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Pegida, Dügida & Hogesa Die unerwünschten „Retter des Abendlandes“

Unter dem Deckmantel der Überparteilichkeit gehen in Deutschland tausende Menschen auf die Straße. Was sie tatsächlich motiviert: Ihre Angst vor dem Islam. Ein Besuch in Düsseldorf zeigt: Da braut sich etwas zusammen.
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Gegen den Islam: Demonstranten in Dresden. Quelle: Reuters

Gegen den Islam: Demonstranten in Dresden.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfZitternd und ziemlich durchnässt stehen die Demonstranten in der Dunkelheit vor dem Düsseldorfer Landtag. Vier Grad sind es gerade einmal, der stetige Regen hat aus dem Rasen zu ihren Füßen längst eine matschige Pampe gemacht. Das hält rund 500 selbsternannte Retter des Abendlands aber nicht ab, ihre Deutschland-Fahnen zu schwenken, immer wieder rufen sie „Wir sind das Volk“. Die Dresdner Bewegung Pegida hat mit Düsseldorf nun auch die erste westdeutsche Stadt erreicht, der Ableger nennt sich Dügida, „Düsseldorfer gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Ein Besuch vor Ort zeigt: Da braut sich was zusammen.

Rund 500 Demonstranten sind gekommen, eine Enttäuschung für die Veranstalter - die waren von 2000 ausgegangen. Willkommen ist Dügida in Düsseldorf nicht, in allen Fenstern des Landtags klebt dasselbe Plakat mit der Aufschrift: „Wir sind alle NRW“. Daneben die Symbole des Islam, des Juden- und des Christentums. Man ist vorbereitet auf einen ungebetenen Gast. Doch wer genau ist Pegida oder Dügida, wie sie sich in Düsseldorf nennen, überhaupt?

Seit Mitte Oktober ziehen die „patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“, kurz Pegida, in Dresden jeden Montagabend durch die Stadt. Mittlerweile gibt es in vielen deutschen Städten Proteste, beispielsweise in Würzburg. Zu Beginn war es noch eine Mini-Demonstration mit wenigen hundert Teilnehmen, doch Pegida bekommt immer mehr Zulauf, zuletzt zählte die Polizei rund 10.000 Teilnehmer. Das Bündnis präsentiert sich als bürgerliche Bewegung, die gegen „islamischen Extremismus“ auf die Straße geht. Dabei soll das „christliche Menschenbild“ in Deutschland verteidigt, „islamistische Glaubenskriege auf deutschen Straßen“ verhindert werden. Das ist die niedrigschwellige Botschaft, die immer mehr Leute anzieht.

Auf die Politik wird geschimpft, die nicht handlungsfähig sei. Die Politikverdrossenen des Landes, die Enttäuschten und Verbitterten, werden so reihenweise eingesammelt. In Dresden ist das Publikum an jedem Montag bunt durchmischt. Wie klassische Nazis sehen die Demonstranten nicht aus, hier ziehen junge Männer und Frauen, Rentner und sogar Familien gemeinsam durch die Stadt. Die eigentlichen Stützen des christlichen Abendlandes, die Kirchen, wollen sich übrigens gar nicht von Pegida retten lassen. Vertreter nennen die Aktivitäten des Bündnisses „religiös verbrämten Rassismus“.

Während in Dresden keine Partei oder sonstige Organisation hinter den „Spaziergängen“ steht, wie sie von den Machern genannt werden, gehört mit Alexander Heumann in Düsseldorf ein AfD-Vertreter zu den Co-Organisatoren. Heumann ist Teil der „Patriotischen Plattform“, einer Gruppe des äußerst rechten Flügels der Alternative für Deutschland. Der Anwalt war sogar der Star des Abends, seine Rede der Hauptprogrammpunkt. Die war bereits für den Auftakt geplant – doch Heumann stand im Stau. Also zog die Menge früher als geplant einmal um den Rheinturm. Dann hielt Heumann doch noch seine Rede, und in der langte er ordentlich hin: „Warum werden 145.000 rechtskräftig abgewiesene Asylbewerber nicht konsequenter abgeschoben? Wir können nicht das Sozialamt für alle Wirtschaftsflüchtlinge dieser Welt sein!“.

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95 Kommentare zu "Pegida, Dügida & Hogesa: Die unerwünschten „Retter des Abendlandes“"

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  • Eine Frage am Rande...Warum wird nicht berichtet, dass eine ehemalige ZDF Reporterin auf den Demonstrationen der Ho Ge Sa, oder Dü Ge Sa bekannt gibt, dass sie von ihren Vorgesetzen und Kollegen zum Lügen aufgefordert wurde? Natürlich wird das verschwiegen.. wie fast alles, was dem ahnungslosen Bürger zum Denken anregen würde.

  • Früher wie auch heute hat Voltaire Recht...

    "Wenn du wissen willst, wer dich beherrscht, mußt du nur herausfinden, wen du nicht kritisieren darfst."

    Auch ein Zitat von Voltaire, was sehr wünschenswert in dieser Zeit wäre...

    "Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, daß Sie sie äußern dürfen."

  • Herr Kroll, dann denken SIE jetzt mal den Gedanken weiter, den der BWL-Student angestoßen hat, den Sie aber offenbar nicht verstanden haben: auch Ende der 20er/Anfang der 30er wurde Politik für andere Staaten und Interessen gegen das eigene Volk gemacht. An die Macht kam letztlich Hitler - mit all den schlimmen Folgen, die diese 12 Jahre für ganz Europa, nicht zuletzt auch für uns Deutsche hatte.
    Auch jetzt wird wieder verschärft über das Volk hinwegregiert zu Nutz und Frommen fremder Mächte, ob nun USA oder EU-Diktatur, und nun kommen SIE! Wie also könnte die Geschichte weitergehen, wenn über des Volkes Willen (vulgo als "Stammtisch" verunglimpft" weiterhin hinweg entschieden wird, es vielleicht zu einem Platzen der Dollarblase mit Auswirkungen kommt, bei denen die Weltwirtschaftskrise von 1929 wie ein Kindergeburtstag aussehen wird? Noch sehen wir keine ähnlich charismatische Figur an der Spitze eine nationalradikalen Partei, die einen Hitler 2.0 geben könnte - aber den A.H. hat man am Anfang auch nicht für voll genommen. Bedenke: "Eine Idee wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift!" In diesem Sinne - viel Spaß beim Gehirntraining, Herr Kroll!

  • Die Probleme der DDR hat das Politbüro versucht "auszusitzen". Das wird Frau Merkel nicht gelingen. Das Volk geht auf die Strasse, wenn sie sich fragt warum soll siew in ein Geschichtsbuch schauen.
    WIR SIND DAS VOLK!

  • 1.400 Jahre Islamischer Djihad werden wissenschaftlich belegt:
    http://www.mrctv.org/videos/bill-warner-why-we-are-afraid-islam-german-subtitles
    Das zum Verständnis, warum wir hier keine Islamisierung in Deutschland brauchen können.
    Die Tradition des Reichskanzlers A.H. 1933-1945, mit dem Islam zu paktieren sollte nicht fortgeführt werden. Jeder kann die Begriffe Führer und Mufti guggeln und sich selbst kundig machen. Dazu ein entschiedenes NEIN!

  • Wer von Seiten der Politik die berechtigten Ängste der Bürger negiert und alle welche "aufmucken" als Braunes Pack und Nazis bezeichnet, der muss sich nicht wundern.
    Die Demonstrationen werden sich stetig vergrößern. Das hofieren von illegalen Gegendemonstrationen ist von Seiten der Polizei und der Minister eine Strafvereitelung im Amt. Die Gesetze zu genehmigten Versammlungen dahingehend sind eindeutig

  • Asylbewerber sind polizeibekannte Intensivstraftäter. Hört und liest man immer wieder, warum gibt´s da nicht im Wiederholungsfall sofort die rote Karte? Ein kostenloses Rückflugticket? Drogen, Diebstahle, Körperverletzungen. Wer nur sein nacktes Leben gerettet hat steigt nicht mit Markenklamotten aus einem Schlepper-Kleintransporter und telefoniert mit der neuesten smartphone-Generation nach Afrika um mitzuteilen, dass die nächste Welle sich auf den Weg machen kann. Dieses gilt es zu beenden.

  • Warum nehmen die Golfstaaten keine Brüder und Schwestern im Glauben als Flüchtlinge auf? Antwort der Ölprinzen: weil diese das Land destabilisieren würden! Das ist ja mal ne Ansage. Also müssen wir die alle aufnehmen, oder was? *** Erdogan lässt sich als Retter vieler Flüchtlinge feiern. Er planiert mit dem Bulldozer einfach ein paar freie Flächen irgendwo in Anatolien und lässt ein paar Zelte mit Dixi-Klos draufstellen und schon ist er der Held. Unsere Anstrengungen gehen also in die völlig falsche Richtung. Wir geben jedem ein echtes Dach über dem Kopf. Warum lässt der große Türken-Führer nicht einfach die ganzen Flüchtlinge in die leerstehenden Ferienwohnungen und Hotels an der schönen Mittelmeerküste einziehen? draufstellen und

  • Handelsblatt? Das ist doch was kaufmännisches. Warum kommen sogenannte Asylbewerber und Flüchtlinge zu uns aus Ländern, in die ein jedes Reisebüro ohne Probleme Urlaubsreisen anbietet. Für diese Reisen muss ich bezahlen und zwar Flug, Unterkunft und Verpflegung. Im gegenzug kommen Marokkaner, Tunesier, Ägypter zu uns und verlangen kostenlos Wohnung,Verpflegung und Taschengeld. Wenn ich meine Politiker frage WARUM? und dafür auf die Strasse gehe bin ich ein Nazi? da stimmt was nicht. Sooo viele Nazis gibts doch garnicht mehr in Deutschland

  • Wochenlang haben die Bilderbergmedien die wachsende Bürgerbewegung ignoriert.
    Jetzt, wo man sie nicht mehr totschweigen kann, werden konfektionierte Agenturberichte hergenommen und aus der Ferne draufgehauen.

    Der redaktionelle Platz in den Bilderbergmedien wurde darauf verwendet, die Bewegung systematisch zu diskreditieren, sie als durchweg fremdenfeindlich abzustempeln, ohne sie überhaupt zu beschreiben.

    Selten haben sich die Bilderbergmedien so blamiert wie am Montagabend. Die nunmehr achte Kundgebung der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida), an der diesmal 10000 Demonstranten teilnahmen, wurde in demagogischer und kaum zu überbietender "Berichterstattung" als Aufmarsch fremdenfeindlicher, hasserfüllter Hinterwäldler dargestellt, die von mutigen, aufgeklärten und als "breites Bündnis" auftretenden Vernunftmenschen mit enormer Zivilcourage zum Glück in Schach gehalten wurden.

    Die Botschaft, die den Lesern eingetrichtert wird: Hier die wuchernde Vernunft der Gegendemonstranten, dort der Pöbel.

    Was sollen wir von einer Presse halten, die uns so einseitig und so von oben herab "Informationen" aufbereitet?

    Ein Kommentar im Forum des Tagesspiegels bringt die Brisanz so auf den Punkt:

    "Wenn man die Ängste, die Auslöser dieser Demos, als nicht rational begründet ansieht (wofür es gute Gründe gibt), dann sollte man sich mit der Ursache dieser Ängste differenziert auseinandersetzen, statt die Nazikeule zu schwingen. Medien und Politik tun unserer Gesellschaft keinen Gefallen damit, diese Ängste zu ignorieren. Wenn 10000 Menschen in Dresden an einem Montagabend auf die Straße gehen, kann man das nicht einfach als tumbes Wutbürgertum abtun. Auch bedenklich finde ich, dass es als Akt der Zivilcourage gefeiert wird, wenn Antifa und Genossen die Pegida Demo ›erfolgreich‹ blockieren. Wenn das Demonstrationsrecht nur noch für die gelten soll, die der gleichen Meinung wie man selber ist, steht unsere Demokratie mit einem Bein im Grab."

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