Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Petr Bystron AfD-Abgeordneter bei Schießübungen mit Rassisten – SPD ruft Verfassungsschutz zum Handeln auf

Die Teilnahme eines AfD-Abgeordneten an einem Schießtraining mit Rechtsextremisten in Südafrika sorgt für Alarmstimmung im Bundestag.
19.12.2018 - 15:24 Uhr Kommentieren
Der bayerische AfD-Bundestagsabgeordnete Bystron hatte auf einer Reise nach Südafrika die rechtsextreme Gruppe Suidlanders getroffen und ein gemeinsames Schießtraining absolviert. Quelle: dpa
Petr Byston

Der bayerische AfD-Bundestagsabgeordnete Bystron hatte auf einer Reise nach Südafrika die rechtsextreme Gruppe Suidlanders getroffen und ein gemeinsames Schießtraining absolviert.

(Foto: dpa)

Berlin Politiker von SPD, FDP und Grünen haben den AfD-Bundestagsabgeordneten Petr Bystron wegen dessen Teilnahme an einem Schießtraining mit einer rechtsextremen Organisation in Südafrika scharf kritisiert. Der stellvertretende Vorsitzende der Bundes-SPD, Ralf Stegner, rief gar den neuen Inlandsgeheimdienst-Chef Thomas Haldenwang indirekt zum Handeln auf.

„Wir müssen unsere Demokratie und unsere Grundwerte gegen die Feinde der Demokratie schützen“, sagte Stegner dem Handelsblatt. Das sei die Kernaufgabe des Verfassungsschutzes. „Ich hoffe, dass der neue Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz die rassistischen und militaristischen Bewegungen innerhalb der AfD genau beobachten wird.“

Die AfD sei eine rechtspopulistische Partei mit „engen“ Kontakten zur internationalen Rechten, die weltweit die Beeinflussung von Wahlen und demokratische Strukturen plane. „Das wissen wir spätestens seit den ausländischen Spenden an Alice Weidel.“

Der bayerische AfD-Bundestagsabgeordnete Bystron hatte auf einer Reise nach Südafrika die rechtsextreme Gruppe Suidlanders getroffen und ein gemeinsames Schießtraining absolviert. Die von ihm beantragte Dienstreise wurde vom Bundestag bezahlt. Entsprechende Informationen des ARD-Politikmagazin „Report Mainz“ bestätigte das Parlament auf Anfrage. „Der Bundestagspräsident hat die Einzeldienstreise auf der Grundlage des Antrags genehmigt“, teilte ein Sprecher mit. Zuvor habe der Auswärtige Ausschuss des Parlaments ein positives Votum zu dem Antrag abgegeben.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Bystron ist Obmann der AfD im Auswärtigen Ausschuss. Er bestätigte dem Magazin seine Teilnahme am Schießtraining. Die Suidlanders sind eine protestantisch inspirierte Vereinigung von Weißen mit einer Vorliebe für Waffen und rassistischer Tendenz. Vor seinem Einzug in den Bundestag war Bystron eine Zeit lang wegen Sympathiebekundungen für die rechtsextreme „Identitäre Bewegung“ vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtet worden.

    Auch von FDP und Grünen kam heftige Kritik. „Dass mit Steuermitteln ein Schießtraining mit einer zweifelhaften Organisation finanziert wird, ist politisch extrem fragwürdig“, sagte der FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki dem Handelsblatt. „Denn es stellt sich schon die Frage, was Herr Bystron mit seinen am Schießstand erworbenen Fähigkeiten für seine Arbeit im Bundestag gebrauchen kann.“

    Der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz wertet den Fall Bystron als weiteren Beleg für die rechtsradikale Entwicklung der AfD. „Der Damm zum Rechtsextremismus ist bei der AfD lange gebrochen“, sagte von Notz dem Handelsblatt. Als Beispiele nannte er etwa den Skandal um die rechtsextremen und antisemitischen Kontakte der schleswig-holsteinischen Landesvorsitzenden Doris von Sayn-Wittgenstein sowie die „unmittelbare Nähe“ von Mitarbeitern der AfD-Bundestagsfraktion zu der verfassungsfeindlichen „Identitären Bewegung“.

    Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, betonte von Notz. „Dabei spielt oft das Bild vom bevorstehenden Tag X und der Ablösung der bestehenden Ordnung eine große Rolle“, fügte der Grünen-Politiker hinzu. „Zynisch kann man sagen: Wenigstens machen weite Teile der AfD aus ihrer Ablehnung unseres Rechtsstaates kein Hehl mehr.“ In jedem Fall aber müsse eine wehrhafte Demokratie „auf solche unverhohlenen Drohungen deutliche Antworten finden“.

    FDP-Vize Kubicki forderte eine Reaktion der AfD zu Bystron. „Wenn die AfD überhaupt ein Interesse daran hat, als politische Kraft ernst genommen zu werden, dann sollte sie sich von solch dubiosen Vertretern größtmöglich distanzieren“, sagte er.

    Die AfD-Fraktion im Bundestag will sich den Fall Bystron näher anschauen. „Man wird in der nächsten Sitzung des Fraktionsvorstandes darüber sprechen müssen“, sagte Sprecher Christian Lüth.

    Startseite
    Mehr zu: Petr Bystron - AfD-Abgeordneter bei Schießübungen mit Rassisten – SPD ruft Verfassungsschutz zum Handeln auf
    0 Kommentare zu "Petr Bystron: AfD-Abgeordneter bei Schießübungen mit Rassisten – SPD ruft Verfassungsschutz zum Handeln auf"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%