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Politisches Erbe Kohl will Nachlass an Stiftung geben

Was wird aus dem Nachlass Helmut Kohls? Dem Altkanzler schwebt eine Stiftung vor, wie sein Anwalt sagt - Details noch offen. Im Streit um aufgezeichnete Gespräche mit seinem Ex-Biografen legt Kohl nach.
13.10.2014 - 18:25 Uhr 10 Kommentare
Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU): Werden seine Dokumente in eine Stiftung überführt? Quelle: dpa

Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU): Werden seine Dokumente in eine Stiftung überführt?

(Foto: dpa)

Berlin Altkanzler Helmut Kohl (CDU) will seinen politischen Nachlass einer Stiftung überlassen. Das kündigte der Anwalt und Vertraute des 84-Jährigen, Stephan Holthoff-Pförtner, an. Kohl und seine Ehefrau Maike Kohl-Richter hätten ihm gesagt, es bestehe „überhaupt kein Zweifel, dass die Verwaltung über das geistige politische Erbe Historiker bekommen. Es soll eine Stiftung sein.“ Das sagte der Anwalt am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Günther Jauch“. Kohl will unterdessen die Herausgabe aller Kopien und Abschriften der Tonbänder von Gesprächen mit seinem Ex-Ghostwriter Heribert Schwan erzwingen. Eine entsprechende Klage ging beim Landgericht Köln ein.

Kohls Ehefrau erhebe keine Ansprüche auf den Nachlass, berichtete Holthoff-Pförtner in der Fernsehsendung. „Frau Richter hat mir ausdrücklich gesagt, sie will es nicht, und sie kann es nicht.“ Wie eine Stiftungslösung für Unterlagen und Aufzeichnungen Kohls aussehen könnte, war unklar. Bei der Bundesregierung gibt es vorerst keine Planungen für eine Bundesstiftung, wie ihr Sprecher Steffen Seibert am Montag sagte. Er bekräftigte, dass solche vom Bund finanzierten Stiftungen wie etwa für Ex-Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) nicht zu Lebzeiten der jeweiligen Persönlichkeit initiiert worden seien.

„Merkel konnte ja nicht mit Messer und Gabel essen“
Keine Manieren
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„Frau Merkel konnte ja nicht richtig mit Messer und Gabel essen. Sie lungerte bei den Staatsessen herum, so dass ich sie mehrfach zur Ordnung rufen musst.“

Zitat aus dem „Spiegel“

(Foto: Reuters)
Diese und weitere Zitate hat Heribert Schwan an die Öffentlichkeit gegeben
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Kohls Ghostwriter verfasste die Memoiren des Altbundeskanzler, die unter dem Titel „Kanzler der Einheit“ erschienen sind. Von 2001 bis 2002 zeichnete der WDR-Journalist die Gespräche mit Kohl auf – in 105 Sitzungen kam er auf über 600 Stunden Material. In den Gesprächsprotokollen soll Kohl deutliche Worte für seine Parteifreunde gefunden haben, Schwan veröffentlicht einen Teil der Gesprächsprotokolle in seinem Band „Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle“. Das Nachrichtenmagazin der „Spiegel“ zitiert daraus vorab in seiner aktuellen Ausgabe.

(Foto: dpa)
Friedrich Merz und Angela Merkel im Bundestag 2000:
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Über die beiden soll Kohl gesagt haben „Die Merkel hat keine Ahnung, und der Fraktionsvorsitzende ist ein politisches Kleinkind.“

(Foto: ap)
Ein Verräter und eine Null
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„Das ist ein ganz großer Verräter. Gleichzeitig ist er auch eine Null.“

Das soll Kohl in den Gesprächen mit dem WDR-Journalisten Schwan über den Ex-Bundespräsidenten Wulff gesagt haben.

(Foto: ap)
Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler
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Kohl soll seinen damaligen Generalsekretär Geißler als „hinterfotzig“ bezeichnet haben – ebenso wie Arbeitsminister Norbert Blüm und Finanzminister Gerhard Stoltenberg. Die Partei habe Kohl in Freunde und Feinde eingeteilt, schwarz und weiß, etwas dazwischen habe es kaum gegeben.

(Foto: Imago)
Altbundeskanzler Kohl und sein damaliger Sozialminister Norbert Blüm
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So harmonisch wie in diesem Foto 1997 war das Verhältnis offenbar nicht. „Da muss bei Blüm das Wort rein: Verräter. In irgendeiner Form“, so Kohl. In den Memoiren hieß es schließlich, es sei falsch gewesen, bis zum Ende an Blüm als Minister festzuhalten. Und: „Im Lichte der Ereignisse frage ich mich heute, wie ich mich so in seinem Charakter täuschen konnte.“

(Foto: ap)
Norbert Blüm, hier beim CDU-Bundesparteitag im Jahr 2000
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Der ehemalige Sozialminister wollte nicht inhaltlich auf Kohls Tirade eingehen: „Auf dem Niveau diskutiere ich nicht“, sagte er dem Handelsblatt (Dienstagsausgabe).

(Foto: ap)

Der Streit um Kohls Nachlass hatte sich erneut daran entzündet, was mit Aufzeichnungen von gut 600 Stunden Gesprächen zwischen Kohl und Schwan geschehen soll. Kohl hatte die Zusammenarbeit aufgekündigt. Schwan veröffentlichte basierend darauf aber trotzdem das Buch „Vermächtnis. Die Kohl-Protolle“. Wie ein Kölner Gerichtssprecher am Montag sagte, stellte Kohl nun auch zwei Anträge auf Einstweilige Verfügung gegen Schwan und die Verlagsgruppe Random House. Darin geht es um Unterlassung zahlreicher Äußerungen in dem Buch.

Schwan will eine Kopie der Aufzeichnungen nur dem Bundesarchiv geben. Er wolle dessen Präsidenten anrufen und vorschlagen, „dass ich eine Kopie der Gespräche dem Bundesarchiv überlasse“, sagte Schwan in der ARD-Sendung. Originalbänder sollen mittlerweile teils gelöscht worden sein. „Ich habe von Löschungen gehört, ja“, sagte Holthoff-Pförtner. Schwan hatte Kohl 2001 und 2002 befragt und dies aufgenommen. Ziel war die Veröffentlichung von Kohls Memoiren. Schwan musste die Bänder nach einem Gerichtsstreit zurückgeben.

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    10 Kommentare zu "Politisches Erbe: Kohl will Nachlass an Stiftung geben"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Pfui, Sie denken doch nichts Böses über Birne?

    • Vor 15.06.2014 stand doch in den Zeitungen, dass KOhls Frau "ungewöhnlich viel Bargeld" eingezahlt hatte (Geldwäschegesetz der Banken).

      http://www.welt.de/politik/deutschland/article129082103/Sechsstellige-Betraege-in-bar-eingezahlt.html

      Na, dämmerts ????

    • Klagen in Deutschland ist Zeitverschwendung.

      Die Richter sind von SPD/CDU ausgwählt - der ganze deutsche Rechtsstaat EINE FARCE.

      "Meinungsforschung", "Politikwissenschaftler", "STaatsrechtler", "Stiftungen als NGO's", "GEZ-TV", "System-Presse" das ist der Speckmantel mit dem wir deutschen ausgeplündert, belogen und manipuliert werden.

    • "Stiftungen" und "Foundations" weltweit, Bill-Gates-Foundation Clinton-Foundation Bilderberger Council of Foraign Relations == das ist ein Schattennetzwerk das die Welt beherrscht.

      Das Geld liefern Bloomberg, Goldman Sachs, Reiche und die Notenbanken für dieses NGO-Netzwerk, das "Privat-Politik weltweit" macht hin zu einer monopolaren Welt (New World Order).

      Die Menscen dabei sind nur gleicheiige Lemminge.

    • Woher der Kohl so viel Geld, ich nehme an, wir reden nicht über ein paar Tasuend EUR

    • Was denn sonst oder meinen Sie die sind für Sie da.

    • Im Parlament sitzen nur "Handhochheber" und ausserhalb veranstalten NGO's "Politik und Geschehen".

      Ist das Demokratie ?? Oder ist das ein "Beherrschungs-Netzwerk von oben" ??

    • Macht nichts,war klar

    • ... meinte SPD-Friedrich-Ebert-Stiftung ... Schreibfehler

    • Eine neue NGO "Kohl-Stiftung" - wie CDU-Konrad-Adenauer-Stiftung und APD-Friedrich-Ebert-Stiftung -- um Abseits demokratischer und öffentlicher Kontrolle "Politik und Aktionen" ausführen zu können .......

      Wieder eine NGO (Non-Gouvernment-Organisation) die dann politisch "mitmischt".

      Ich find's ekelhaft und bedrohlich !!

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