Pegida in Dresden Die gespaltene Stadt

Der Pegida-Kampf um Straße und Köpfe erreicht Dimensionen, die kaum noch zu fassen sind. Längst hat sich der Prozess verselbstständigt. Denn das Bündnis hat Geister geweckt, die es nicht mehr loswird.
Update: 20.01.2015 - 16:18 Uhr 57 Kommentare
Durch Dresden geht ein Riss – die Pegida-Bewegung spaltet die Gesellschaft. Quelle: Getty Images

Durch Dresden geht ein Riss – die Pegida-Bewegung spaltet die Gesellschaft.

(Foto: Getty Images)

DresdenSchon seit Wochen gibt es in Dresden nur noch ein Thema: Pegida. Die asylkritischen Massen-Demonstrationen des Bündnisses „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ polarisieren. Sie spalten die Stadt, nicht nur Montag für Montag, wenn sich Kollegen nach der Arbeit verabschieden, der eine zu Pegida geht und der andere zur Gegendemo. Der Riss geht längst mitten durch Familien. Es wird gestritten wie selten zuvor – die ganze Woche über.

In den vergangenen Tagen jedoch hat der Kampf um Straße und Köpfe Dimensionen erreicht, die kaum noch zu fassen sind. Und das in kaum mehr als einer Woche. Erst die Terroranschläge in Paris, die wohl eine weitere Mobilisierung auslösten – mehr als 25.000 kamen am 12. Januar, 18.000 waren es noch in der Vorwoche. Dann der gewaltsame Tod von Khaled I., einem 20-jährigen Asylbewerber aus Afrika. Er wurde erstochen.

Doch obwohl das Tatmotiv noch völlig unklar ist, haben Flüchtlingsverbände ab Mittwoch lautstark ein fremdenfeindliches Klima in der Stadt kritisiert, das ihrer Meinung nach im direkten Zusammenhang mit den Pegida-Demos steht. Am Donnerstagabend haben rund 600 linksextreme Chaoten in Leipzig randaliert – aus Rache am Tod von Khaled I.

Schließlich, Freitag, abstrakte Warnungen vor islamistischen Terroranschlägen für Bahnhöfe in Dresden und Berlin. Und nun am Wochenende die von der Polizei als ernst zu nehmend eingeschätzte Morddrohung gegenüber Lutz Bachmann, 41-jähriger Mitinitiator und Pegida-Frontmann.

Die Polizei untersagte per Allgemeinverfügung alle öffentlichen Kundgebungen in der Stadt. In Dresden blieb es in der Nacht vergleichsweise ruhig. Nur wenige Hundert kamen zum Theaterplatz, viele Autofahrer hupten aus Protest oder Solidarität, wie es Pegida sich gewünscht hatte.

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57 Kommentare zu "Pegida in Dresden: Die gespaltene Stadt"

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  • "Durch Dresden geht ein Riss – die Pegida-Bewegung spaltet die Gesellschaft."

    Und IHR, die Medien seid "überrascht", das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit leidet ?

    Wer denkt sich so einen durchschaubaren Artikel aus ?

    Ich bin kein Pegida-Anhänger, aber auch kein Gegner, aber was man bisher aus den Medien "erfährt", nicht alle aber zu viele, ist fragwürdig und durchsichtig.

    Kurzum, IHR seid parteiisch und das ist fatal !

    Wer gibt dem Chefredakteur im Hintergrund Anweisungen, wie berichtet wird ?

  • @Herr Philipp Greulich

    - Wer hat euch denn das recht verliehen in Deutschland zu Leben. ... -

    Weil ich hier geboren bin und auch meine Vorfahren in jedem Fall bis 1600. Deshalb lege ich auch Wert auf unsere Kultur und lasse sie mir nicht von "Linken Autonomen" beschmutzen.

    Wenn Sie jetzt fragen, wer meinen Vorvorfahren das Recht verliehen hat, dann weiß ich, welcher Fakultät Sie angehören.

    Sie sollten aber davon ausgehen, dass Sie in gar nicht so ferner Zeit, sehr hart, vielleicht auch geschockt, aus Ihrem Schlummer-Schlaf erwachen werden.

  • Das gefährliche an Pegida ist doch, dass die Leute, die dort mitlaufen nur zu einem geingen Teil was gegen Ausländer haben. Die meisten haben Wut auf die Politik! Sehen sie sich mal die Studie an, die letze Woche veröffentlicht wurde. Sie entspricht auch dem Bild, welches man beim Lesen der Plakate gewinnen kann.
    Und da wird es für unsere Machthaber schon gefährlich.

  • @ elly müller

    Ihre Analyse o.K.
    Wir können nicht alle Flüchtlinge aufnehmen!

    Aber wer profitiert an der Armut in Afrika? Warum wird der afrikanische Markt mit hochsubventionierten landwirtschaftlichen Waren überschwemmt? Wer subventioniert die Waren und wer streicht die Gewinne ein? Letztere sollten dann auch für die Flüchtlinge zahlen!

    Wer lieferte anfangs Waffen an die Taliban in Afghanistan im Kampf gegen die Russen? Wer zerstörte die Strukturen in der arabischen Welt(z.B.Irak)?

    Und wenn in Deutschland alles marode ist - wo ist das Geld hin? Wie hat sich die Einkommensverteilung entwickelt? Wer könnte etwas dagegen tun?

  • @ Frau Andrea Merker

    "Sie haben eine linke Faschisten Einstellung,"

    Das ist doch echt wieder ein geistiger Tiefpunkt hier im Forum!

    .....

  • Wer wirklich eine Gefahr für die Machthaber ist, das haben sie doch kürzlich bei der MP-Wahl in Thüringen gesehen: Da waren sich ALLE einig, das ein Linker als MP gar nicht geht, Gauck, Merkel allen haben sie gewettert. Problem war nämlich, dass sie ihre Stasi-Keule wie bei Gysi zzu jeder Wahl nicht herausholen konnten! Dort ist die Gefahr für die Politik.
    Henkel, Lucke von der AfD sind große Freunde der Wirtschaft - haben ein Leben lang nur die Interessen der Reichen vertreten - da droht für unsere Machthaber keine Gefahr. Die Linken sind ein Problem.

  • @ Herr Thomas Münzer
    Aber sie haben schon mitbekommen, dass Deutschland Polen überfallen hat, dass Deutschland dann fast ganz Europa überfallen und terrorisiert hat. Dass 20 Mio Russen ermordet worden, 8Mio Menschen in Deutschen KZ umgebracht wurden.

    Und sie wissen sicher auch wer daran gut verdiente? Kleiner Tipp: es waren keine polnischen Unternehmen! Die deutschen Profiteure befinden sich z.T. heute noch in Abwicklung! 70 Jahre nach Ende des Krieges - so lange dauert das bei uns.
    Also kommen sie bitte nicht mit den alten Legenden. Die Deutschen haben den Krieg angefangen - und niemand anders. Und sie haben die vielen Mio Toten zu verantworten.

  • Dresden hat doch seinen genossenschaftlichen Besitz an solches Finanzgesinde verscherbelt- war dafür kurze Zeit schuldenfrei. Und ist nun wieder - wie die meisten Städte - verschuldet.
    Der Markt funktioniert im Bereich Wohnungsbau in Deutschland nicht - siehe München, Hamburg. Die Wohnungspreise explodieren.

    Wie funktioniert der Wohnungsmarkt z.B. in Wien??? Intelligente Politik über Jahrzehnte hat dort dafür gesorgt, dass sich der Wohnungsbestand zum großen Teil in genossenschaftlicher Hand befindet. Die Mietpreise sind moderat, die Bürger können in der Stadt leben.

    Deutschland geht den umgekehrten Weg, wie die USA. Wo der hinführt sieht man in den Slums in der US-Großstädten. Dort leben die 100Mio US-Amerikaner, die auf Suppenküchen angewiesen sind. Dorthin kommen wir auch noch. Und alles nur, damit einige reiche Parasiten immer reicher werden.

  • @ Herr Johnny Ringo
    "Noch dämlicher geht es nicht. BILD, WELT, FAZ, Spiegel, Stern usw. sind bei Ihnen links. Sie sollten mal ihren Arzt konsultieren."

    So sehe ich das auch. Die SPD hat sich mit H4 von linken Ideen völlig verabschiedet, es wird mit der CDU nur noch wirtschaftskonforme Politik gemacht.

    Wenn man sich die Entscheidungen der letzten Jahre ansieht: Rentenkürzung, Aufgabe des paritätischen Finanzierungsprinzips der Krankenkassen, Steuersenkungen ausschließlich für Reiche bei gleichzeitigen Steuererhöhungen (MWst)und Abgaben für die Bürger - all dies sind Dinge, die asozial sind. Selbst der Mindestlohn kam nur zustande, weil die Linkspartei dieses Thema immer wieder propagierte.

    Es fehlt eine starke linke Kraft im Lande, die die Reichen wieder in die Finanzierung des Staates einbindet. Und wenn die Linken einen MP in Thüringen stellen, dann werden Gauck, Merkel & Co ausfällig, und verlassen den Boden der Demokratie.

  • Nachtrag
    Für Arbeitssklaven, Flüchtlingsstatus gibt es ja nicht, gilt selbstverständlich die Scharia. Wer in der Not stiehlt verliert defintiv einen Körperteil, manchmal werden so arme "Schweine" auch für Jahre im Gefängniss, ohne Prozess, vergessen.

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