Prof. Peter Häberle Ein Mann mit Reputation und Verdienstkreuz

Karl-Theodor zu Guttenberg ist bei seiner Dissertation von einem angesehenen Staatsrechtler betreut worden: Peter Häberle. Doch seit die Schummelvorwürfe im Raum stehen, ist der emeritierte Professor abgetaucht.
8 Kommentare
Die Forschungsstelle für Europäisches Verfassungsrecht in Bayreuth: In diesem Institut hat zu Guttenberg bei Prof. Häberle promoviert.

Die Forschungsstelle für Europäisches Verfassungsrecht in Bayreuth: In diesem Institut hat zu Guttenberg bei Prof. Häberle promoviert.

Lediglich wenige Sätze ließ Häberle via „Bild“ übermitteln: „Der Vorwurf ist absurd, die Arbeit ist kein Plagiat.“ Und weiter: „Sie wurde von mir in zahlreichen Beratungsgesprächen eingehend kontrolliert.“ Peter Häberle, 1934 geboren, studierte Rechtswissenschaften in Tübingen, Bonn, Freiburg und Montpellier. 1961 promovierte er in Freiburg. Nach der Habilitation 1970 wurde er in Marburg zum ordentlichen Professor ernannt. Er lehrte dann in Augsburg und später in Bayreuth, daneben war er als Gastprofessor in St. Gallen, Granada und Rom tätig. Auf der offiziellen Universitätsseite der Uni Bayreuth ist zu lesen: „Er erarbeitete sich auch im Ausland eine hohe Reputation, seine Arbeiten wurde in 18 Sprachen übersetzt“,

Häberle gehört der Akademie der Bayerischen Wissenschaften an und hat Ehrendoktorwürden aus zahlreichen Ländern vorzuweisen: Er ist Ehrendoktor der Universitäten von Thessaloniki, Granada, Lima, Brasilia, Lissabon, Tiflis und Buenos Aires. 1997 erhielt er das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Unter „aktuelle Veröffentlichungen“ Häberles führt die Uni Bayreuth die erst in diesem Jahr veröffentlichte siebente, aktualisierte und erweiterte Auflage des Standardwerks „Europäische Verfassungslehre“ auf. 2010 erschien der Band „Pädagogische Briefe an einen jungen Verfassungsjuristen“. Darin, so heißt es, gebe Häberle „pädagogische Empfehlungen sowohl für Studenten früher Semester als auch für Doktoranden und Habilitanden, die er in Hauptvorlesungen, seinem ständigen Seminar und während seiner Gastprofessuren im Ausland betreut hat“.

  • dpa
Startseite

8 Kommentare zu "Prof. Peter Häberle: Ein Mann mit Reputation und Verdienstkreuz"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Sehr geehrter Herr Professor Häberle,

    geben Sie doch bitte Ihren Professorentitel nachträglich zurück!
    Sie sind eines Professors unwürdig!

    Wie haben Sie den die Dissertation von Herrn zu Guttenberg gelesen und bewertet? Eigentlich kann man nur zu folgenden Erklärungen kommen: Entweder haben Sie die Dissertation nicht richtig gelesen, dann waren Sie als Professor fachlich ungeeignet oder Sie haben sich kaufen (Drittmittel) lassen.

    Sie haben den die Uni Bayreuth, den Professorenstand Deutschlands und den guten Ruf deutscher Doktoren im Inland und Ausland beschädigt.
    Willkommen in der Bananenrepublik Deutschland! Verlogen und korrupt mit doppeltem Standard!

    Viele Grüße,

    Ein Doktor, der sich schämt!

  • Dann freuen wir uns einfach auf den Tag, an dem der Herr Prof. wieder in Deutschland sein wird. Er wird nicht um hin können, sich zu erklären!
    Und die Uni "Buy-Reuth" wird dann auch die Zuwendungen der Rhön-Kliniken, deren Eigner u.a. die zu Guttenbergs sind, offenlegen.

  • Eilmeldung: +++ Guttenberg bekommt überraschend Oscar
    Überraschung in Los Angeles. Wie ich soeben von meinem Auslandskorrespondenten Dr. Snuggles erfahren habe, bekam Dr a.D. von hinten oben unten und zu Guttenberg überraschend einen Oscar für das „beste Drehbuch". Ich habe mir den Film reingezogen, die 5:43 Minuten waren schlichtweg grandios. Das filmische Moment - na ja - vielleicht bin ich zu actionverwöhnt, kommt etwas kurz, geht aber eine symbiotische Allianz, fast könnte man es laokoonisch nennen, ein, mit der gewaltigen epischen Sprachkraft, die seines gleichen bestimmt googlisch sucht. Bewundert selbst, aber nicht zwischen Tür und Angel, sondern sucht den Kairos, genießt in vollen Zügen bei einem Käffchen oder eine Gläschen Wein diesen Clip:
    http://www.youtube.com/watch?v=xDzzokhlDbk

  • Wer eine Arbeit wie die des Herrn zu Guttenberg mit summa cum laude zensiert, und die Mängel nicht erkannt hat, hat als Hochschullehrer an einer Universität in Deutschland nichts verloren.

  • Nicht nur Guttenberg schadete dem Ansehen der Universität Bayreuth. Auch sein Doktorvater hat dem Ansehen vehement geschadet. Nicht nur, dass er nicht bemerkte, dass der Verteidigungsminister abschrieb, nein er verteidigte ihn auch noch in der Boulevardpresse mit den Worten, dass die Vorwürfe gegen ihn aburd wären. So absurd sind und waren die Vorwürfe ja nun offenbar nicht. Ansonsten würde Herr Guttenberg wohl nicht auf seinen Doktortitel verzichten wollen. Offenbar wollte der Herr Professor sich nicht eingestehen, dass einer seiner angeblich besten Seminaristen und Doktoranten dessen Arbeit er mit summa cum laude bewertete nur abgeschrieben hat. Allerdings nicht aus Blättern wie der Bildzeitung, der der Professor ein Interview gab, sondern aus hochqualitativen Tageszeitungen. Diese Tageszeitungen hätten sich mit der nichtssagenden Aussage, dass die Vorwürfe absurd wären, wohl nicht einfach so abspeisen lassen, sondern nachgehakt, ob die Vorwürfe nicht doch zutreffen könnten. Vielleicht hätte der Doktorvater des Verteidigungsministers weniger Zeit in seine Tätigkeit als Gastprofessor und dafür mehr in die Betreuung der Doktorarbeit investieren sollen? Jedenfalls wecken die Vorkommnisse erhebliche Zweifel an der Qualität der Lehre der Universität Bayreuth. Schade, da Bayreuth über ein Vielzahl hervorragender Rechtswissenschaftler verfügte, was ich selbst als ehemaliger Student der Universität Bayreuth erfahren durfe. Allerdings gestehe ich, dass mir die Vorlesungen von Herrn Professor Häberle nie viel gegeben haben. Einen praktischen Nutzen hatten sie für mich zu keiner Zeit. Vermutlich für die meisten Jurastudenten ebenso wenig, wie die Doktorarbeit des Herrn Guttenberg, welche ja auch nur 250 mal verkauft wurde, womit bewiesen ist, dass sich für sie kaum jemand interessierte. Letzteres ist wohl auch der Grund, warum bislang niemand die Arbeit kritisch hinterfragte. Wohl ebenso wenig wie andere Doktorarbeiten oder gar die Staatsexamina anderer Politiker.

  • Ich frage mich schon die ganze Zeit, wie das überhaupt passieren konnte. In der Regel wird man vom Doktorvater betreut, bei Einreichen der Dissertationsarbeit wird die zuerst von den Wimis geprüft und dann vom Dr.-Vater.
    Also hat hier doch wohl offenkundig mit der Überprüfung der Arbeit etwas nicht gestimmt und da fragt man sich schon, warum
    Denn mittlerweile werden die Zitate ohne Kennzeichung als solche ein wenig viel.

  • Und vermutlich hat sich Prof. Häberle ausserdem auch von seinem eigenen Ruf blenden lassen. Eine typische Erscheinung bei vielen Alt-Akademikern
    ist die zunehmende Uneinsichtigkeit und die Bereitschaft sich die eigene Fehlbarkeit eingestehen zu können. Die vorschnelle Behauptung, Guttenbergs Arbeit sei kein Plagiat, es sei sogar absurd, so etwas zu behaupten, spricht
    dafür. Denn schließlich kann er das garnicht wissen, weil er nur den Inhalt der Arbeit kennt, nicht aber, wie sie zustande gekommen ist. Es ist sogar anzunehmen, dass Häberle sie selbst garnicht gelesen hat, sondern einer seiner wissenschaftlichen Mitarbeiter. Der fertigt dann ein Exerpt und ein Vorgutachten an. Häberle verläßt sich dann darauf, dass das Thema gut gewählt, der Mitarbeiter keine Fehler gefunden und das Vorgutachten eine gute Leistung attestiert. Dem fügt sich noch sein persönlicher Eindruck von Herrn Guttenberg an. Und das wars schon.
    Wäre sich Prof. Häberle seiner Sache so sicher, dann wäre er jetzt nicht abgetaucht. Vermutlich wird er sich jetzt persönlich ein Bild machen wollen, bevor er wieder mit der Presse spricht.

  • Wahrscheinlich hat sich Herr Häberle von Namen blenden und vom Charme einnehmen lassen. Soll vorkommen...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%