Pläne des Intendanten Deutsche Welle soll Anti-Putin-Sender werden

Deutschland macht Front gegen Wladimir Putin. Dazu soll der aus Steuern finanzierte Auslandssender Deutsche Welle in Stellung gebracht werden. Die Pläne von Intendant Peter Limbourg sind nicht unumstritten.
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Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle: Umstrittene Reformpläne.

Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle: Umstrittene Reformpläne.

BerlinDas Vorhaben des Intendanten des Fernsehsenders Deutsche Welle, Peter Limbourg, der Propaganda des russischen Präsidenten Wladimir Putin künftig stärker Paroli zu bieten, stößt in der Großen Koalition auf ein geteiltes Echo. Er begrüße Limbourgs Forderung nach einem Ausbau der Fähigkeiten der Deutschen Welle. „Wir erleben eine internationale Desinformationskampagne durch Putin und müssen mit medialer Aufklärung dagegenhalten“, sagte der Obmann der Unions-Bundestagsfraktion im Auswärtigen Ausschuss, Roderich Kieswetter (CDU), dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Eine gestärkte Deutsche Welle kann wirksamer Informationen und Signale der Unterstützung an die Menschen in Osteuropa senden, auch an die dort lebenden Millionen Auslandsrussen.“

Die Chefhaushälter von Union und SPD, Norbert Barthle (CDU) und Johannes Kahrs, äußerten sich zurückhaltend zu der Aussage Limbourgs, dass die Deutsche Welle zusätzliche Mittel brauche, um zum englischsprachigen russischen Staatssender „Russia Today“ eine Alternative zu schaffen. „Wir haben die Mittel für die Deutsche Welle bereits dieses Jahr erhöht. Ob eine weitere Erhöhung möglich ist, wird sich in den Haushaltsberatungen erweisen“, sagte Barthle dem Handelsblatt.

Auch Kahrs wies darauf hin, dass der Haushaltsausschuss den Sender aus dem laufenden Haushalt bereits „massiv“ unterstützt habe. Darüber hinaus sei für strukturelle Verbesserungen des Haushalts der Deutschen Welle das Bundesfinanzministerium zuständig. Kritisch sieht Kahrs die Stoßrichtung der Limbourg-Pläne. „Von Propaganda halte ich nicht viel“, sagte der SPD-Politiker. „Die Darstellung unserer werte halte ich für ebenso selbstverständlich wie die tarifgerechte Bezahlung der Mitarbeiter der Deutschen Welle.“

Der Grünen-Haushälter Tobias Lindner warnte Limbourg davor, die Deutsche Welle für Anti-Putin-Propaganda zu instrumentalisieren. „Die Deutsche Welle darf nicht als Instrument in einem vermeintlichen Propaganda-Kampf gegen Putin missbraucht werden“, sagte Lindner dem Handelsblatt. Wichtig sei aber eine „starke“ journalistische unabhängige Stimme deutscher Auslandsmedien. „Vor diesem Hintergrund braucht es natürlich eine adäquate Finanzausstattung der Deutschen Welle“, so Lindner.

Limbourg hatte der Wochenzeitung „Die Zeit“ gesagt, er wolle „Putins Propaganda endlich Paroli bieten“ und die Deutsche Welle dafür zu einem internationalen Informationssender ausbauen.

Putin versuche seit Jahren massiv die Weltöffentlichkeit mit „Russia Today“ zu beeinflussen und für sich zu gewinnen, sagte der Intendant. Es herrsche „eine Auseinandersetzung der Werte“ auf allen Ebenen.

Limbourg will deshalb die Deutsche Welle umbauen und einen englischsprachigen TV-Kanal als Flaggschiff etablieren. „Ich möchte, dass die Deutsche Welle erfolgreich für unsere Werte eintreten kann, und das kann sie nur, wenn sie möglichst weit verbreitet ist.“ Dabei hoffe er auf die Unterstützung der Regierung. „Unsere Werte in der Welt zu vertreten ist eine nationale Aufgabe“, hob Limbourg hervor.

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18 Kommentare zu "Pläne des Intendanten: Deutsche Welle soll Anti-Putin-Sender werden"

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  • Es sind nicht nur "einfachen" Gemüter und auch nicht nur im Spessart. Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass auch intelligente Menschen in meinem Großstadt - Umfeld durchaus empfänglich für die massenhafte Propaganda in den öffentlich-rechtlichen Kanälen sind. Und auch nicht wenige. Das macht diese Prosa ja auch so gefährlich - kling alles sehr glaubwürdig und bietet gleichzeitig den Anreiz "einfache" Lösungen zu finden.

  • „Unsere Werte in der Welt zu vertreten ist eine nationale Aufgabe“, hob Limbourg hervor.

    Da habe ich noch eine besser Idee. Wie wäre es wenn die von der CDU/CSU und SPD durch die GEZ gefütterten Kaufjournalisten etwas für die Aufrechterhaltung der Deutschen Werte in Deutschland tun?

    Scharia, Kopftücher, Burka, Ehrenmorde, Terrortouristen, etc. sind weniger mit unseren Deutschen Werten vereinbar als die nationalen Bestrebungen der Russen.

  • Es ist haarsträubend zu beobachten, das Deutschland, angeblich ein Land der Demokratie und Gerechtigkeit dermaßen zum Propagandasprachrohr wird. Lügen, Falschmeldungen, Bilder, die nicht stimmen, und tendenziöse Berichterstattung - das ist die Realität. Ich bin gespannt, wann und ob überhaupt über unsere Medien die ersten Berichte über Massengräber in der Ostukraine und über Hinrichtungen von Zivilisten durch die Ukrainische Armee kommen. Darüber wird vermutlich in Deutschland und natürlich vor allem in den USA geschwiegen. Passt halt nicht ins politische Konzept. Mittlerweile ist die Art wie Deutschland mit diesem Konflikt umgeht einfach nur ekelerregend.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Schon wieder will Deutschland gegen Rusland kämpfen und verlieren!
    Warum weigern wir uns den Islam zu bekämpfen? Sollen alle Deutsche sterben, die nicht dem Islam gehorchen, wie der Islam es will? Wieso führen unsere Politiker den Befehl aus: "Tötet Andrsgläubige" (die nicht an den Islam glauben????

  • @Herr Guenther Schemutat- Sie haben so Recht. Wie wird das in Deutschland so weiter gehen. Armes Deutschland, genauso ist es.

  • Mit ARD und ZDF hat der Einheitsbrei in Berlin doch schon zwei Propagandasender die auch noch schön manipulieren. Jetzt die Deutsche Welle noch zu mißbrauchen zeugt davon, dass man Putin längst überholt hat Propagandamässig. Schuld sind wir Deutschen Bürger selber ,wir haben schon längst vor Berlin kapituliert und wer
    kapituliert hat, den kann man Bedingungen aufdiktieren.

    Armes Deutschland .

  • alles richtig nur war das schon vor jahren absehbar
    da trat z.b. auch diese zeitung,
    dehnen die den engen kontakt zwischen russischen oligarchen und deutschen politniks widersprachen, entgegen und hat damals dieses gegenwärtige szenario als schwarzmalerei abgetan.

    keine zu enge verpflechtung, mit niemanden, dann brauchst du auch nur geringe rücksicht nehmen

    Staatsreserven sollten staatsreserven bleiben, und nicht der kontrolle fremder mächte ausgeliefert werden(erdgasspeicher)

    putin und seine hintermänner wollen eines

    ALLES

    das müssen sie finanzieren ,
    aber nicht mit unserem geld
    wenn wir sie nicht reich machen
    können Sie nicht so rummotzen

    handel ja
    aber mit augenmaß
    aber auch unsere eigene wirtschaft stärken
    produktvielfalt(z.b. erdgas aus windkraft und fäulniss)
    vor abhängigkeit aus russischen pipelines

  • ...zensur mit ansage? Ich glaube ich spinne. Was ist denn dann das nächste Thema welches durch die Medien "gesteuert". Hat da jemand nicht begriffen worum es beim Journalismus geht? Haben wir nicht schon genug schmierblätter in Deutschland? Und das auch noch mit meinem Geld. Ist das der öffentliche Auftrag für den wir zahlen?
    Das ist wirklich die Höhe, das ist billigster kneipenpopulismus, ein echtes Armutszeugnis, das Thema rechtfertigt keineswegs die mittel. Pfui

  • Als ehemaliger DDR-Bürger haben Sie diese wichtige Erkenntnis den "Wessis" voraus:
    Selbst in einer veritablen Diktatur konnte man Sie nicht dazu zwingen, sich beispielsweise den Sudel-Ede reinzuziehn.
    Ja, Leute: Was ärgert Ihr Euch über den Propagandadreck des Staatsfunks? Einfach nicht mehr einschalten!!! Wenn sich NIEMAND mehr den Müll antun würde, dann hätte er auch exakt NULL Wirkung - da könnten sie die Zwangsabgabe auch noch verzehnfachen!
    Die Mehrheit schaut ihn sich aber immer noch gern und freiwillig an - aber wenn sich Zuschauer/Zuhörer das auch noch antun, nur um sich zu ärgern, dann ist das letztendlich eine Form von Masochismus.
    Im Übrigen gilt für alle Staatsmedien Folgendes:
    "Aussenpolitisch dienen Massenmedien der Politik als Propagandainstrumente, um deren Feinderklärungen regelmässig abzusegnen. Innenpolitisch sind sie das Mittel zur «Herstellung von Konsens».
    Nachrichten, die die Bevölkerung verunsichern könnten, werden unterdrückt oder zumindest so abgemildert, dass an der prinzipiell wohlwollenden Einstellung der politischen Führung kein Zweifel aufkommt.
    Verbrechen des «Feindes» werden akribisch beleuchtet, während eigene Untaten in das milde Licht der Nachsicht getaucht werden.
    Kritik ist nicht verboten, aber ihre Grenzen sind eng gezogen, denn die Medien verstehen sich nicht als Gegner, sondern, gerade in aussenpolitischer Hinsicht, als Partner der Regierung." (Noam Chomsky)

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