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Pisa, Bildung und die OECD Fast jeder fünfte Schüler versagt bei leichten Aufgaben

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Woran es in Deutschland noch hapert

In der deutschen Bildungspolitik ist einiges seit dem „PISA-Schock“ geschehen: Die Kultusministerkonferenz der 16 Bundesländer beschloss 2010 eine „Förderstrategie“ - mit dem Ziel, Leistungsschwächere so zu pushen, „dass der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die am Ende ihres Bildungsgangs ein Mindestniveau der Kompetenzentwicklung nicht erreichen, wesentlich reduziert wird“.

Nach einer Zwischenbilanz von 2013 erreichten gut fünf Prozent der Neuntklässler in Mathe nicht die Mindeststandards für den Hauptschulabschluss. Die Zahl der Schüler ohne Abschluss wurde nicht wie 2006 geplant halbiert, sei aber „deutlich gesunken“, hieß es. „Ein ganzes Maßnahmenbündel“ habe seit 2003 dazu geführt, dass es in Deutschland weniger Schulversager gebe, meint auch „PISA-Papst“ Schleicher.

Was nach der Test-Pleite vor 15 Jahren geschah, „kann sich sehen lassen, zumindest für die ersten Jahre“, so Schleicher: Mehr Bildung schon in den Kitas, mehr Ganztagsschulen, eine früher einsetzende „Leistungsdiagnostik“ für Schüler, bundesweite Bildungsstandards, bessere Lehrer-Ausbildung. Hinzu komme eine stärkere Förderung von Migranten - diese Erkenntnisse sind gerade auch mit Blick auf den Andrang von Flüchtlingen ins deutsche Bildungssystem wichtig.

Von dauerhaften Reform-Schwung kann aber keine Rede sein. Und nach wie vor hapert es bei der Bildungschancen-Gerechtigkeit: Der soziale Hintergrund eines Kindes bestimmt im hohen Maße das Risiko von krassem Schulversagen, „das ist woanders geringer ausgeprägt“, sagt Schleicher. Die OECD-Spitzenränge seien für Deutschland trotz aller Fortschritte noch weit weg. Besonders die chinesische Großregion Schanghai oder Singapur könnten als Vorbilder dienen: „Denen gelingt es, die besten Köpfe für den Lehrerberuf zu gewinnen.“ So würden Defizite auch bei Risikoschülern mit einem schwierigen sozialen Hintergrund spürbar minimiert.
Schwache Schulleistungen seien „nicht das Ergebnis eines einzelnen Risikofaktors, sondern einer Kombination von mehreren Hindernissen und Benachteiligungen“, so das Fazit der OECD-Studie. Daher gebe es auch mehrere Stellschrauben: Schleicher nannte frühkindliche Bildung (statt staatlicher „Prämien“ für deren Verhinderung), eine frühe Leistungsdiagnostik, verbindliche Bildungsstandards, mehr Ganztagsschulen, intensivere Aus- und Weiterbildung für Lehrer.

  • dpa
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8 Kommentare zu "Pisa, Bildung und die OECD: Fast jeder fünfte Schüler versagt bei leichten Aufgaben"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hallo Herr Spiegel, da muss ich schmunzeln. Ich hatte einen Abi-Durchschnitt von 1,4, habe einen Dr. in Chemie und nie einen Job als Chemiker bekommen. In den 90ern brauchte man keine Ingenieure und Naturwissenschaftler, weshalb es danach einen Einbruch bei den Studentenzahlen gab. Dumme Politiker und Journalisten faseln aufgrund dieses Schweinezyklus von Fachkraeftemangel. Naja, diesen Bloedsinn entlarvt jeder halbwegs intelligente Mensch.
    Heute arbeite ich freiberuflich als Unternehmensberater. Ich verdiene zwar sehr gut, gebe aber ueber die Haelfte an den Staat ab, damit Beamte fruehzeitig in den geschenkten Ruhestand gehen sollen.
    Wenn sich Bildung in Deutschland wieder lohnt, werden die Kids auch wieder besser gebildet sein. Wir muessen nur weg vom Sozialismus.

  • Wer einmal lügt dem glaubt man nicht...

    auch wem man dann die Wahrheit spricht !

    ALSO wer will seine eigene oder Fremde Kinder in Europa heute sagen dass sich LEISTUNG in Europa für die Zukunft lohnt ???

  • Na denn Herzlichen Glückwunsch!

  • "dank Kita etc. beschäftigen sich Profis mit der frühkindlichen Erziehung."

    Verbesserungsvorschlag: "dank Kita etc. beschäftigen sich Profis mit der POLITISCH GEWOLLTEN (grünen) frühkindlichen Erziehung."

  • "soziale Hintergrund eines Jugendlichen hierzulande ein entscheidender Risikofaktor"
    Um es deutlich auszusprechen: Die Erziehung incl. Vorbildfunktion ist wichtig! Nicht ob genügend Geld für Bildung vorhanden ist. Was im Elternhaus versäumt wurde, lässt sich in der Schule nicht nachholen.

    Aber in diesen Zeiten ist Logik eher tabu. Selbst 40-jährige unausgebildete Einwanderer mutieren zu einem Gewinn für die Gesellschaft. Sie lernen flugs eine Fremdsprache, machen schnell die mittlere Reife nach und stehen nach 4 Jahren dem Arbeitsmarkt als Diplomingenieur zur Verfügung.

  • Woran es hapert ist nicht die verstärkte Förderung von "Problemschülern", sondern die mangelhafte Förderung von leistungswilligen Schülern. Was sind "Problemschüler"? Im Rückblick auf die "antiautoritäte Welle" vor 40 Jahren waren Lehrer damit beschäftigt, den Schülern sozial-verträgliches Verhalten beizubringen. Eigentlich Aufgabe der Eltern. Wie sagte mein Referendarbetreuer vor 40 Jahren:
    "Schüler sollten erzogen in die Schule kommen"! - Aber das schaffen wir heute, denn dank Kita etc. beschäftigen sich Profis mit der frühkindlichen Erziehung.

  • Ein Land, in dem "Elite" ein Schimpfwort ist, kann da nicht besser abschneiden. Die Kultur ist an der Wurzel faul. Das hat mich schon vor dreißig Jahren vertrieben, und ich habe es keine Millisekunde bereut.

  • Na und, ich habe auch nur den Hauptschulabschluß und bin sogar zweimal sitzen geblieben.
    Hat trotzdem für den mittleren Beamtendienst gereicht, und mit 58 ist Feierabend.

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