Politischer Aschermittwoch Stoiber ist wieder da

Danach hat sich die Union lange gesehnt: Ein wortgewaltiger Politiker, der die deutsche Seele streichelt und Deutschlands Führungsrolle in Europa lobt. Stoiber feiert ein Comeback - ganz im Dienst einer großen Sache.
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Der politische Aschermittwoch

PassauDer Applaus für Horst Seehofer ist noch nicht verstummt, da branden in der Passauer Dreiländerhalle die ersten Sprechchöre auf: „Edmund! Edmund!“, rufen die rund 4000 Menschen an ihren Biertischen. Schilder schnellen in die Höhe: „Stoiber Superstar“, steht darauf. Dann tritt Stoiber ans Pult. „Ich kann festhalten: Die Südkurve, sie steht!“, ruft der bekennende Bayernfan Stoiber zurück. Die Masse johlt. Im Hintergrund wehen die bayerische Flagge, die deutsche und die der CSU. Das Sternenbanner der EU fehlt. Aber Stoiber steht hier auch nicht als EU-Beauftragter zum Bürokratieabbau. Der Ehrenvorsitzende der Europa-kritischen CSU testet heute seine Fähigkeit, noch einmal als Wahlkämpfer aufzutreten.

Stoiber zieht alle Register, feiert die CSU, Bayern, Deutschland. Aber am Ende konzentriert er die Heimatliebe auf einen einzigen Punkt, auf Europa. Deutschland müsse alles tun, um Europa in seiner jetzigen Form vor dem Auseinanderbrechen in der Finanzkrise retten - und nur Deutschland sei dazu in der Lage. "Angela Merkel ist Deutschland. Und Deutschland ist die Leadnation Europas." Stoiber betont, dass dies immer noch ein schwieriges Thema sei, aber nur Deutschland habe die wirtschaftliche Kraft und die politische Stabilität, Europa durch die Krise zu steuern.

Darauf haben Deutschlands gebeutelte Konservative lange gewartet. Der SPD, die Parteichef Sigmar Gabriel und den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude aufgeboten hat, stellt er an diesem politischen Aschermittwoch 2012 ohne Mühe in den Schatten.

Edmund Stoiber redet wie in seinen besten Zeiten. Nein, besser noch. Entspannt und locker steht er da oben, ohne den Druck, der ihn früher als Ministerpräsident quälte. Kein „Äh“, kein Stocken. Da oben steht ein souveräner, ein befreiter Stoiber. Einer, der kämpfen will für die CSU – im Landtagswahlkampf 2013, wenn es gegen die SPD und deren Spitzenkandidaten, den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude geht.

„Europa ist fragil - aber Merkel macht das hervorragend“
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30 Kommentare zu "Politischer Aschermittwoch: Stoiber ist wieder da"

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  • @debrasseur: Wenn zu später Stunde das Gehirn vernebelt ist und man lieber polemisiert statt zu argumentieren, sollte man sich seiner Kommentare besser enthalten. Recherchieren Sie mal, dann werden Sie sehen, dass die von mir genannten Fakten stimmen. Die Zeiten des parteilichen Setzkastenbewusstseins sind vorbei, auch wenn die platten abendlichen Talkshows das von Zwangsabgaben lebende Staatsfernsehen beherrschen, in dem die ständig Gleichen nur auf die Atempause des Anderen warten, um ihren vorgefertigten parteilichen Quark abzusondern, statt die Argumente der Andersdenkenden interessiert auf überraschend Richtiges abzuklopfen. Gegen Zeiten, in denen Köche und Friseure zu ethischen Instanzen stilisiert werden und das historische Bewusstsein gegen Null tendiert, sollte man vielleicht mal damit beginnen, zumindest die selbst erlebte Vergangenheit aufzuarbeiten und an positive Entwicklungsstränge anzuknüpfen. Wenn das auch der Bayernkurier fordert und sich engagiert für nachhaltige Formen des Wirtschaftens einsetzt, sollte ich ihn wohl endlich mal lesen.

  • Noch ein Skandal braucht Deutschland nicht,oder doch.

  • @atinak, Mir kommen die Tränen, zwar noch zu später Stunde. Jetzt bin ich richtig fertig und hoffe bald einzuschlafen. Diese Lobhudelei, die kann kein wacher Mann ertragen. Wo haben Sie denn das bewegt, etwa mit copy & right vom Bayernkurier???

  • Für alle uninformierten Vulgärmarxisten hier: Stoiber hat auf genial geschickte Weise mit den Strauß-Seilschaften aufgeräumt und sich dadurch im rechten Lager zahlreiche Feinde gemacht. Außerdem hat er als einziger Ministerpräsident in Form seines "Umweltpakts Bayern" für eine kluge, unbürokratische Umsetzung der Implementierung des Umweltschutzes als unternehmerische Querschnittsfunktion und dadurch für ein starkes Umweltbewusstsein in bayerischen Unternehmen gesorgt, dass sich auf zahlreiche bayerische Gemeinden ausgeweitet hat, die inzwischen z.B. eine zukunftsweisende autonome Energieversorgung eingerichtet haben. - Ganz im Gegensatz zu der von Rot-Grün und leider inzwischen auch von Schwarz-Gelb verfochtenen mörderischen Gigantomanie umweltvernichtender Riesenoffshorewindparks und durch ihre Gigantomanie nachhaltig umweltvernichtender Erdwärmenutzung (und das auch idiotischerweise zur Energiegewinnung!) mitten in bayerischen Naturschutzgebieten. Mit Stoiber wäre das nicht möglich gewesen. Und last not least und nur Wenigen bekannt: Stoiber ist die Verankerung des Tierschutzes in die Verfassung zu verdanken, indem er damals, als er Kanzlerkandidat wurde, sein ganzes politisches Gewicht in die Waagschale geworfen hat, um den Tierschutz in der bayerischen Verfassung zu verankern. Auch das hat viel böses Blut bei den Massentierhaltern und der Pharmaindustrie erzeugt. Zudem hat er Bayern ökonomisch auf Vordermann gebracht und für eine frühe Gewaltbekämpfung auf allen Ebenen und eine erstklassige Bildungspolitik gesorgt. Mit ihm hätten wir einen rhetorisch ungeschickten, aber sachkundigen Kanzler.

  • Meine Fresse, du läufst ja nicht mehr ganz rund im Kopf, Rainer.
    Versuch es mal in den Gelben Seiten unter Seelenklemptner!

  • @VivaLa...
    Seh ich auch so. Ich war jahrelang Nichtwähler und werde jetzt zum Protestwähler. Ich werde wohl aber eher Partei der Vernunft wählen. ABer egal. Hauptsache wir wählen nicht mehr SPD CDU CSU FDP Grüne. NPD liegt mir nicht. Linke sind mir zu DDR-lastig. Wulff war ein klassisches Beispiel dafür, dass die etablierten Parteien sich über die Jahre immer mehr rausgenommen haben. Dadurch, dass es nie eine Partei zur absoluten Mehrheit schafft, haben wir immer mit Koalitionsgeschacher zu tun. Am Ende ist es völlig egal, wen man gewählt hat. Die etablierten Parteien reichen sich untereinander den Futternapf weiter und machen was sie wollen. Hauptsache das Stimmvieh hat sein Kreuzchen gemacht. Danach gibt es Rentenkürzung, Mehrwertsteuererhöhung und und und. Wählt Protest!!! Weg mit den Etablierten!!

  • Nö ne, wie war das noch - nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selbst...

    Nach allem was dieser Schmalspurpolitiker mit seiner unsäglichen Fachkompetenz angestellt hat wäre er wieder genau der Richtige für Bayern. Dann gibt´s dort auch mehr Frauen, mehr Oberbayern und weniger Franken in der Politik.

    Glückwunsch Bayern.

  • ..das wird sich noch weisen! Das "dumme Stimmvieh" kapiert die Lage erst, wenn es zu spät ist zu wählen.

    Die Piraten sind nur eine Möglichkeit, sich glimpflich von vielen "Abnickern" und "überbezahlten Marionetten" ab zu grenzen.

    Jedenfalls hat dies nicht mit Chaoten zu tun.

    Chaoten wählen oft garnicht oder wählen gleich die Gewalt.

    Was wählen Sie, wenn Alles am Boden liegt?

    Herr Stoiber ist ein Blender und Populist, genauso wie Strauß & Co.

    Schauen Sie, bevor Sie auf Geschichte hinweisen, Alle besser einmal die Flick-Doku von Arte, Hitler-Aufstieg des Bösen oder die ARD Triologie zu dem Verbrecher Albert Stein. Andere Quellen wärem zudem Bücher wie "Vom Gelde, Valuta, Währungsnot" von dem Bänker Argentarius aus dem Jahre 1921.

    Das könnte jedem helfen, welcher des Lesens und Denkens mächtig ist.

  • "Angela Merkel ist Deutschland. Und Deutschland ist die Leadnation Europas."

    Das erste würde ich so nicht unterschreiben. Und das zweite ist nichts worauf wir stolz sein können. Ich glaube da gibt es kein Land in Europa, das will, dass wir der Führer sind. Ich als deutscher Politiker würde mich schämen sowas laut raus zu posaunen. Hochmut kommt vor dem Fall!!!

  • @Muenchner
    "Bayern hat...die niedrigsten Migrantenanteile,..."

    Darf man das sagen? Oh, da wäre ich vorsichtig. Da der Verfassungsschutz in letzter Zeit auf dem rechten Auge ein bisschen blind war, hat man ja jetzt ein Komitee gegründet. Da wollen die doch alles besser machen. Und Migranten gehören doch dazu. Je mehr, desto liebenswürdiger und lebenswerter wird unser glückliches Zusammensein. Lasst uns in den Armen liegen und einen frohlockenden Reigen tanzen. Die Bayern sind aber auch ein lustiges Volk. Die dürfen alles sagen. Wir hier in NRW dürfen das nicht. Wir sind dann nämlich Nazis.

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