Politbarometer Für die Deutschen ist Wulff ein beschädigter Präsident

Die Kredit- und Medienaffäre hat Bundespräsident Christian Wulff geschadet. Wie sehr, wird nun in einer aktuellen Umfrage deutlich. Demnach glaubt die Mehrheit der Deutschen, dass ihr Präsident dauerhaft beschädigt ist.
21 Kommentare
Bundespräsident Christian Wulff und seine Frau Bettina besteigen ein Flugzeug. Wie die Kredit- und Medienaffäre ausgehen wird, ist noch nicht raus. Quelle: dapd

Bundespräsident Christian Wulff und seine Frau Bettina besteigen ein Flugzeug. Wie die Kredit- und Medienaffäre ausgehen wird, ist noch nicht raus.

(Foto: dapd)

BerlinFast drei Viertel der Bürger halten Bundespräsident Christian Wulff durch seine Kredit- und Medienaffäre für dauerhaft beschädigt. Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer sind 72 Prozent der Befragten dieser Ansicht. Dennoch sprechen sich in der repräsentativen Umfrage 50 Prozent für seinen Verbleib im Amt aus, 44 Prozent sind für seinen Rücktritt.

CDU-Generalsekretär Herrmann Gröhe bekräftigte am Freitag noch einmal seine Unterstützung für Wulff. Dem Sender NDR Info sagte Gröhe, es sei nicht leicht, nach den letzen Wochen erschüttertes Vertrauen zurückzugewinnen. „Ich traue es ihm zu und wünsche es ihm von Herzen. Ich glaube auch, dass es gut für unser Land wäre, und dass viele in unserem Land sagen, dass er eine zweite Chance verdient.“

Die „Bild“-Zeitung berichtete am Freitag über eine Urlaubsreise Wulffs in die USA im April 2007. Danach sollen der damalige niedersächsische Ministerpräsident, seine heutige Ehefrau Bettina und deren Sohn während des Rückfluges von Miami nach Frankfurt ein Upgrade von der Economy-Class in die Business-Class erhalten haben. Für dieses Upgrade hätte Wulff laut „Bild“ 210.000 Bonusmeilen verrechnen müssen, die er hätte privat erworben haben müssen. Dies entspräche über 400 Economy-Flügen von Hannover nach München.

Im Streit um die Offenlegung von Medienanfragen an den Bundespräsidenten und seine Anwälte sind erste Zeitungen mit umfangreichen Veröffentlichungen vorgeprescht. Die Springer-Blätter „Die Welt“ und „Welt am Sonntag“ stellten am Donnerstagabend ihren umfangreichen Fragenkatalog sowie die Antworten von Wulffs Anwälten und der BW-Bank, die Wulff bei seiner umstrittenen Hausfinanzierung half, in das Internet. In einer Erklärung hieß es, die Zeitungen machten von ihrem Recht am eigenen Wort Gebrauch.

Wulff kommt nicht aus der Kritik
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

21 Kommentare zu "Politbarometer: Für die Deutschen ist Wulff ein beschädigter Präsident"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Springer & Co. brauchen Auflage und dafür machen die notfalls jeden fertig, incl. langfristig ihre eigene Reputation.
    Momentan ist die Kampagne zum Selbstläufer geworden, ein Traum für die redaktionellen Drahtzieher und Verlagseigner.
    Arbeitsschema: Erst mal jeden Dreck raushaun und sich dann die Bälle blind gegenseitig zuspielen, siehe Bonus-Miles 150.000 (obwohl juristisch völlig irrelevant !!!), irgendwas wird schon klebenbleiben.

    Allerdings haben auch schon viele die Nase von der Hetzjagd voll (siehe Umfrage) und die Stimmung kippt (außer bei einigen einschlägigen defätistischen Foristen hier und anderswo.....), langfristig gewinnt da keiner!

    Wulff war ex ante dritte Wahl, aber wer jetzt einen Heiligen als Präsidenten reklamiert, sollte mal mit dem Pabst reden...

  • @Willlie
    ja aufpassen ;-)
    wir reden hier von verschiedenen Fällen
    - beim Air Berlin Fall hat er die (so weit ich erinnere Größenordnung) 3500€ nach Bekanntwerden und Disku in Presse nachgezahlt/ausgeglichen und auf gnadenlos dumm gemacht - war doch meine Frau, habe es doch so gar nicht gewußt etc. das war kein Bonusmeilenfall.
    - der Mann ist Serientäter
    - und hat damals alles zugegeben, öffentlich, Entschuldigung tralla
    - das reicht ja bei Korruption im Amt für die dummen Lemminge in Berlin
    - in dem jetzt diskutierte Fall warten wir die Spitze der Märchenstunde erst mal ab
    - leider traurig wie wenige heute noch Korruption überhaupt erkennen in dieser Bananenrepublik

  • @Schurl55

    Zur Aufklärung (selber gut Aufpassen macht schlau ... :-) ): Die 150.000 Miles für den Upgrade stammen aus Privatflügen, right??

  • Es wird Zeit!
    Brauchen wir einen Mann, der Selbstgerecht ist und an dem
    alles abperlt wie Wasser vom Enten....
    Der spekuliert (Das Stahlgewitter ist in einem Jahr vorbei)
    soll heißen: die können mich alle mal....
    Nein! Ich denke es gibt mit Sicherheit Personen die geeigneter sind
    das Amt des Bundespräsidenten auszufülllen als Herr Wulff.
    Sein Rücktritt ist schon lange überfällig.

  • @willlie
    "Neuester Akt : Der Hinweis eines denuntiatorischen Wichtigtuers bei einem Wulff-Flug, der einen rechtswidrigen "Upgrade" beobachtet haben will."

    Wenn das für Sie ein neuer Akt ist haben Sie wohl ein paar Jahre im Tiefschlaf verbracht.
    Der upgrade Air Berlin ist eigentlich eines der Kernthemen.
    Auf ausdrückliche Veranlassung des Vorsitzenden der airline (nicht Boden-/Bordpersonal) veranlasst an einen MP der im Zweifel mit über Nachtflugverbot o.ä. entscheidet und als Selbstverständlichkeit angenommen.
    - das ist Korruption in Reinkultur und verstößt eindeutig gegen das Minitergesetz
    - das dies nicht verfolgt wurde läßt tief blicken wo die weisungsgebunden handelnde Staatsanwaltschaft in diesem Land zu Hause ist
    - Der MP hätte aus seinem Amt entfernt werden MÜSSEN und in einem Rechtsstaat niemals BP werden können/dürfen
    - dann wäre uns das ganze Theater erspart geblieben
    - alle anderen jetzt diskutierten Dinge bestätigen doch nur den damals bereits bekannten "Charakter"
    - der war verbrannt bevor er überhaupt im Amt war
    - insoweit sind manche Diskussionen lächerlich, aber in DE muss es wohl erst hinterher aufgearbeitet werden, aufgeklärte Menschen wußten es vorher

    und wer behauptet das update sei normal und könnte doch jeder haben ist noch viel weiter von jeder Realität entfernt (ich bin Vielflieger)

  • Wenn man das alles so genau mit dem Bundespräsidenten
    nimmt, dann sollte man lieber einmal der ehrenwerten
    Gesellschaft in der EZB auf die Finger hauen die ge-
    rade im Moment das deutsche Volksvermögen im Namen
    der EU und insbesonders von Italien verschleudert.
    Anscheinend ist die Summe entscheidend, so daß man
    sich ab einer bestimmten Höhe nicht mehr darüber auf-
    zuregen braucht.

  • Die Presse, insbesondere die Blöd-Zeitung ist sicher nicht weniger beschädigt als Angies Pudel.
    Einfach nur wiederlich und ekeleregend diese Schreiberlinge.

  • Wenn das Sprichwort stimmt, dass jeder eine Leiche im Keller hat, dann ist der gesamte Bundestag ein eiziges Leichenschauhaus.

  • Mediendreck? Kampagne? Sorry, aber so ein Blödsinn.

    Bei Wulff sind einfach zu viele Fragen offen. Statt der versprochenen Veröffentlichung der Antworten durch seine Anwälte gabs, mal wieder, NIX. Wortbruch von ihm. Auch mal wieder.
    ...und solange Fragen offen sind haken die Medien ein. Das ist GUT und richtig so. Dafür sind die da.

    Kampagne, armer Williee, kennen Sie die Bedeutung dieses Wortes überhaupt? Ich glaube kaum an einen Schulterschluß, ein koordiniertes Vorgehen, von Springer und Spiegel. Das nun wirklich nicht.

  • Ein beschädigter BP ist mir lieber als dies nervtötende Gutdünkerei, die ein neuer Persil-weiss-BP an den Tag legen müsste als ätzende Vorbildgestalt für die Deutschen - von den Ex-Alliierten verordnet - damit die Deutschen nicht umgehend wieder in die Nazi-Barbarei verfallen sollen.

    Spart euch das Geld und den Persil-weiss-BP, beachtet sowieso keiner mehr. Ist nur peinlich, im Ausland so einen deutschen Gruss-August herumschwirren zu haben ohne Inhalt.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%