Persönliche Erklärung Wulff räumt taktische Fehler ein

Nach weiteren Vorwürfen ändert der Bundespräsident die Strategie. Christian Wulff trennt sich vom langjährigen Sprecher und räumt einige taktische Fehler ein. Für einen Rücktritt sieht er jedoch keinen Grund.
Update: 22.12.2011 - 20:21 Uhr 96 Kommentare

Wulff zeigt Reue und will im Amt bleiben

BerlinBundespräsident Christian Wulff gibt sich zugleich kleinmütig und kämpferisch. In seiner ersten umfangreichen persönlichen Erklärung zur Kreditaffäre entschuldigt er sich zunächst. Er hätte Details über den umstrittenen Privatkredit für sein Einfamilienhaus früher offenlegen müssen. „Das war nicht gradlinig und das tut mir leid,“ sagte er am Donnerstag bei einem öffentlichen Auftritt in seinem Berliner Amtssitz zu seinem Umgang mit dem Kredit. „Ich sehe ein: Nicht alles, was juristisch rechtens ist, ist auch richtig“, sagte das Staatsoberhaupt weiter.

Doch dann stellt er klar, er wolle und werde sein Amt weiter „gewissenhaft“ ausüben. Dafür bitte er die Bürger um ihr Vertrauen.

Wörtlich sagte Wulff, er bedauere „die entstandenen Irritationen“. Er nehme alle Vorwürfe sehr ernst. Aber alle Auskünfte seien erteilt worden. Auch seine Ferienaufenthalte bei Freunden habe er offengelegt. Er habe über 250 Einzelfragen jeder Art beantwortet.

Der Auftritt steht für einen Wechsel der Verteidigungsstrategie des Präsidenten und sollte wie ein Befreiungsschlag aussehen - aber es war wohl nur ein weiterer Akt im Drama um den Bundespräsidenten und seine Finanzgeschäfte.

Am frühen Donnerstag Nachmittag war der öffentliche Druck zu groß geworden, Christian Wulff schritt zur Tat - und entließ zunächst seinen Sprecher und Vertrauten Olaf Glaeseker. Der war für die bisherige Strategie des Mauerns zuständig gewesen: Wulff hatte konsequent geschwiegen und alle Aussagen seinem Anwalt überlassen. Was für Unverständnis in der Öffentlichkeit und im Berliner Politikbetrieb sorgte. Das hatte nun auch Wulff erkannt, der Freund Glaeseker wurde zum Bauernopfer.

Unmittelbar nach der Entlassung schickte das Präsidialamt eine Meldung hinterher, mit der die neue Strategie gleich vollzogen wurde: Wulff werde eine persönliche Erklärung angeben.

Das wurde auch höchste Zeit. Denn seit über einer Woche sieht sich der Bundespräsident mit immer neuen Vorwürfen wegen eines Hausdarlehens konfrontiert, zu dem er noch während seiner Amtszeit als Ministerpräsident Niedersachsen nicht die ganze Wahrheit gesagt hatte. Seitdem kommen immer neue Details heraus, die ein merkwürdiges Licht auf Wulffs private Finanzgebaren werfen.

Bundespräsident Christian Wulff spricht am Donnerstag vor der Presse im Schloss Bellevue. Quelle: dpa

Bundespräsident Christian Wulff spricht am Donnerstag vor der Presse im Schloss Bellevue.

(Foto: dpa)

Auch am Donnerstag waren neue Details bekannt geworden. Nach Informationen des Spiegels kam Wulff 2010, als er einen Kredit für sein Haus aufnahm, die damit beauftragte BW-Bank, sehr weit entgegen. Wulff habe mit der BW-Bank keinen normalen Immobilienkredit abgeschlossen, sondern ein komplexes Finanzkonstrukt, um die 500.000 Euro aus dem Hause des Unternehmer-Ehepaars Geerkens zurückzahlen zu können.

Ein solches Konstrukt ist bei Unternehmen nicht unüblich, wohl aber bei der Finanzierung eines Eigenheims. Im Fall Wulff lagen die Zinsen um die Hälfte niedriger als bei der Immobilienfinanzierung von normalen Kunden. laut Spiegel vereinbarte die BW-Bank am 21. März 2010 mit Wulff einen Kredit-Rahmenvertrag über 520.000 Euro, der bis zum 31. Dezember 2024 laufen sollte.

Die Zinsen waren variabel und richteten sich nach dem Zinssatz, zu dem Banken am Geldmarkt Geld leihen können. Der Zins habe zwischen 0,9 und 2,1 Prozent gelegen, wie die Anwälte des Bundespräsidenten dem Spiegel bestätigten. Derartige Finanzierungen vermittelt die BW-Bank nur an „gehobene Privatkunden“, heißt es in einer Stellungnahme des Geldinstituts.

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96 Kommentare zu "Persönliche Erklärung: Wulff räumt taktische Fehler ein, bleibt aber im Amt"

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  • Kurzumfrage: War die Entschuldigung von Wulff am 22.12.11 ausreichend?

    Über den folgenden Lik geht es zur Umfrage:

    http://graph.me/p52682169/q

  • Genau so ist es! Herr Wulff, der Wolf im Schafspelz, hat eindeutig gegen bestehendes Recht verstoßen! Jeder kleinere Beamte hätte sofort ein Disziplinarverfahren wegen Vorteilnahme im Amt am Hals. Wulffs Handlungsweise ist also nicht nur nicht richtig, sondern auch nicht rechtens. Und der Hinweis, dass ihm Freundschaften wichtig sind, na diesen Spruch kennen wir ja von Kohl, sie sind anscheinend so wichtig, dass sie über dem Gesetzesbruch stehen...! Der verbilligte Kredit aus BaWü macht evident, wie Politik funktioniert, es ist ein einziges abgrundtiefes Desaster. Die CDU wird gut beraten sein, diesem Mann nicht vorbehaltslos den Rücken zu stärken, sie könnte sonst den Eindruck erwecken, zur Verschleierung einer Straftat beizutragen. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass die Affaire Wulff noch ein juristisches Nachspiel haben wird.
    Der Bundestag wird gut daran tun, sofort zu klären, welche Mandatsträger ein privates Darlehen haben...

  • Wir haben hier in Brasilien schon immer diese "Wulf's". Der Film laaeuft immer gleich ab: Niemals ihre eigene Schuld erkennen und im Amt bleiben.

  • Guten Tag,... Wenn der so weiter macht bekommt er bals Post aus Paris. Er wird zum Franzosen ernannt und ihm der Franzoesische Pass verliehen. Er erfuellt alle Voraussetzungen die den Froschfresser ausmachen. Korrupt, Luegen, Die eigenen Taschen fuellen, Geldgeschenke von Banken, Verbindung zu Wirtschaftskriminellen und glatt wie Chirac. Bienvenue en France, Pays de salauds et de fraudeurs. Ich besitze einen Franzoesischen Pass ( nebst einem anderen ). Der Wulff waere ein wuerdiger Vertreter dieser Nixmacher. Leute,... Ich bin nicht Deutscher;...a ber Ihr seid es;.... Schickt diesen Aal in die Wueste. Denkt an euern Ruf in der Welt. Ihr habt schon die Merkel und das ist weiss Gott kein Grund zum Angeben.Besten Dank

  • Als Politiker darf man keinen 'Gefaelligkeitskredit' annehmen. Wer das tut ist bestechlich. Diese Problematik der Sonderbehandlung ist bisher nicht ausreichend Thematisiert worden.

  • Entartete Konnexität

    Der Unterschied bei der Bewertung von Handlungen liegt nicht so sehr in der Sache als vielmeht in der Person Wulff und Merkel.

  • ... und warum die leute keinen neuen haben wollen,
    weil sie wohl instinktiv in ihrer ohnmacht spüren, der neue wird auch nicht besser sein, sie sparen sich den ehrensold von 200.000,-- plus plus plus für einen neuen betrüger
    ... das volk hat schon immer ein gutes gespür gehabt.

  • ... so wie sein backsteinhaus
    ... einfach nur durchschnitt
    ... oder einfach nur arsch
    und ein nasshauer, der sich einladen lässt
    so haben wir einen nasshauer als bundespräsident
    ob er überhaupt sein bier noch selbst bezahlt
    ein nasshauer
    nicht nur lügner und betrüger
    einfach arsch

  • Also ich finde das wunderbar.
    Unser geliebter Bundespräsident hat sich entschuldigt.
    Also Leute, das muss doch langen.
    Und das mit den besseren Konditionen bei der Bank, na klar, wenn „Ihr“ so blöde seid, nicht richtig mit der Bank zu verhandeln, dann kann man das doch nicht unserem geliebten Bundespräsidenten anlasten.
    Er hat eben hart – wie er ja immer ist – verhandelt und die Banken haben dem zugestimmt.
    Nicht weil er Wulff heißt, nein weil er eben clever ist.
    Also regt Euch nicht auf, wenn Ihr mal einen Bankkredit braucht, dann beruft Euch doch auf unseren Wulffi. Vielleicht gibt er ja ein neues Buch – selbst bezahlt – heraus, „Wie verhandele ich mit Banken ohne Hilfe von Freunden“
    Na und jetzt freuen wir uns doch auf die weihnachtlichen Verkündigungen – liebe Bundesbürger –
    Na herzliche Grüße aus Bayern – dem Land der guten Politiker –


  • Kredit für 0.9 % Zinsen von der Landesbank an beforzugte in Niedersachsen. Die Korruption kennt keine Grenzen, das ist das perverse an diesen " Volksvertretern" , Fette Maden passt da besser. Diese Parasiten sorgen ALLE ausschliesslich für Ihren eigenen Futtertrog. Diebstahl am Volk wurde durch die untätige und Korrupte Justiz legal gemacht und gedeckt und vom Grosskapital inzieniert.

    Die Presse sitzt mit im Boot dieser Mafia, berichtet nur in die Richtung, in welche der dumme Michel manipuliert werden soll, - Zeit zum Volksaufstand und Parasitenvernichtung durch die Strasse!

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