteren Nachteilen zu bewahren. Im Gegenteil...er hat in der Vergangenheit durch sein Mitwirken an der WestLB-Pleite bewiesen, daß er keineswegs für solche Aufgaben geeignet erscheint, sondern eher für unnötige Belastungen des deutschen Steuerzahlers verantwortlich zeichnet.

  • Anfüttern durch Finanz- und Konzernlobby gibt es nur für Kandidaten. Insofern irrt Steibrück: er verzichtet durch seine Kandidatur nicht selbstlos auf mehr Verdienst, sondern im Gegenteil, den Mehr-Verdienst durch Honorare und sonstiges Anfüttern gab es nur, durch seine (Aussicht auf) Kandidatur. Nach verlorenem Wahlkmapf wird Steinbrück seinen echten Marktwert kennenlernen.

  • „Fraglich, ob Steinbrück die Wende schaffen kann“

    Das ist die Lachnummer schlechthin!

    Von wegen Bankenferne: Steinbrück wollte Hedgefonds-Mann als Berater anheuern
    • http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/11/21/von-wegen-bankenferne-steinbrueck-wollte-hedgefonds-mann-als-berater-anheuern/

    Umstrittene Lustreisen WestLB-Affäre erreicht Steinbrück

    • Umstrittene Lustreisen: WestLB-Affäre erreicht Steinbrück - Deutschland - Politik - Handelsblatt »


  • Steinbrücks Rethorik auf der einen Seite - Anstand, Moral und Persönlichkeit des früheren bayr. Kultusminsiters Hans Maier auf der anderen, beides in sich vereint, Steinbrueck würde mit Trompeten einziehen.

    Aber so wirkt er in seiner grenzenlosen, selbstüberschätzenden Gier/Europakrisenausrichtung wie all die anderen Strauchdiebe im Berliner-Tandlerkonzert.

    SPD ist "einfachstrukturiert dumm". Äugt bereits jetzt auf die "Grosse Untergangskoalition".

  • Dem ist zuzustimmen. Die SPD wendet sich gegen ihre Klientel, die Arbeiter und Angestellte. Die große Genossenschaar merkt es nicht. Mit Steinbrück kommen wir vom Regen in die Traufe, denn er will die Vergemeinschaftung aller Schulden der EG-Staaten auf dem Rücken deutscher Steuerzahler lösen - und nicht nur das, er will den Ewigkeitstransfer von Nord nach Süd. Es wird keine Steuermilderung geben. Allein die Beamtenkaste wird sich aus der ganzen Finanzmisere schadlos halten und kräftig profitieren.

  • Die SPD und die Apparatschicks.
    Gerhard Schröder, dessen wohldotierte Verträge in Russland Herrn (Ras) Putin in den Augen Schröder´s wohl als grossen Demokraten erscheinen lassen.
    Peer Steinbrück, dessen zweifelhafte Rolle als stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates und Mitglied des Präsidialausschusses (tolle Titel) der West LB, mit Sicherheit nie einer echten rechtlichen Würdigung unterzogen wird.

    Und all diese selbsterklärten grossen Sozialdemokraten haben sich das unsozialste was ein Politiker machen kann, ganz gross auf die eigene Fahne geschrieben.
    "Schuldenabbau durch heimliche Inflation und Transfer von Kaufkraft, weg vom Mittelstand und weg vom Kleinen Manne"

  • Wird Steinbrück Kanzler, so wird er sich mit Draghi ebenso gut verstehen wie Asmussen. In allen wesentlichen Fragen – unbegrenzter Aufkauf von Ramschpapieren defizitärer Staaten durch die EZB, mögliche Aufstockung des ESM-Schirmes, Eurobonds – ist sich das Trio einig. So werden sie die Schulden des Euro-Raumes noch rücksichsloser "vergemeinschaften" – im Klartext: dem deutschen Staat aufbürden –, als die aktuelle Bundesregierung dies tut. Steinbrück sagte 2011 ganz ungeniert: "Natürlich müssen die Deutschen zahlen." Im Falle einer rot-grünen Mehrheit bei den Bundestagswahlen würde Steinbrück höchstwahrscheinlich Jürgen Trittin zum Bundesfinanzminister machen. Er vertritt nicht nur dieselben Ansichten beim Euro, er hat auch denselben Stallgeruch. Beide waren bei den Geheimtreffen der sogenannten Bilderberg-Gruppe – Steinbrück 2011, Trittin 2012. Der Altliberale Rainer Brüderle warnte anlässlich des diesjährigen Bilderberger-Treffens ausdrücklich vor einer „unheiligen Allianz der Inflation“, die die „angelsächsische Finanzlobby und ihre Verbündeten bei den Linken in Europa und in Deutschland“ umfasse. Mit Blick auf Steinbrück und Trittin hat er damit ins Schwarze getroffen.

  • "„Fraglich, ob Steinbrück die Wende schaffen kann“"

    Seine Lügen haben jetzt einen anderen Wortlaut.

    Jagt den Kerl zum Teufel.
    Null Toleranz für Korruption in der Politik.

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