Parteistreit NRW-Landeschef der AfD tritt zurück

Der Führungsstil des AfD-Vorsitzenden Bernd Lucke stößt weiter auf Kritik: Jetzt hat der NRW-Landesvorsitzende Burger aus Protest seinen Rücktritt erklärt. Der 53-Jährige ist mit diesem Schritt nicht der Einzige.
Update: 30.03.2014 - 18:43 Uhr 1 Kommentar
AfD-Bundesparteichef Bernd Lucke: Sein autokratischer Führungsstil verletze Grundprinzipien der Parteiendemokratie und die eigene Parteisatzung. Quelle: dpa

AfD-Bundesparteichef Bernd Lucke: Sein autokratischer Führungsstil verletze Grundprinzipien der Parteiendemokratie und die eigene Parteisatzung.

(Foto: dpa)

DüsseldorfAus Protest gegen den Führungsstil der Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat auch der Landesvorsitzende in Nordrhein-Westfalen, Jörg Burger, seinen Rücktritt erklärt. Der 53-jährige war erst im Dezember nach heftigen internen Streitigkeiten zum neuen Landeschef gewählt worden. Am vergangenen Wochenende hatte die AfD-Parteibasis auf einem Parteitag in Erfurt gegen ihren Bundesvorsitzenden Bernd Lucke aufbegehrt und ihm eine Konzentration der Macht in seinen Händen vorgeworfen.

Am Sonntag bestritt Hans Friedrich Rosendahl, Pressesprecher der NRW-AfD, dass es in der Partei ein Demokratiedefizit gebe. „Tatsächlich wurde auf dem Bundesparteitag in Erfurt die vom Bundesvorstand gewünschte Verabschiedung einer neuen Satzung vertagt, um mehr Zeit für  Diskussionen zu haben“, heißt es in einer Erklärung.

Am Mittwoch war der Großteil des AfD-Landesvorstands in Sachsen-Anhalt im Streit zurückgetreten. In Nordrhein-Westfalen legte auch das Landesvorstandsmitglied Jörg Himmelreich alle Ämter nieder und trat aus der Partei aus. Luckes autokratischer Führungsstil verletze Grundprinzipien der Parteiendemokratie und die eigene Parteisatzung, teilte Himmelreich mit.

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  • Führung und Gefolgschaft
    Alles Neue Beginnt mit einer Idee - daraus entwickeln sich ein oder mehrere Führer, denen sich eine Mannschaft anschließt. Das ist eine natürliche Aufbau-Entwicklung jeder Partei. Wenn eine Organisation innerhalb kürzester Frist ein föderalistisches Staatsgebilde wie unsere Bundesrepublik vernetzen muss, dann gehört dazu eine hierarchische Struktur mit vielen Unterführern dazu - das ist bei allen funktionierenden Parteien so. Meistens sind es die Möchtegerne, die bereits in ihrer bisherigen Partei mit ihren Führungsansprüchen gescheitert sind, die bei der "neuen" Partei ihre Chance wittern. Dieser Politschrott versteht es oft, sich im ersten Anflug so darzustellen, dass der Einstieg in eine subalterne Führungsebene gelingt. Statt zunächst parteifördernde Leistung zu zeigen, beginnt dann die Pöstchenjagd - und bei Misserfolg entsprechend spektakuläre Rücktritte. Diesem Politschrot muss die AfD nicht nachtrauern - nur schade, dass manche Medien das unwürdige Spiel nicht durchschauen.

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