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Polizeilicher Staatsschutz ermittelt Protest gegen Flüchtlingspolitik vor Merkels Büro in Stralsund

Aus Protest gegen Merkel haben Unbekannte Grabkerzen, rote Rosen und Bilder getöteter junger Frauen vor dem Büro der Kanzlerin in Stralsund abgelegt.
3 Kommentare
Protest gegen Flüchtlingspolitik vor Merkels Büro in Stralsund Quelle: dpa
Merkel-Büro in Stralsund

Vor dem Wahlkreisbüro der Kanzlerin kommt es immer wieder zu unter anderem islamfeindlichen Vorfällen.

(Foto: dpa)

Stralsund Nach einer Protestaktion gegen die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel vor ihrem Wahlkreisbüro in Stralsund hat der polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Zunächst gab es aber - im Gegensatz zu früheren Vorfällen - keine Anhaltspunkte für eine Straftat, wie eine Polizeisprecherin am Freitagmorgen sagte. Unbekannte hatte in der Nacht 14 Grabkerzen, rote Rosen und vier Bilder von jungen Frauen vor dem Wahlkreisbüro der CDU-Vorsitzenden platziert.

Auf vier Grabkerzen stand „Identitäre Bewegung“, wie eine Polizeisprecherin sagte. Der Bundesverfassungsschutz beobachtet die rechte Gruppierung und spricht in seinem Jahresbericht von Anhaltspunkten für extremistische Bestrebungen.

Auf den Bildern standen die Namen Maria, Keira, Mia und Mireille. Junge Frauen mit diesen Namen waren vor kurzem Opfer von Gewalttaten geworden, für die unter anderem Flüchtlinge verantwortlich gemacht wurden. Auf dem Gehweg sei zudem die Frage: „Der Islam gehört zu Deutschland?“ vermutlich mit gelber Kreide geschrieben worden.

Die Polizei fotografierte die Anordnung und nahm die Gegenstände mit. „Wir haben sie sichergestellt, um die Herkunft zu klären“, sagte die Sprecherin. Zudem hätte es für die Grabkerzen wegen des offenen Feuers einer ordnungsbehördlichen Genehmigung bedurft. Auch ob wirklich mit Kreide geschrieben wurde, werde noch geprüft. Handele es sich um Sprühfarbe, wäre es eine Sachbeschädigung.

Vor dem Wahlkreisbüro der Kanzlerin kommt es immer wieder zu unter anderem islamfeindlichen Vorfällen. Nach Beginn der Flüchtlingskrise 2015 legten Unbekannte bereits zweimal Schweineköpfe ab. Dies konnte noch nicht aufgeklärt werden. Zudem wurde mehrffach das Schild beschmiert. In Stralsund war es in der Vergangenheit auch mehrfach zu Demonstrationen der rechtsgerichteten MVgida-Bewegung gekommen, die aber inzwischen deutlich zurückgegangen sind.

Wenige Stunden vor der offenbar islamkritischen Protestaktion in der Nacht zu Freitag hatte das Freiburger Landgericht einen Flüchtling aus Afghanistan für den Mord an der Studentin Maria L. zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die 15-jährige Mia aus dem pfälzischen Kandel war im Dezember erstochen worden, verdächtig ist ihr Exfreund, ein Flüchtling aus Afghanistan. Die 14-jährige Keira war Anfang März in Berlin getötet worden, ein 15 Jahre alter deutscher Mitschüler gestand die Tat. Anfang März wurde die 17-jährige Mireille in Schleswig-Holstein ebenfalls erstochen, verdächtig ist ihr Freund, ein 18 Jahre alter Asylbewerber aus Afghanistan.

  • dpa
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3 Kommentare zu "Polizeilicher Staatsschutz ermittelt: Protest gegen Flüchtlingspolitik vor Merkels Büro in Stralsund"

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  • Herr Udo Schäfer,

    eine ähnliche Aktion haben die "Idenditären" vor einiger Zeit am Brandenburger Tor aus aktuellem Anlaß durchgeführt. In Windeseile ließ die Staatsmacht den öffentlichen Bereich von unliebsamen Blumen, Fotos und Spruchbänder säubern.

    Auch das mediale Interesse an der Aufklärung dieser von einer rechtsextrem eingestuften Gruppierung verübten Tat war auf einmal unglaublich gering.

  • Ich bin gespannt, ob es jemand gelingt, auf intelligente und zugleich menschlich anständige Weise mit einer eigenen Aktion gegen die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin und ihrer Unterstützer zu protestieren. Kommt in diesem Fall auch der Staatsschutz? Das Frauenbild vieler junger Männer, die zu uns kommen, lässt sich nicht kurzfristig durch Schulung oder verspätete erzieherische Maßnahmen im Sinne einer westlichen Aufklärung positiv verändern. Das wusste die Kanzlerin und das hat Folgen für viele Jahre in der Zukunft. Hätte man wenigstens eines dieser jungen Frauen retten können, wenn einige, die näher an den betroffenen jungen Männern dran waren, mehr Mut gehabt hätten und diesen jungen Männern viel früher ihre Grenzen aufgezeigt hätten? Nicht alle Opfer werden gleich erstochen, aber ist diese Gesellschaft etwa bereit, in einem bestimmten Umfeld ein hohes Gewaltniveau gegenüber Frauen und/oder Minderheiten zu tolerieren: "da kann man nicht machen", "das ist Familiensache", "so ist diese Kultur eben" höre ich da? Zu diesen Fragen habe ich von der Kanzlerin und ihren Unterstützern noch nichts Überzeugendes gehört. Es fehlt mir eine seriöse Debatte über konstruktive Lösungen zu den dahinterliegenden Problemen, die dringend angegangen werden müssen. Bisher sehe ich nur Lagerkämpfe aus ideologischen Gräben heraus. Linksliberal gegen rechtskonservativ, gegenseitige Verunglimpfungen, einseitige Ansagen, das reicht nicht!

  • "Wenige Stunden vor der offenbar islamkritischen Protestaktion....."

    Hat diese Aktion nun einen rechtsextremen Hintergrund oder nicht?

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