Privat-Darlehen Wulff verhandelte auch mit Unternehmer Geerkens

Entgegen früheren Behauptungen war nicht nur Edith Geerkens, sondern auch ihr Mann Egon Geerkens an den Kreditverhandlungen über das Hausdarlehen an Christian Wulff beteiligt. Der Druck auf den Bundespräsidenten wächst.
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Wulff-Anwalt: Doch Verhandlungen mit Unternehmer Geerkens

HannoverDer Unternehmer Egon Geerkens war doch in die Verhandlungen über einen Privatkredit an den heutigen Bundespräsidenten Christian Wulff beteiligt. Das bestätigte Wullfs Anwalt Gernot Lehr in einem Schreiben an die Tageszeitung „Die Welt“. Lehr schrieb: „Der Darlehensgewährung vorausgegangen war die Suche des Ehepaars Wulff nach einer geeigneten Immobilie. Hierin war Herr Egon Geerkens aufgrund seines besonderen Sachverstands und der freundschaftlichen Beziehungen eingebunden. In diesem Zusammenhang ging die Initiative für ein Privatdarlehen von Frau Edith Geerkens aus. Die Modalitäten wurden gemeinsam besprochen, das Darlehen von Frau Edith Geerkens gewährt.“   

Bislang berief sich der Bundespräsidenten stets darauf, dass Edith Geerkens die Kreditgeberin war. Zur Frage, inwieweit Egon Geerkens bei den Verhandlungen involviert war, hat der ehemalige Ministerpräsident Niedersachsens bislang keine Stellung genommen. Entsprechende Aussagen Geerkens am Wochenende im „Spiegel“ hatten diese Vermutung allerdings nahegelegt. Eine Anfrage des niedersächsischen Landtags Anfang 2010, ob es irgendwelche Geschäftsbeziehungen zwischen Wulff und dem Unternehmer bestanden, hatte der damalige Ministerpräsident mit nein beantwortet.

Wulff steht wegen des Kredits zum Kauf eines Hauses in Höhe von 500.000 Euro in der Kritik, den er 2008 als niedersächsischer Ministerpräsident bekommen hatte. Kreditgeberin war nach Angaben Wulffs und seiner Anwälte Geerkens Ehefrau. Geerkens selbst  räumte allerdings im Magazin „Spiegel“ ein, er sei an den Kreditverhandlungen maßgeblich beteiligt gewesen. Die Grünen im Landtag hatten im Februar 2010 nach geschäftlichen Beziehungen zwischen Wulff und dem Unternehmer gefragt. Wulff ließ daraufhin  erklären, dass er mit Geerkens und dessen Firmen „in den letzten zehn Jahren keine geschäftlichen Beziehungen“ unterhalten habe.      

Am Dienstag war Wulff weiter in Erklärungsnot geraten, als bekannt wurde, dass der Unternehmer Carsten Maschmeyer die Rechnung für die Werbung zu einem Interview-Buch in Höhe von 42.731,71 Euro aus seinem Privatvermögen beglichen hatte. Im Ältestenrat des niedersächsischen Landtags scheiterte indes ein Antrag der Opposition auf eine erneute Prüfung von Wulffs Kreditgeschäften.

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24 Kommentare zu "Privat-Darlehen: Wulff verhandelte auch mit Unternehmer Geerkens"

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  • Seien wir doch mal ehrlich: Kein vernünftiger Bürger wollte diesen Mann je als Bundespräsident sehen. Er wurde uns von I. M. hingepflanzt, weil sie ihn nur allzu gut (wohl samt der Dinge, die wir zu erahnen beginnen) kannte, und daher wußte, daß er all die Gesetze, mit der sie das Volk zu enteignen gedachte, brav unterschreiben würde. Das Haus, in dem die Volksverräter einsitzen, wollte dieses schmutzige Geschäft zunächst nicht mitmachen, weshalb es mehrerer Anläufe bedurfte, bis genügend Steine und Dreck bewegt, der Setzling plaziert und Wulffs Rente gesichert war. Liest man die Leserkommentare, so stellt man fest, daß viele Bürger heute noch nicht wissen, wie sich der Mann eigentlich schreibt. Auch wenn es sich für die paar Tage seiner restlichen Amtszeit kaum noch lohnt - merkt es euch endlich: Wuff wie nach „Bello, bei Fuß!“, plus einem L wie Liebe dazwischen.

  • Womit bewiesen wäre, daß es die "Amigo-Spezln-GmbH" nicht nur in Bayern gibt.
    Er verstrickt sich immer tiefer ins aufgebaute Lügengebilde- die Bluthunde haben Witterung aufgenommen und werden den Wulff so lange hetzen, bis er freiwillig um den erlösenden Blattschuss bettelt. Der Mann ist einfach untragbar geworden und die politische Kaste täte gut daran, den faulen Apfel zu entsorgen...sonst käme ja der Bundesmichel fast noch zur Ansicht, das läuft immer & überall so in der Bananenrepublik Deutschland. Somit passen wir uns endlich an die Gegebenheit des Resteuropas an...sowas nennt sich "Integration"..fehlt nur noch "bunga bunga"..ah ne, den Part könnte ja evtl. die Betty übernehmen

  • WULF Teil III

    Es ist also richtig, dass Wulf in die Kritik kommt und es ist auch richtig, dass man ihn den falschen Präsidenten nennt. Ein Präsident muss unbequem werden, wenn die Regierung augenscheinlich Mist produziert. Was sagt Wulf eigentlich zur Krise? Frau Merkel steuert Deutschland mit Lichtgeschwindikeit in die Abhängigkeit der EU-Wirtschaft. Wer kontrolliert die Dame eigentlich noch? Was jetzt hektisch aus scheinbarer Notwendigkeit beschlossen wird kann uns in 10 Jahren das Genick brechen. Wo ist der Präsident?

    Antwort: Der Präsident ist gefangen in einer Affaire und kann nicht frei handeln. Der Präsident ist derart beschäftigt, dass er sich um solche Belanglosigkeiten nicht kümmern kann.

    Bei all dem Wirtschaftslobbyismus halte ich es für unverträglich mit unseren Wertvorstellungen, dass der höchste Amtsträger privat vorteilhafte Geschäfte macht. Er soll sich um sein Amt kümmern und nicht um seinen Stuhl!

    Eine Elite von Hochstaplern und Jobjägern versucht die Macht zu übernehmen. Das muss verhindert werden. Ist doch vollkommen egal, wie sympatisch jemand scheint (das war Hitler damals auch). Es ist wichtig ob er oder sie die richtige für das Amt ist und wie er seinen Job macht.

    Das wars, danke fürs lesen.

  • Hallo,
    ein interessant formulierter Artikel zur Problematik:
    http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/das-groe-thema-seiner-prasidentschaft.html

  • DIE EIGENTLICHE KRUX - DIE BUNDESVERSAMMLUNG
    Je länger, aus welchen Gründen auch immer, der Rücktritt auf sich warten läßt, desto schwieriger dürfte die Auswahl der kommenden Kandidaten werden.
    Den Besseren hatte ja das wählende Gremium seinerzeit nicht haben wollen.

  • "Im Dezember 2011 waren 70 Prozent der befragten Personen der Meinung, dass Bundespräsident Christian Wulff weiter im Amt bleiben sollte."

    Wer hat´s bezahlt?

  • WULF Teil II

    Die Grenze:
    Der Bundespräsident im deutschen System hat verschiedene Aufgaben. Unter anderem kontrolliert er in gewisser Weise die Regierung und den Kanzler. Das System entstand als Antwort aus den Wirrungen den Krieges und hat bisher ein erneutes Ausbrechen der deutschen Expansionswut verhindert.

    Ich betrachte den Fall zusammenhängend: WULF ist in dieses Amt reingeputscht worden. Köhler ging, aber warum ging er. Dass er der Regierung unbequem war ist wohl kein Geheimniss. Er wollte das ein oder andere Gesetz so nicht unterschreiben. Er übte Kritik am Afganistankrieg. Sind dies Dinge, die ein Bundespräsident nicht tun sollte? Genau hier sehe ich den Ansatz, dass Köhler das deutsche Volk bisher am ehesten vertreten hat. Er hatte gute Gründe bestimmte Gesetze nicht zu unterschreiben (hierdurch werden sie nicht gültig! Dies ist eine hohe Machtposition, die Köhler ausübte). Die Kritik an Afganistan halte ich für fair! Für die Afghanen und auch für unsere Soldaten.

    Was ist die Alternative die Merkel uns bietet? Die Alternative lauten zu Guttenberg und Wulf. Guttenberg stand hinter seinen Soldaten, zumindest bemühte er sich um den Eindruck. Aber ich nahm ihn vor allem als Befolger der Regierung war. Dann wurde Wulf in das Amt geölt. Diesen empfinde ich ebenfalls als Befolger der Regierung, er stammt auch aus der gleichen Partei. Die gesamte Konstellation halte ich deshalb schon von alleine für kritisch, da der Kanzler zu viel Macht bekommt.

  • Der BP gilt in unserem Land schlechthin als moralische Institution. Der "Respekt vor dem Amt" des BP wird in letzter Zeit wieder häufig gefordert. Wir alle wissen, Respekt muss verdient werden.

    Da reklamiert ein Amtsträger, mühsam im 3. Wahlgang gegen die überwältigende Mehrheit des Volks von der Politkaste installiert, den Respekt vor dem Amt als persönlichen Schutzschild, um sein moralisches Versagen, " grosszügige Interpretation von gesetzlichen Rahmenbedingungen" und mangelnden Ethos vor Nachforschung zu "schützen".

    Der Buchautor Wulff ("Besser die Wahrheit" - welche Ironie!) vor 11 Jahren in einem Zeitungsinterview:
    Frage: Warum sollte Rau seinen Hut nehmen?
    Wulff: Es ist tragisch, dass Deutschland in dieser schwierigen Zeit keinen unbefangenen Bundespräsidenten hat, der seine Stimme mit Autorität erheben kann. Es handelt sich in NRW offensichtlich um eine Verfilzung mit schwarzen Reise-Kassen jenseits der parlamentarischen Kontrolle. Dies stellt eine Belastung des Amtes und für Johannes Rau dar.

    Wie sich die Schauplätze ähneln. Lassen wir Wulff Gerechtigkeit widerfahren und messen ihn an seinen selbst gesetzten Maßstäben!!!

  • WULF Teil I

    Da haben sich die Töne aber schnell geändert. Vor ein paar Tagen wurde noch Jauch durch den Dreck gezogen und mit ihm die Journalisten, die die Affaire verfolgen.

    Deshalb Kritik von meiner Seite:
    Was bedeutet diese Affaire? Sie bedeutet, dass sich ein Amtsträger Vorteile in der Finanzwelt schaffen kann. Die bedeutet weiter, dass dieser nicht nur enge Kontakte in die Finanzwelt hat, sonder mit dieser auch verflochten ist. Er ist privat mit dem Kredit verflochten (mehr wissen wir zurzeit nicht). Das bedeutet aber, dass er für diesen Bereich nicht mehr unabhängig sein Amt wahrnemen kann, da er ja von privater Seite verflochten ist. Grundsätzlich heißt es schon im Grundgesetzt, dass ein Parlamentarier nur seinem Gewissen untergeorndet ist. Er ist aber sogar das Staatsoberhaupt.

    Deshalb fand ich diese Verniedlichung letzte Woche im Sinne von Bagatelle oder Peanuts nicht richtig. Schon deshalb: Wenn er sauber ist, braucht er ja keine Angst zu haben.

    Warum ist die Aufklärung der Affaire so wichtig? Wir westlichen Demokratieen unterscheiden uns. Sieht man sich die derzeitige Situation von Griechenland und Italien an, wird es alleine anhand der Schulden offensichtlich wohin Korruption führt. Vetternwirtschaft, Misswirtschaft, Veruntreuung von Geldern. Das klingt härter als Wulf´s Affaire. Aber wo zieht unsere Demokratie in Deutschland die Grenze?

  • Anwaltlicher Rat:
    Lassen Sie sich nur von Freunden Vorteile gewähren. Das erleichtert eine Verteidigung im Fall der Untersuchung des Vorgangs erheblich. Freunde haben ja schließlich im Gegensatz zu Nichtfreunden keinerlei Interesse an der Amtsführung, oder? Also: erst Freundschaft, dann Vorteile annehmen.
    Was mir noch dazu einfällt:
    Es fällt mir ja schon schwer Freunden eine Gefälligkeit abzuschlagen. Wie schwer würde es mir erst fallen, wenn die Freunde mit vorher ihrerseits Gefälligkeiten erwiesen haben?

    Immerhin haben wir jetzt einen Bundespräsidenten, der mit vielen der Vertretern anderer Staaten auf Augenhöhe ist… BananenRepublikDeutschland

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