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Personalleiter Marcus Rieger „Mitarbeiter sind hochmotiviert, wenn sie spüren, dass sie etwas dazulernen können“

Personal-Geschäftsleiter Marcus Rieger organisiert beim Wursthersteller Kemper Nachhilfe für Angelernte und Azubis. Im Interview erklärt er, warum sich das auszahlt.
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„Es fehlen nicht nur Fachkräfte, sondern generell Arbeitskräfte.“ Quelle: Kemper
Personalleiter Marcus Rieger

„Es fehlen nicht nur Fachkräfte, sondern generell Arbeitskräfte.“

(Foto: Kemper)

BerlinMarcus Rieger hat Probleme, die freien Stellen beim Wursthersteller Kemper adäquat zu besetzen. Das liegt auch an Sprachbarrieren oder fehlendem technischen Verständnis.

Er folgt deshalb einem Trend: Unternehmen geben ihren angelernten Kräfte immer häufiger selbst Nachhilfe, zum Beispiel in Deutsch oder IT.

Herr Rieger, 30 Ihrer Mitarbeiter haben einen Kurs für einfache Computerkenntnisse besucht. Warum?
Unsere Produktion wird immer automatisierter, sodass auch die Mitarbeiter dort immer häufiger einen Computer bedienen müssen. Es gibt aber durchaus Menschen, die das, warum auch immer, noch nie gemacht haben – und daher große Hemmungen haben.

Wer hat sich den Kurs ausgedacht?
Die Initiative kam vom Bildungswerk der niedersächsischen Wirtschaft – das Thema konnten wir festlegen. Wir haben das gern aufgegriffen und den Betriebsrat eingebunden. Darauf haben sich sehr viele freiwillig gemeldet.

Überwiegend Migranten?
Keineswegs. Es waren vor allem Nicht-Migranten in der Altersgruppe von etwa 30 bis 50 Jahren. Generell beschäftigen wir viele Angelernte. Das sind häufig Kollegen, die nicht mehr in ihrem gelernten Beruf arbeiten und daher manchmal ein geringeres Selbstbewusstsein haben. Wir haben festgestellt, dass sie solche Angebote dankbar annehmen und auch voller Freude ihr Zertifikat in Empfang nehmen – und dass die Motivation deutlich steigt. Vor wenigen Tagen haben wir den zweiten Kursabschluss mit einem gemeinsamen Essen gefeiert.

Brauchen nur Angelernte Nachhilfe?
Nein, wir haben auch schon Azubis, die wir zum Fleischer oder zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik ausbilden, in einen Kurs geschickt, um Lücken im Lesen, Schreiben, Rechnen zu füllen. Sie merken dann, dass sie vielleicht in der Schule einiges verpasst haben, das aber nachholen können. Dass sie ja doch Deutsch und Mathematik können. Das tut ihnen unheimlich gut und erhöht die Chance, die Prüfung zu bestehen.

Was hat der Betrieb davon?
Die Mitarbeiter sind hochmotiviert, wenn sie spüren, dass auch sie etwas dazulernen können und wir ihnen dabei helfen. Sie sind danach durchaus in der Lage, auch mal eine Gruppe an der Verpackungslinie zu führen oder sich sogar weiter hochzuarbeiten. Und weil sich das herumspricht, werden wir als Arbeitgeber attraktiver. Das ist auch nötig, denn es fehlen eben nicht nur Fachkräfte, sondern generell Arbeitskräfte.

Herr Rieger, vielen Dank für das Gespräch.

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