„Pflege-Bahr“ Werbung für Pflegereform kostet 120 Millionen Euro

Mit einem Werbeetat von 120 Millionen Euro will die Bundesregierung auf die Pflegereform aufmerksam machen. Die Opposition kritisiert die hohen Kosten: Es werde eine Reform betrommelt, die kaum Veränderungen bringe.
11 Kommentare
Die Pflegereform bekommt einen Werbeetat von 120 Millionen Euro. Quelle: obs

Die Pflegereform bekommt einen Werbeetat von 120 Millionen Euro.

(Foto: obs)

BerlinDie Bundesregierung bewirbt ihre Anfang 2013 startende Pflegereform nach einem Bericht der „Ärzte Zeitung“ (Montag) mit einem Etat von rund 120 Millionen Euro. Das gehe aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der SPD-Fraktion hervor.

Die SPD-Politikerin Carola Reimann kritisierte in dem Blatt die hohen Kosten: „Mit viel Geld wird hier eine Reform betrommelt, die weder den Pflegebedürftigen noch deren Angehörigen substanzielle Verbesserungen bringt.“ Mit dem Geld werde lediglich ein Markt für ein neues Versicherungsprodukt vorbereitet.

Ein Kernelement der Pflegereform ist der sogenannte „Pflege-Bahr“, mit dem der Staat private Pflege-Zusatzversicherungen mit fünf Euro monatlich fördert. Der monatliche Mindestbeitrag für die Versicherten beträgt zehn Euro.

In ihrer Antwort schreibt die Regierung außerdem, dass über den Etat sämtliche Kosten der Kampagne „Pflege - darum kümmern wir uns“ gedeckt werden.

 
  • dpa
Startseite

11 Kommentare zu "„Pflege-Bahr“: Werbung für Pflegereform kostet 120 Millionen Euro"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der Pflege-Bahr ist genau so unredlich wie die Riester-Rente, von der nur die Versicherungen profitieren und nicht die zu pflegenden Menschen.
    Kein Mensch wird mit dieser Zusatzversicherung besser gepflegt werden, da Pflege ein personalintensives Arbeitsfeld ist.

    Diese 120 Millionen Euro für Werbung aus dem Fenster zu werfen, zugunsten der Versicherungen, ist eine Unverschämtheit.

    Dieses Geld könnte wesentlich besser in die Ausbildung von Hilfs- und Fachkräften investiert werden, denn noch immer müssen Altenpflegerinnen ihre Ausbildung selber bezahlen.

    Alten-und Pflegeheime, die an chronischem Fachpersonalmangel leiden und mit unausgebildeten Hilfskräften die alten Menschen versorgen, werden zwangsläufig zu Brutstätten von pflegerischer und medizinischer Gewalt werden, weil sie keine Ahnung von Pflege, Prophylaxe, Alterskrankheiten und psychischen Befindlichkeiten haben und auch so gut wie über keine menschliche Qualitäten verfügen wie Anstand und Respekt.

    Dieser neoliberale-neokonservative Drang, die Gesellschaft ins feudalistische Mittelalter zurück zu befördern, wird durch diesen Pflege-Bahr mehr als deutlich, weil die Pflege dadurch nicht besser wird. Wer anderes behauptet lügt.

  • Dann sollen die Rot-Grünen Ochsen was besseres vorschlagen, als nur immer dies Neiddebatte zu führen, jede heute begonnene Veränderung kann sich in 20-30 Jahren auszahlen, aber ist schon klar, jeder möchte was für sich und jetzt, was in der Zukunft passiert ist doch Egal, so lange es "mich" nicht trifft.

  • Dafür könnten 3 Jahre lang 1000 Pflegekräfte beschäftigt werden!

  • Wie üblich bei den es gebraucht wird, kommt nichts an.

  • Mit dem Geld werde lediglich ein Markt für ein neues Versicherungsprodukt vorbereitet
    So die SPD
    ------------------------------------
    Ja logisch. Es soll ja einen "Pflege-Bahr" geben eine private. Zusatzvers. ähnlich der unsinnigen Riesterrente.
    Das sind Versicherungen die nur der Vrs.-Wirtschaft nutzen aber nicht dem Bürger.
    Seit der Schröder-Regierung will offenbar jeder nichtsnutzige Politker sich mit eigenen Versicherungen die auch nach ihnen benannt werden, ein Denkmal setzen
    Nach der nächsten Bundestagwahl, wenn die FDP rausfliegt, wird Bahr dann wohl, genau wie Riester, für die Vers.-Wirtschaft tätig werden
    Nur sollte die SPD, wenn sie jetzt kritisiert, nicht vergessen, dass sie selbst diesen Unsinn begonnen haben

  • plumpe wahlwerbung für die gelbschwarzen gegen die todgrünen.

    gestreckt reichen die 120 mio locker bis mitte 9/13

  • ...genau so ist das !! Vicario spricht mir aus dem Herzen.
    Die FDP bedient mal wieder ihr Klientel - die Partei ist der größte Selbstbedienungsladen für Werbefirmen, Zahnärzte, Apotheker, Hotels und...und.. Diese Partei muss aus der politischen Landschaft Deutschlands verschwinden, spätesten 2014 !

  • Wieder mal paradox: Es geht um die Stützung der privaten Versicherungen, um sonst nichts. Für die Menschen bedeutet es Unsicherheit und kaum Ertrag. Die Gelder für die Werbefuzzis hätte man besser direkt in die gesetzliche Pflegeversicherung integriert, das wäre etwas vernünftiger gewesen. Wieder einmal Lobbypolitik, die die Bürger nicht gewählt haben. Und darum ist es gut, dass die FDP 2013 endlich in der Versenkung verschwindet.

  • IST doch EGAL !! NICHTS ZUFALL !!! WERDEN WISSEN wer VERDIENT und was ihnen VERSPROCHEN . NUR EIGENE SOZIALLEITER doch alle diese IM KOPF .
    Opposition HAT man wohl NICHTS VERSPROCHEN , NUR DESHALB JAMMERN und VERSPRECHEN sich WAS VON .
    WÄHLER SPIELT LOTTERIE UND GEWINNT IMMER GEGEN sich . EGAL WELCHER KORB der VOLKSparteien (?) .

    Gott
    Frank Frädrich
    EIN Original .
    SOUVERÄN .

  • Politiker können nicht sparen. Politikern ist es ein Dorn im Auge, wenn andere sparen, z.B. die Krankenkassen.
    Die Praxisgebühr sollte die Menschen letztendlich veranlassen, Gesundheitsvorsorge zu betreiben. Das Motto lautete: "Nichts ist umsonst, auch die Gesundheit nicht."
    Um dem Volks zu gefallen und wegen der Wahlen, wurde diese Gebühr fallen gelassen.
    Jetzt wird stattdessen die Gesundheitsvorsorge stärker subventioniert. Ja, wenn's hilft, dann ist es ja ok.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%