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Peter Altmaier „Chinesen werden unsere Technik kaufen wollen“

Die Energiewende wirft Probleme auf – aber dennoch könnte der Steuerzahler noch aus ihr Profit schlagen. Darum ging es beim Deutschland-Dinner des Handelsblatts in Hamburg mit Umweltminister Peter Altmaier.
Update: 20.11.2012 - 09:25 Uhr 34 Kommentare
Peter Altmaier im Gespräch mit Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart. Quelle: Carsten Dammann

Peter Altmaier im Gespräch mit Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart.

(Foto: Carsten Dammann)

HamburgOscar Wilde hat einmal geschrieben „um seine Jugend wiederzuerlangen, muss man einfach nur die Fehler der Jugend wiederholen“. Um die Fehler der noch sehr jungen Energiewende ging es beim Deutschland-Dinner des Handelsblattes am Montagabend in Hamburg. Und darum, wie aus der Energiewende eine lukrative Altersvorsorge wird. Am Ende versprühte Bundesumweltminister Peter Altmaier vor allem eines: Optimismus.

Aber der Reihe nach: Im Hotel Intercontinental in Hamburg kamen rund 400 treue Handelsblatt-Abonnenten in den Genuss eines Abends mit Minister Altmaier. Nach Vorspeise und Hauptgang musste der sich nicht nur den Fragen von Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart stellen, sondern auch denen der Handelsblatt-Leser. Und die zielten vor allem auf die Versäumnisse bei der eiligen Energiewende ab: Was ist mit den Subventionen? Wer soll das bezahlen? Ist die Energiewende ein zweiter Berliner Flughafen? Und was ist da eigentlich für den Bürger drin außer Kosten?

„Ich will sie animieren, Optimist zu sein, denn die behalten recht,“ begann Steingart den Abend. Optimist muss man in diesen Tagen sein, kommen doch vor allem negative Meldungen zur Energiewende – angeblich treibt sie die Stromkosten in die Höhe und führt zu Stromausfällen, man liest von nicht angeschlossenen Windparks und der ungerechten Privilegierung von Industriebetrieben. „Sie sagen, das ist verrückt. Das ist nicht verrückt, das ist Politik“, sagte Steingart. Aber: „Am Ende wird alles gut. Und wenn nicht alles gut ist, dann war es noch nicht das Ende“, zitierte er Oscar Wilde.

„Sie waren ja eigentlich einmal Kernenergie-Befürworter“, frotzelte Steingart gegenüber Altmaier. Doch der wiegelte ab. Er habe ein „entspanntes Verhältnis zur Kernenergie“ gehabt und sei „weder Gegner noch Befürworter“ gewesen. Die Kanzlerin habe es richtig gemacht, als sie den Ausstieg aus der Atomenergie beschloss. „Das Thema Kernenergie hat politische Entscheidungen in der Energiepolitik am Ende gelähmt.“

Er lobte Deutschland als Vorreiter mit Vorbildcharakter: „Wenn die Energiewende gelingt und sie die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands verbessert, werden die Chinesen die Technik kaufen wollen.“

Spannende Gespräche, exquisites Essen
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Zum Deutschland-Dinner hatte das Handelsblatt ins Hamburger Interconti geladen. In stilvoller Umgebung...

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... gab es beim Sektempfang Zeit für erste Gespräche zwischen Prominenz aus Politik und Wirtschaft sowie den Lesern des Handelsblatts.

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380 Leser kamen, um ein exquisites Menü zu genießen – und interessanten Gesprächsrunden zu folgen.

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Angekündigt als notorischer Optimist hielt Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart nach der Vorspeise (es gab Hummerterrine) eine Rede „zur Lage der Nation“.

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Seinen Worten lauschten Torsten Lindau (Vice President Strategic Cooperations BP), Thomas Sigmund (stellv. Büroleiter Handelsblatt Berlin), Britta Kopfer (Head of Communications BP) und Jürgen Kupfer (Manager Supply & Logistics Air BP Northern & Central).

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Nach dem Hauptgang (Schwarzfederhuhn gefüllt mit Mozzarella und Antipasti) diskutierte Steingart mit Umweltminister Peter Altmaier zum Thema „Sonne, Wind und Energie - was die Energiewende für Deutschland bedeutet“. Das Gespräch war inhaltsreich - jedoch kein bisschen trocken. Von den Gästen gab es immer wieder Szenenapplaus. Seitenhiebe mussten die Grünen hinnehmen: „Es kann nicht sein, dass man jedes neue Windrad mit einer Girlande begrüßt, aber sich bei jeder Trasse in die Büsche schlägt.“

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Dr. Ruprecht Brandis (Director External Affairs BP Europa SE) und Andreas Wente (Vorsitzender der Geschäftsführung der Philips Deutschland GmbH) verfolgten aufmerksam die Podiumsdiskussion.

Altmaier räumte jedoch auch ein, dass so einige Fehler gemacht wurden. Stichwort Subventionen: Man habe den Fehler gemacht, nicht zu sagen, wann die Subventionen auslaufen. Aus diesem Grund habe er als erste Leistung seines Amtes das Erneuerbare-Energie-Gesetz geändert. Und auch die zahlreichen Ausnahmen für die Industrie in punkto Kosten der Energiewende sprach er an.

Momentan sei es so, dass ein Unternehmen, das Strom spare, anschließend mehr zahlen müsse, weil es nicht mehr von Vergünstigungen profitiere. „Ich werde das überprüfen lassen“, versprach er.

„Man kann an der Energiewende auch verdienen“
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34 Kommentare zu "Peter Altmaier: „Chinesen werden unsere Technik kaufen wollen“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Windmühlentechnik ist entwicklungstechnisch gesehen eine ausgelutschte Primitivtechnik oder Low-Tech. Die kann jedes Entwicklungsland konstruieren und bauen.

    Die tun das allerdings nicht, weil diese Low-Tech viel zu teuer ist, für das, was sie leistet.

  • Ein gelegentlicher Blick auf
    http://www.transparency.eex.com/de/
    bringt das ganze Ausmaß des Schwachsinns ans Tageslicht.

    Wegen des gesetzlichen Einspeisevoranges für Wind und Solar sind die angegebenen Werte das, was mit Ach und Krach erzeugt werden kann, während die Werte für die konventionellen Kraftwerke die trotz gesetzlich vorgeschriebener Drosselung erzeugte Leistung angeben.

  • Wovon träumt der denn?

    Die Chinesen werden die Technik einfach nachbauen, wie sie es immer gemacht haben.

  • Die Lösung liegt woanders aber die Politiker wollen immer nur der Industrie nach dem Mund reden. Rohstoffe schonen geht ganz anders. Man will nur nicht die Fragen die es wissen !

  • Herr Altmaier verspricht die ökologische Energiewende ohne Atomkraftwerke, Traumrenditen für Bürgerbeteiligungen bei niedrigen Strompreisen für Privathaushalte und Wirtschaft. Der Mann ist ein Genie! Aber leider glaube ich eher dass er sich nur versprochen hat...

  • @ Nachgedacht
    Ich kann leider nicht nachvollziehen, wo Sie in den Beiträgen eine objektive Betrachtung gefunden haben. Das gibt der Artikel über Altmaiers Gequatsche auch gar nicht her. Wenn Sie nachgedacht haben, wie wäre es dann, wenn Sie auf Ihre Fragen gleich mal ein paar Antworten mitgeliefert hätten oder ist der Denkprozess bisher ohne Erkenntnisse?! Zu Ihren Fragen:
    Der Subventionswahnsinn ist das Hauptbetätigungsfeld unserer Politiker und je mehr Subventionen fließen, umso wichtiger kommen die sich vor. Dabei verstricken wir uns zwar immer mehr in Ungereimtheiten, aber um diese zu verwalten haben wir ja wiederum unsere Politiker.
    Die Versicherung gegen die Risiken der Atomkraft ist etwas anders gelagert. Hier drückt sich die Energielobby vor den Kosten einer umfassenden Versicherung, indem Sie uns viel billigere Halluzinogene spendiert und gleich auch den Arzt/Politiker bezahlt, der das Rezept ausstellt. Es liegt aber an uns, das Zeug einzunehmen, indem wir Atomstrom nutzen oder nicht. Wir haben schließlich Alternativen. Die sind zwar etwas teurer, dafür um so vieles gesünder. Aber Otto Sparzwang kann gar nicht anders, als das billigste zu kaufen. Schließlich hat er ja nicht mehr viel übrig, nachdem die von ihn gewählten Politiker seine Steuern bei ihm abgeholt haben.
    Die Marktentwicklung bei den Energiepreisen wird das Problem wohl auch nicht lösen, dazu ist Energie ein zu beliebtes Thema bei unseren Politikern, so dass sie nie einen echten Markt für Energie zulassen werden, allenfalls einen Markt für Energiebeschaffer, aber nicht für den Verbraucher. Die Steuern und Abgaben auf Strom und Mineralöl beispielsweise sorgen schon dafür, dass der Markt für den Verbraucher zur Belanglosigkeit verkommt. Wenn Sie auf den Markt setzen, sollten Sie auf Alternativen zum Energieeinkauf setzen, wie beispielsweise Selbsterzeugung und Einsparung.

  • "Wenn die Energiewende gelingt und sie die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands verbessert, werden die Chinesen die Technik kaufen wollen.", Na wenn, vielleicht in 40 Jahren. Dazwischen werden sich die Chinesen weiter entwickelt (Solar, Wind und Atom) und Angies Energy-Wende längst vergessen haben. Ich träume auch immer vom Weihnachtsmann.....

  • @Nachgedacht
    Ihre Punkte sind wieder einmal typisch für eine ideologische Traumwelt.

    1. Was verstehen Sie unter Subventionen. Forschungskosten, Darlehen,Bürgschaften sind alles keine Subventionen. Es wurde übergends nicht nur in der Kernkrafttechnik geforscht sondern es wurde und wird auch sehr viel in der Nuklearmedizin (Krebsbekämpfung usw.) geforscht. Und hier fällt auch der Mengenmäßig größte Atomrestmüll an. Der auch in der Asse und anderen Standorten eingelagert wurde/wird.
    Das EEG verschafft den Erneuerbaren Energien eine staatlich grantierte Dauersubvention von mind. 20 Jahren zu einen weit überhöhten Marktpreis und dem Privilleg des Einspeisevorrangs. Das ist staatlich verordnete Dauersubvention von Windmühlen und Solarmodulen! Dies hat mit Martkwettbewerb und Wirtschaftlichkeit schon lange nichts mehr zu tun!

    2.Wann die Unwirtschftlichkeit für ein Produkt erreicht ist, dass entscheidet allein der Markt! Der Markt sieht auf Jahrhundert keine Knappheit von Oel,Gas (Fracking) vor. Auch bei der Braun und Steinkohle sind wir über hunderte von Jahren auf der sichern Seite. Und das Uran (Kernkraft) wird noch einige Jahrtausende zur Verfügung stehen. Wenn man die Kernkrafttechnik komplett zum Einsatz bringt. Darunter fällt auch das Wiederaufbereiten und nicht wie in Deutschland das Abschalten von Kernkraftwerken und das Endlagern von Uranbrennstoffwerten!
    Bezahlbares Allegemeingut = Kern-Kohle und Gaskraft
    Unbezahlbares Luxusgut = Erneuerbare Energien.
    Sie können wählen oder sollte ich sagen der Staat diktiert uns den Luxus...

  • Bei der so objektiven Betrachtung in den vorangegangenen Beitragen möchte ich mal folgende Fragen zur Wirtschaftlichkeitsbetrachtung in Erinnerung rufen:

    1. Subventionswahnsinn: Wenn eine Technologie und Ihre Gesamtkosten betrachtet wird, so wie hier mit den Erneuerbaren, wie war und ist das mit den fossilen Primärenergien und im Speziellen der Nuklearen??? Die Entwicklung der Kernreaktoren wurde auch maßgeblich aus dem Steuersäckel bezahlt, die Folgekosten der Endlagerung? Wo ist dieser bitte im Kilowattpreis einer nuklearen KW/h eingepreist? Wie ist es mit den Versicherungsverträgen die ein AKW-Betreiber abschließt? Die Haftungsumme ist gedeckelt und reicht bei einem Gau bei weitem nicht, ja da springt wieder der Vater Staat ein, würde die Deckelung aufgehoben würden alle AKW´s, aus betriebswirtschaftlichen Gründen, sofort vom Netz gehen....

    2. Die Kosten der Primärenergieträger werden sich in den nächsten Jahren/ Jahrzehnten weiter auf dem heutigen Niveau befinden? Wieso werden diese auch als endliche Energieträger bezeichnet? Tja es wird immer weniger fossile Energieträger vorhanden sein, die Preise werden steigen, denn die Marktwirtschaft kann sich dem Gesetz von Angebot und Nachfrage nicht entziehen.

    Wenn wir in der hiesigen Disskussion diese beiden Punkte nochmal berücksichtigen bin ich gespannt wie der Gedankenaustausch weiter verläuft. Das Eine oder das Andere... das wird es nicht ... es ist eine sinnvolle Kombination zu finden.

    In diesem Sinne einen fröhlichen steten Wandel... wohin wird sich zeigen

  • @ harry

    "Die Energiewende ist das fortschrittlichste
    Reformprogramm der Welt."

    Für wen?
    Den Institutionenkreis, der von der EEG-Umlage
    ausgenommen wurde, den kennen Sie doch sicherlich.

    Und wer speist ein und wer bezahlt?

    Wir erleben zur Zeit den fulminastesten Subventionsbrocken in der Geschichte der Bundesrepublik.

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