Parteitag in Hannover SPD steht vor Linksruck

Peer Steinbrück will beim Parteitag in Hannover zeigen, dass er der richtige SPD-Kanzlerkandidat ist. Er setzt dabei vor allem auf das Thema Gerechtigkeit. Das weckt Begehrlichkeiten – bei den Parteilinken.
Update: 09.12.2012 - 11:00 Uhr 53 Kommentare
Peer Steinbrück. Quelle: dpa

Peer Steinbrück.

(Foto: dpa)

Hannover
Rund zehn Monate vor der Bundestagswahl will die SPD heute auf einem Parteitag in Hannover offiziell ihren Kanzlerkandidaten bestimmen. Einziger Bewerber ist der frühere Finanzminister Steinbrück, der im Oktober vom SPD-Vorstand einstimmig nominiert wurde. Zuvor will der 65-Jährige in einer Rede darlegen, mit welchem Programm er die SPD in die Regierung zurückführen will. Gestern hatte er angekündigt, das Thema Gerechtigkeit in den Mittelpunkt seines Wahlkampfes zu rücken.

Bei den Parteilinken rennt er damit offene Türen ein, ob er damit bei den Wählern wird punkten können, muss sich erst noch erweisen. Fakt ist, Steinbrück braucht nach seinem schwierigen Start ein Gewinnerthema. Vielen ist der Hamburger wohlbekannt als verlässlicher Krisenmanager in der Zeit der großen Koalition und Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Beim Ausbruch der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise wirkte er als Finanzminister und erarbeitete sich in dieser Rolle auch parteiübergreifend hohes Ansehen. Als großer Sozialpolitiker ist er bisher nicht aufgefallen.

Entsprechend dankbar ist der linke Parteiflügel, dass Steinbrück jetzt seinen politischen Kompass auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt ausrichten will, wie er der „Süddeutschen Zeitung“ vom Samstag sagte. „Wir dürfen keine Spaltung in Parallelgesellschaften zulassen“, sagte der Sozialdemokrat. „Die ganz unten, die sich verloren glauben, schlecht bezahlte Jobs haben und an der Demokratie zweifeln. Und denen da oben, von denen sich einige einen schnöden Individualismus leisten und nicht spüren, dass unsere Gesellschaft darüber auseinanderfällt.“ Die SPD tue daher gut daran, „ihre unverkäuflichen Werte in den Vordergrund zu stellen – Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität“.

Der neue Ton, den Steinbrück hier anklingen lässt, findet die Zustimmung der Parteilinken, er weckt dort aber auch Begehrlichkeiten. „Wir werden als SPD wie keine andere Partei daran gemessen, dass Gerechtigkeit Maßstab und Kompass unserer Politik ist. Deshalb ist es besonders wichtig, dass unser Kanzlerkandidat mit einem guten SPD-Programm antritt, das Fortschritt mit Gerechtigkeit verbindet“, sagte der Vorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein, Ralf Stegner, Handelsblatt Online.

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53 Kommentare zu "Parteitag in Hannover: SPD steht vor Linksruck"

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  • :::::::::::::::::::::::
    STEINBRÜCKS NOMINIERUNG
    :::::::::::::::::::::::
    VORSICHT..!!
    BÜRGER - RETTET EUER GELD..
    ..
    DIE SOZIS VERNICHTEN EUER
    KAPITAL UND EURE ALTERSVER-
    SORGUNG..
    ..
    KAUM IST STEINBRÜCK NOMINIERT-
    GEHT DIE BÖRSE IN DEN KELLER
    UND ES WERDEN AUS ANGST VOR DEN
    SOZIS WERTE VERNICHTET..
    ..

  • Gerechtigkeit wäre ein sehr gutes Thema. Es wäre DAS Thema.

    Nur: Mir fehlt der Glaube an den ehrlichen Willen etwas zu ändern. Die SPD hat zuletzt in Regierungsverantwortung das Gegenteil davon verfolgt.

    ..ich bleibe lieber überzeugter NICHTWÄHLER.

    Das ganze System ist völlig korrupt und verkommen. Es geht nicht darum "welche Partei?". Es geht um "welches System?"

    Wie bekommt man diejenigen in politische Schlüsselpositionen, die nicht von Machtgier, Ehrgeiz und Eitelkeit getrieben werden sondern von dem ehrlichen Willen dem deutschen Volk zu helfen?

    Mir erscheint das ganze politische System wie eine Ausbildungseinrichtung für die moralisch/ethische Unterschicht.

    Um dort nach oben zu kommen, muss man doch schon in der Lokalpolitik intrigieren, betrügen, lügen.

  • Aber ja, cfdpsU hat sich von jeder Unschuld frei gekauft. Vielleicht und das wäre legitim, die Namensgleichheit mit der Leute auftauchen ist schon verblüffend. Es war Dr.Coaleone der uns alle in Deutschland gerettet hat und nun seine Stellvertreterin im Amt, sie toppt den Laden irgendwie.

    Die zuvor genannten Parteien grenzen Nichtmitglieder aus und manch einer derjenigen Mitglieder, die sich in der Vergangenheit, wegen ihrer persönlichen Überzeugung querstellten, sie wurden allesamt auf natürliche, politische Art und Weise entsorgt.

    Haben Sie noch ihr Parteibuch in Sichthülle verpackt? Passen Sie auf, bei dieser Wetterlage kann manchmal selbst Plastik erstarren. Das sollten Sie jedoch wissen, nehme ich an.

  • Achtung ! Die SPD ist genauso eine "Schein" Partei wie CDU FPD Grüne und LInke !
    Die streiten sich jetzt, damit alle meinen die SPD macht alles besser !
    GLAUBT denen nicht, das sind alles bezahlte Schauspieler von der Hochfinanz !

    Deutschland ist ein besetztes Land, wir sollen weiter schaffen, und unser Steuergeld fließt ins Ausland. Die bunten farbigen "Parteien" sollen uns bespaßen und ablenken.

    Wer schlau ist, wählt einfach eine kleine unbekannte Partei z.B. die Tierschutzpartei ! DAS ist Protestwahl, NICHT WÄHLEN ist Quatsch ! Die würden auch bei 3% Wahlbeteiligung einen Regierungsanspruch ableiten.
    Kommen kleine Parteien in den Bundestag, dann briht die "Bühne" unter dem "Gelabber der Schauspieler" und des "Scheinstreites" komplett zusammen.
    Und wenn es nicht reicht, dann sind die Stimmen gezählt und die deutsche Einheitspartei 2.0 names CDUSPDFDPGRÜNELINKE hat sie NICHT !

    In einigen Wahlsendungen wurden bei einigen Landtagswahlen schonmal ganz hälinge die Stimmen der "sonstigen" Parteien, die bei ca.8% lagen nicht mehr eingeblendet !

  • Strange
    genau so ist es.
    Wer aht denn das Volk verarmt?
    Das war die SPD und diese unsäglichen demokratiefeindlichen Grünen
    Das shcienen die alle ganz vergessen zu haben

  • "Wir dürfen keine Spaltung in Parallelgesellschaften zulassen“, sagte der Sozialdemokrat. „Die ganz unten, die sich verloren glauben, schlecht bezahlte Jobs haben und an der Demokratie zweifeln."

    Nun ja..... es ist doch Rot-Grün unter Schröder gewesen, die durch die Agenda 2010 Zustände wie unter Stalin geschaffen haben; Hartz IV, Prekariat ... für ALLE (!). Nie wurde eine Gesellschaft/Wirtschaft asozialer gemacht als eben unter Rot. Und da soll man dem Steinbrück noch ehrenwertes Denken glauben?

  • Mag Steinbrück zwar nicht, trotzdem muß man ihm Repekt zollen, da er im Gegensatz zu NIchtssagerin Merkel nicht um die tatsächlichen Probleme unserer Gesellschaft herumredet, sondern klar anspricht, was nach seiner Wahl den Bürger erwartet. So ist die SPD und ein Kanzler Steinbrück durchaus wählbar!

  • Tja, Herr Steinbrück, da gibt es ein markantes Problem.
    In der undemokratischen Europäischen Union arbeiten die Kapitalisten mit ihrem Kredit und Zins und die Sozialisten mit ihrem Diskriminierungsverbot auf
    a l l e n Ebenen trefflich Hand in Hand.

    Wie soll da der Slogan "Gerechtigkeit, Freiheit, Solidarität" - insbesondere unter Berücksichtigung der EURO-Rettungsmaßnahmen, denen sie zustimmten - verwirklicht werden ??
    Indem der Usurpator der Herrschaft, der Politiker, dem Souverän das Maß an "Gerechtigkeit" - wie bisher - verordnet und damit auch das Maß der ihm gewährten "Freiheit" und der von ihm zu übenden "Solidarität"
    bestimmt o d e r
    soll aus der Freiheit des Souveräns - im Rahmen der Verfassung und des Rechtes - eine Gerechtigkeit erwachsen, die wiederum das Maß der zu übenden Solidarität
    bestimmt ?
    Zur Klarstellung :
    Der Souverän und Herrscher erwartet von seinem Diener, dem Politiker, keine Schlagwörter sondern Antworten auf die ihn bedrängenden Fragen der Zukunft!!!!

  • Alles Lachhaft. Er verliert kein Wort über die Ungerechtigkeit zwieschen Beamtenpensionen und Arbeitnehmerrenten. Solange hier nichts passiert, kann ich nicht SPD wählen.

  • Zitat: „Wir dürfen keine Spaltung in Parallelgesellschaften zulassen“, sagte der Sozialdemokrat. „Die ganz unten, die sich verloren glauben, schlecht bezahlte Jobs haben und an der Demokratie zweifeln. Und denen da oben, von denen sich einige einen schnöden Individualismus leisten und nicht spüren, dass unsere Gesellschaft darüber auseinanderfällt.“

    Solche Aussagen wünsche ich mir mehr von unseren Politikern. Im Moment geht nach meinem Gefühl der Trend eher dahin, dass jeder für sich seine Pfründe sichert und auf Kosten anderer seine Schäfchen ins Trockene bringt. Es ist Aufgabe der Gesellschaft und der Politik solches Verhalten zu ächten.

    Die Väter und Mütter unserer Verfassung haben in Art. 20 Abs. 1 GG festgelegt: „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“

    Mir kam in den letzten 20 Jahren das Soziale etwas zu kurz. Wenn das durch einen Linksruck geändert würde, dann habe ich nichts dagegen.

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