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Privatisierungswelle Griechenland hofft auf deutsche Investitionen

Nach den jüngsten drastischen Einsparungen hofft Griechenland auf weitere Entlastung durch Privatisierungen. Der Außenminister des Landes wirbt nun um Käufer aus Deutschland. Und er nennt auch schon attraktive Branchen.
07.07.2011 - 04:14 Uhr 5 Kommentare
Eine Ein-Euro-Muenze auf einer Fahne der Europäischen Union. Quelle: dapd

Eine Ein-Euro-Muenze auf einer Fahne der Europäischen Union.

(Foto: dapd)

Berlin Griechenland hofft bei der angekündigten Privatisierungswelle auch auf Käufer aus Deutschland. „Uns ist jeder Investor mit dem besten Angebot und Preis willkommen“, sagte der griechische Außenminister Stavros Lambrinidis der Süddeutschen Zeitung (Donnerstag).

Nach den jüngsten drastischen Einsparungen benötige Griechenland dringend Investitionen. „Wir wünschen uns das Engagement deutscher Firmen“, sagte er. Das gelte insbesondere für erneuerbare Energien, die Pharmaindustrie oder den Tourismus. Am Mittwoch hatte der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos in Berlin Möglichkeiten deutscher Investitionen in seinem schuldengeplagten Land ausgelotet.

Dazu traf er sich mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), wie das Ministerium mitteilte. Neben den gebilligten Sparmaßnahmen brauche Griechenland zusätzliche Wachstumsimpulse. „Nur mit einer gestärkten Privatwirtschaft und nur mit privaten Investitionen kann Griechenland lang- und mittelfristig wieder einen ausgeglichenen Haushalt erreichen“, erklärte das Bundesministerium. Schäuble und Venizelos hätten daher „mögliche Beiträge der deutschen Wirtschaft“ erörtert.

Die Industrie habe ihre Bereitschaft erklärt, Griechenland auf seinem Weg zu unterstützen. Lambrinidis, der am Mittwoch ebenfalls in Berlin war, versicherte, Griechenland werde in der Lage sein, seine Schulden zurückzuzahlen. Voraussetzung sei die Umsetzung der Verpflichtungen, die Griechenland eingegangen sei. Notwendig sei allerdings auch Wachstum. „Inmitten dieser notwendigen Einsparungen brauchen wir die Unterstützung unserer EU-Partner, um zu wachsen. Entscheidend ist nun, ob es diese Solidarität gibt“, betonte der Außenminister.

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    Schäuble lobte nach Angaben seines Ministeriums die Reform- und Sparanstrengungen der griechischen Regierung und begrüßte das positive Votum des Athener Parlaments zu den neuen Reformgesetzen in der vergangenen Woche. Er sei sich mit seinem Kollegen Venizelos einig, dass die jetzt getroffenen Maßnahmen zügig umgesetzt werden müssten, um Griechenland schnell auf den Pfad der wirtschaftlichen Gesundung zu bringen.

    • dpa
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    5 Kommentare zu "Privatisierungswelle: Griechenland hofft auf deutsche Investitionen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Solang sich die Superreichen in den Steueroasen zurücklehnen können wird sich nichts ändern. Die Schulden der Länder spiegeln sich in riesigen Vermögen. Dieses Geld ist vor jeden Zugriff der Steuerbehörden sicher geparkt und erzeugt rund um die Welt gewaltige Blasen. Hier müsste angesetzt werden. Aber wer glaubt das wirklich?

    • Was Griechenland noch viel mehr braucht, ist eine modernes Finanz- und Steuerkontrollsystem. Was nützen Investitionen für eine wirtschaftlichen Gesundung, wenn keine Steuern gezahlt werden. Der Oberschicht sollte man sofort harte Bandagen anlegen und die kleinen Leute entlasten. Das selbe Thema wie bei uns!

    • GR hofft vergebens, denn Investoren wollen Gewinne sehen.
      Gibt es etwas, was in GR Gewinne abwirft? Dann sollen die GR ihre einzigen Glücksbringer behalten.
      Investitionen sind auf Zukunft ausgerichtet, Innovationen und die Märkte der Zukunft. Wo sind in GR bei Forschung und Entwicklung bahnbrechende Fortschritte? Ich sehe da nichts.
      Nein, solange Konzerne ihre eigenen Interessen verfolgen, kann von außen auf diese Weise nicht geholfen werden.

      Anders ist es, wenn die Politik von der Zersiedelung der Landschaft abkommt und seine Hauptverkehrswege neu ordnet.

      So aber muß man zur Auffassung kommen, daß GR nicht investiert, sondern repariert und alte Zustände pflegt; wie bei uns.

      http://www.bps-niedenstein.de/content/view/202/2/

    • Sehe ich auch so, aber es ist immerhin ein richtiger Gedanke. Investitionen, wenn sie lohnenswert erscheinen, sind die einzige Möglichkeit einer Besserung der wirtschaftlichen und finanziellen Lage Griechenlands durch eine Win-Win-Situation zu schaffen.

    • Na dann soll die griechische Regierung doch entsprechende Anreize bieten für private Inestitionen. Aber dazu müßte Lambrinidis erst einmal lernen, daß er beste Angebote und Preise anzubieten hat - nicht umgekehrt.

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