Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Präsident der Hochschulrektorenkonferenz André Alt über Berufsbezeichnungen: „Nicht wahllos mit Begriffen jonglieren“

Ausbildungen sollen nicht als „Berufs-Bachelor“ bezeichnet werden, sagt der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz.
Kommentieren
„Nicht wahllos mit Begriffen jonglieren“ Quelle: Freie Universität Berlin
André Alt

„Nicht wahllos mit Begriffen jonglieren“

(Foto: Freie Universität Berlin)

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz will, dass berufliche und akademische Abschlüsse klar unterscheidbar bleiben und auch die Bezeichnungen nicht vermischt werden.

Herr Alt, warum wehren sich die Hochschulrektoren so gegen den Plan, beruflich Weitergebildete künftig „Berufs-Bachelor“ und Berufs-Master“ zu nennen?
Weil das Abschlüsse vermischt, die zwar gleichwertig, aber nicht identisch sind. Wir haben die Hochschulabschlüsse Bachelor und Master in den letzten 20 Jahren mit viel Mühe und gegen manche Kritiker in Deutschland etabliert und zu einer Marke gemacht. Sie stehen für akademische Bildung und entsprechende Kompetenzen. Nun sollten wir sie nicht mit der beruflichen Fortbildung vermischen.

Aber Sie haben nichts dagegen, dass ein Meister in der Nomenklatur gleichwertig ist zu einem Bachelor?
Wir erkennen ohne Frage an, dass jemand beispielsweise nach 800 Stunden Fortbildung und Meisterprüfung auf dem Niveau eines Hochschulbachelors ist. Die berufliche Weiterbildung ist enorm anspruchsvoll. Aber sie basiert eben in der Regel nicht auf Wissenschaft, und das soll sie ja auch gar nicht. Das ist ein zentraler Unterschied. Deshalb sollte man auch die Bezeichnungen nicht vermischen. Die Schweiz hat das ebenfalls diskutiert und sich richtigerweise dagegen entscheiden.

Und nun?
Die Novelle muss auch von der Länderkammer abgesegnet werden. Denn die Hochschulen und damit die Titelvergabe sind Ländersache. Und ich nehme an, dass der Bundesrat den Berufsbachelor verhindert. Denn die Kultusminister haben sich bereits dezidiert gegen den „Berufsbachelor“ ausgesprochen.

Haben Sie einen Vorschlag zur Güte?
Ich gehe davon aus, dass der hohe Wert der deutschen Berufsbildung im Ausland bekannt und geschätzt ist. Wenn wir nun formal das Niveau eines Abschlusses klarmachen wollen, wäre es das Einfachste, die Zeugnisse mit einem sogenannten „diploma supplement“ zu ergänzen. Darin würde dann erklärt werden, womit der Abschluss Meister, Fachwirt oder Ähnliches vergleichbar ist. Das geht auch auf Englisch.

Kritiker sagen, andere Länder vergeben Bachelor und Master für Berufsfortbildungen, deren Niveau deutlich unter unserer dreijährigen dualen Ausbildung liegt ...
Es sind in anderen Bildungssystemen immer Hochschulen, die die Abschlüsse vergeben. Das Niveau ist unterschiedlich, ja. Aber die Konsequenz kann doch nicht sein, wahllos mit Begriffen zu jonglieren.

Startseite

Mehr zu: Präsident der Hochschulrektorenkonferenz - André Alt über Berufsbezeichnungen: „Nicht wahllos mit Begriffen jonglieren“

0 Kommentare zu "Präsident der Hochschulrektorenkonferenz: André Alt über Berufsbezeichnungen: „Nicht wahllos mit Begriffen jonglieren“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.