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Porsche-Chef Müller Industrie muss mehr für Flüchtlinge tun

Porsche-Chef Matthias Müller fordert von der Industrie mehr Einsatz für Flüchtlinge. Die Angst um den Aktienkurs sei kein Grund, sich nicht zu engagieren. Auch DIHK-Chef Schweitzer bringt die Firmen ins Spiel.
05.09.2015 Update: 05.09.2015 - 16:26 Uhr
„Es ist an der Zeit, dass Wirtschaftslenker zu bestimmten Dingen ihre Meinung sagen. Wir müssen uns Extremismus entgegenstellen und Haltung zeigen“ Quelle: dpa
Matthias Müller

„Es ist an der Zeit, dass Wirtschaftslenker zu bestimmten Dingen ihre Meinung sagen. Wir müssen uns Extremismus entgegenstellen und Haltung zeigen“

(Foto: dpa)

Stuttgart/ München Porsche-Chef Matthias Müller hat von den Topmanagern der Wirtschaft klare Worte gegen Fremdenfeindlichkeit und mehr Engagement für Flüchtlinge gefordert. „Es ist an der Zeit, dass Wirtschaftslenker zu bestimmten Dingen ihre Meinung sagen. Wir müssen uns Extremismus entgegenstellen und Haltung zeigen“, sagte Müller der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag). Die Industrie dürfe sich nicht aus Angst um den Aktienkurs oder vor persönlichen Angriffen zurückhalten. „Das darf die Wirtschaft nicht, wir sind schließlich Teil der Gesellschaft.“

Müller wandte sich gegen die Unterscheidung zwischen politisch Verfolgten und Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland kommen. „Ich wünsche jedem Menschen auf der Welt, dass er einmal am Tag warm essen und ruhig schlafen kann. Kein Mensch gibt doch freiwillig und leichten Herzens seine Heimat auf.“ Der Porsche-Chef wünscht sich mehr Gespräche zwischen Politik und Wirtschaft, um der Flüchtlingskrise Herr zu werden. Auf die Frage, wie die Industrie praktisch helfen könne, antwortete er: „Mit neuen Arbeitsplätzen!“

Auch der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer Eric Schweitzer, spricht sich für ein Engagement von Unternehmen aus. „Die Aufnahme der Flüchtlinge, die derzeit in großer Zahl zu uns kommen, ist zunächst eine humanitäre Aufgabe. Das A und O für eine gelingende Integration sind deutsche Sprachkenntnisse. Sprachkurse müssen daher ganz oben auf der Agenda stehen, weil Deutschkenntnisse in weiten Teilen auch Voraussetzung für Ausbildung und Beschäftigung sind“, sagte Schweitzer dem Handelsblatt.

Ein Teil der Menschen bringe bereits Qualifikation mit, bei der Weiterbildung kämen die deutschen Firmen ins Spiel. „Auch viele Unternehmen beginnen sich hier zu engagieren und leisten damit einen Beitrag dazu, dass Flüchtlinge bei uns in der Gesellschaft ankommen und manche recht schnell, andere eher mittelfristig einen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten.‎“

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