Porträt Der schwierige Herr Schäuble und sein Sprecher

Als Michael Offer vor einem Jahr zum Start der schwarz-gelben Regierung bekanntgab, dass er von der Unionsfraktion als Sprecher ins Bundesfinanzministerium wechselt, wunderte sich der eine oder andere Hauptstadtjournalist schon ein wenig. Immerhin gilt Ressortchef Wolfgang Schäuble als nicht besonders einfach.
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HB BERLIN. An der fachlichen Kompetenz des 51-Jährigen gab es keine Zweifel. Die Frage war vielmehr, wie der zurückhaltende, freundliche Haushalts-Experte mit einem Ressortchef wie Wolfgang Schäuble klar kommt. Fest steht, dass ein enges Vertrauensverhältnis zwischen Sprecher und Minister in einem so zentralen Ressort besonders wichtig ist. So hatten es Schäubles Amtsvorgänger mit ihren Sprechern auch meist gehalten.

Doch auch Offer muss gewusst haben, dass der seit 20 Jahren querschnittsgelähmte Schäuble nicht nur hart gegen sich selbst ist, sondern auch hart im Umgang mit seinen Mitarbeitern.

Offer hat es in dem einen Jahr nicht geschafft, eine ausreichende Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Schäuble aufzubauen. Die aber ist notwendig, wenn ein Minister will, dass seine Botschaften und Ziele in der Öffentlichkeit auch ankommen. Während der Klinikaufenthalte gelang es Offer immerhin, seinen Chef trotz der vielen Ausfälle als starken Minister zu verkaufen, der auch vom Krankenbett aus straff weiter regiert.

Fachlich ist Offer mehr als fit. Der Haushaltsexperte hatte bereits viele Jahre im Bundesfinanzministerium gearbeitet, bevor er in die Unions-Fraktion im Bundestag wechselte. Dort gehörte Offer zum Team des damaligen haushaltspolitischen Sprechers, Steffen Kampeter (CDU), der heute Parlamentarischer Staatssekretär Schäubles ist.

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