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Pflegeheim-Report Babyboomer fordern Pflegebranche heraus: 4,4 Millionen Bedürftige 2040 erwartet

Bis 2040 sind laut RWI-Institut mehr als 100 Milliarden Euro Investitionen in Heime nötig. Außerdem ergibt sich eine große Pfleger-Personallücke.
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Pflege: So fordern Babyboomer die Pflegebranche heraus Quelle: imago/Panthermedia
Pflegebedarf steigt

Die Zahl Pflegebedürftiger könnte sich von aktuell 3,4 Millionen Menschen auf 4,4 Millionen im Jahr 2030 und fünf Millionen im Jahr 2040 erhöhen.

(Foto: imago/Panthermedia)

Frankfurt Die Generation der Babyboomer altert und wird die Pflegebranche künftig vor große Herausforderungen stellen. Die Zahl der Pflegebedürftigen soll sich von aktuell 3,4 Millionen Menschen auf 4,4 Millionen in 2030 und fünf Millionen in 2040 erhöhen, so die Prognose des neuen Pflegeheim-Rating-Reports des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung. „Die steigende Zahl an Pflegebedürftigen erfordert mehr Personal und Kapital“, sagt RWI-Gesundheitsexpertin Dörte Heger, Hauptautorin des Reports.

Die Studie wird am heutigen Mittwoch auf der Health-Tagung vorgestellt, die das Handelsblatt gemeinsam mit HIMSS, dem weltweit führenden Verband für Digitalisierung im Gesundheitswesen, in Berlin veranstaltet.

Das Thema Fachkräftemangel in der Pflegebranche ist viel diskutiert, verschiedene Initiativen und Gesetze wurden bereits initiiert, um die Situation zu verbessern. Aber dennoch bleibt der Personalmangel laut RWI-Expertin Heger die wohl größte Herausforderung der Branche, denn die Zahl der Pflegebedürftigen wächst schneller als die der verfügbaren Fachkräfte.

Bis 2040 werden bis zu 396.000 zusätzliche Pflegekräfte im stationären Bereich benötigt sowie bis zu 209.000 in der ambulanten Pflege. Nach Ansicht von Heger müsse verstärkt über eine differenziertere Aufgabenverteilung nach Qualifikationsniveau, mehr Ausbildung und den Einsatz arbeitssparender Technologien nachgedacht werden.

Aber auch das Thema, eine Pflegebedürftigkeit zu verzögern, müsste viel konsequenter angegangen werden, findet Studien-Mitautor Sebastian Krolop, Vorstandsmitglied bei HIMSS. „Wir müssen der Prävention und der Vermeidung von Pflege viel mehr Beachtung schenken.

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Die Menschen wollen ja auch am liebsten im eigenen Zuhause alt werden. Insofern müssten Angebote, die das unterstützen, konsequent ausgebaut werden – insbesondere auch mit Blick auf die vielen technischen Unterstützungsmöglichkeiten – von Notruf- und Überwachungssystemen bis hin zu Sturzprophylaxe und Ähnlichem“, sagt er.

Viele Heimplätze nötig

Neben mehr Personal braucht die Branche vor allem mehr Kapital, um die nötigen Betreuungsplätze zu schaffen. Würde der bisherige Status quo fortgeschrieben, müssten bis 2040 zusätzliche 378.000 stationäre Pflegeplätze geschaffen werden. Die erforderlichen Neu- und Reinvestitionen beliefen sich auf 109 Milliarden Euro.

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„In jedem Fall ist neben öffentlichem und freigemeinnützigem Kapital auch privates Kapital notwendig, um den hohen Bedarf an Neu- und Reinvestitionen in der Pflegebranche zu finanzieren“, sagt Heger. Privaten Investoren seien neben einer risikogerechten Verzinsung aber auch Handlungsspielräume für unternehmerische Tätigkeit und Planungssicherheit wichtig.

Eine hohe Regulierungsdichte dagegen schreckt sie eher ab. „Heimgesetze sollten deshalb so schlank wie möglich gestaltet sein und beispielsweise keine Vorgaben zur Heimgröße oder zum Anteil der Ein-Bett-Zimmer enthalten“, sagt die Branchenexpertin.

Aktuell geht es der rund 53 Milliarden Euro schweren Pflegebranche in Deutschland relativ gut. Die Insolvenzgefahr ist deutlich niedriger als beispielsweise im Krankenhausbereich. Nur vier Prozent der Heime sind aktuell insolvenzgefährdet, zeigen die Analysen der Jahresabschlüsse 2016 und 2017 von rund 1.800 Pflegeheimen. Allerdings steigt der Kostendruck von Jahr zu Jahr.

Mehr: Während die Babyboomer vor allem in der Pflege für Engpässe sorgen könnten, ist ein Durchschlagen auf die Wirtschaftskraft keineswegs sicher. Das zeigt eine neue Studie.

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