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Pläne gegen Steuerprivilegien „Plumper Populismus“ – Präsident der Familienunternehmer kritisiert neuen SPD-Chef scharf

Reinhold von Eben-Worlée weist die Forderung von Norbert Walter-Borjans nach einer stärken Besteuerung von Spitzenverdienern und Firmen-Erben zurück.
17.12.2019 - 08:54 Uhr 3 Kommentare
Der neue SPD-Chef will Unternehmens-Erben stärker besteuern. Quelle: dpa
Walter-Borjans

Der neue SPD-Chef will Unternehmens-Erben stärker besteuern.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Reinhold von Eben-Worlée, der Präsident des Verbandes Die Familienunternehmer, hat die neue SPD-Führung scharf kritisiert. „Norbert Walter-Borjans geriert sich als personifizierter politischer Anachronismus“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Der neue SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hatte zuvor gefordert, die Steuern für Spitzenverdiener zu erhöhen und die Steuerprivilegien für Unternehmens-Erben zu streichen.

Von Eben-Worlée hält dies angesichts der schwachen Konjunktur für falsch. „Die Vorschläge Walter-Borjans’ wirken wie Brandbeschleuniger in die Zeiten globalwirtschaftlicher Schwelbrände, die zu einer noch schnelleren Deindustrialisierung Deutschlands führen würden“, sagte er. „Man muss schon die Sozialismus-Brille des britischen Wahlverlierers Jeremy Corbyn aufhaben, um das als volkswirtschaftlich sinnvoll zu verkaufen.“

Aus seiner Sicht gebe es viele gute Gründe, Unternehmenserben nicht weiter steuerlich zu belasten. Die Sonderregelungen für Betriebsentwicklung seien damals von SPD-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück eingeführt worden. Diese jetzt infrage zu stellen, sei „plumper SPD-Populismus“, sagte Eben-Worlée. „Noch so ein Interview, und wir werden die CDU/CSU dazu auffordern müssen, lieber als Minderheitsregierung weiterzumachen.“

Walter-Borjans hatte im Interview mit dem RND gesagt: Bei Spitzenverdienern sei es angemessen, wenn der Staat knapp die Hälfte ihres Einkommens einbehielte. „Wer als Single 750.000 Euro im Jahr verdient, wird nicht arm, wenn er die Hälfte seines Gehaltes zur Finanzierung unseres Gemeinwesens abgeben muss.“

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    Außerdem erklärte der neue SPD-Chef: „Es gibt keinen Grund, warum ein hohes Erbe nicht versteuert werden soll. Das gilt auch für vererbte Unternehmen. Viele Argumente für die Ausnahmen überzeugen mich nicht. Mit jeder Ausnahme und jedem Sondersachverhalt ist in der Vergangenheit Schindluder getrieben worden - zu Lasten der Allgemeinheit“, sagte er. „Der Staat sollte auch bei Unternehmenserbschaften die Steuer nicht erlassen, sondern betriebsfreundlich strecken.“

    Mehr: Die Kritik an der Bonpflicht für Einzelhändler ist groß, SPD-Chef Walter-Borjans verteidigt sie jedoch.

    • rot
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    3 Kommentare zu "Pläne gegen Steuerprivilegien: „Plumper Populismus“ – Präsident der Familienunternehmer kritisiert neuen SPD-Chef scharf"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Was haben hohe Steuern und das besteuern von bereits besteuertem Vermögen mit Gerechtigkeit zu tun, lieber Herr Pella?
      Die Denke eines "Kirchenlehrers, zumal mehr als 1.600 Jahre alt, sollten für uns heutzutage kein Maßstab sein, oder?
      Kirchenlehrer haben ihren Untertanen auch lange erzählt, dass die Erde eine Scheibe ist.

    • Auf die Aufforderung an die CDU/CSU zur Bildung einer Minderheitsregierung bin ich gespannt, die machen sich dann, aus Angst vor der Mindeheitsregierung, in die Wäsche.

    • Herr von Eben-Worlee sollte an die eigene Nase fassen und überlegen, wer wohl hier
      "plumpen Populismus" betreibt?
      Zitat:
      Was anderes sind also Reiche, wenn Ihnen Gerechtigkeit fehlt,
      als große Räuberbanden?
      Augustinus von Hippo, sehr großer Kirchenlehrer, ca. 400 n. Chr.

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