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Prognos-Zukunftsatlas 2013 Neumünster – Stadt des Verbrechens

Zweifelhafter Spitzenwert: Nur in Frankfurt und Düsseldorf werden bundesweit mehr Straftaten gemeldet als in Neumünster. Die Stadt ist ein Paradebeispiel dafür, was Kriminalitätsstatistiken verraten – und was nicht.
22.12.2013 - 16:45 Uhr 4 Kommentare
Mittelständler stoßen beim Geschäfte machen im Ausland oft auf Willkür und windige Geschäftspartner.

Mittelständler stoßen beim Geschäfte machen im Ausland oft auf Willkür und windige Geschäftspartner.

Neumünster/Düsseldorf Zwischen Backstein- und Fachwerkhäusern, dem Tierpark und der Klosterinsel wohnt irgendwo das Verbrechen. Diebe, Totschläger und Vergewaltiger scheinen sich in Neumünster zu tummeln, einer mittelgroßen Stadt mitten in Schleswig-Holstein.

Hamburg ist 40 Auto-Minuten entfernt. Dort ist die Reeperbahn, dort lauern Mord, illegale Prostitution und Kneipenprügelleien – sollte man denken. Doch die überraschende Hochburg der Kriminellen ist hier – in der knapp 77.000 Einwohner-Stadt. Zumindest wenn man der Statistik glaubt. In keiner vergleichbar großen Stadt registriert die Polizei bundesweit mehr Straftaten.

Im Zukunftsatlas 2013 des Forschungsinstituts Prognos liegt die kreisfreie Stadt bei der Kriminalität damit ganz vorn. Prognos hat exklusiv für das Handelsblatt Gegenwart und Perspektiven der 402 kreisfreien Städte und Landkreise anhand von Kennzahlen zu Wirtschaft, Bevölkerung und Infrastruktur bewertet. Und eben zu polizeilich gemeldeten Fällen. Diebstähle machen 44 Prozent der gemeldeten Straftaten aus. Neumünster, die viertgrößte Stadt des nördlichen Bundeslandes, nimmt damit einen überraschenden, aber unrühmlichen Treppchenplatz ein.

14.619 polizeilich gemeldete Fälle kommen auf 100.000 Einwohner in Neumünster – hochberechnet, weil Neumünster nur knapp 77.000 Einwohner hat. Absolut waren es 2012 11.248 von der Polizei registrierte Fälle. Krimineller geht's laut der Statistik nur in Frankfurt am Main mit 16.310 polizeilich gemeldeten Fällen pro 100.000 Einwohner im Erwachsenenalter und Düsseldorf (14.966) zu.

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    Die Kriminalitäts-Spitzenwerte für Düsseldorf und Frankfurt haben ebenfalls zum Großteil eine einfache Erklärung: Dort treiben die Flughäfen die Statistik in die Höhe. Eine solche Erklärung gibt es für Neumünster nicht und die Stadt liegt statistisch noch vor der „Flughafenstadt“ Hamburg.

    Und in Neumünster geht die Tendenz weiter nach oben: 2011 waren es dort noch 500 Straftaten weniger gewesen. Das ist eine Entwicklung gegen den Trend, denn im Land sinkt die Rate.

    Bundesweit Schlagzeilen machte die Stadt etwa mit dem Krieg zweier verfeindeter Motorradclubs, von denen einer – die „Bandidos MC Probationary Chapter Neumünster“ – aus dem schleswig-holsteinischen Stadt stammte und letztlich verboten wurde. Ebenso wie die Widersacher aus Flensburg.

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    4 Kommentare zu "Prognos-Zukunftsatlas 2013: Neumünster – Stadt des Verbrechens"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • Wo steht Hamburg?
      Da haben doch soeben en paar tausend Gangster und Ganoven
      die Davidswache angegriffen und mehrere hundert Polizisten verbrügelt.
      Diese mittlerweile mit wachsender Zahl und Intensität in unseren Metropolen stattfindenden "kriminellen Großereignisse" gehen in die Kriminalstatistik wahrscheinlich nicht ein.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • Ich wurde vor 60 Jahren in Neumünster geboren und erinnere ich mich daran, dass sich meine Heimatstadt schon zu meiner Jugendzeit jährlich wiederkehrend „Gefechte“ mit Frankfurt um Rang eins in der Kriminalitätsstatistik lieferte. Damals führte man als Argument das große Gefängnis an - frei nach dem Motto „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“. Erfreulich ist, dass man diesen statistischen Wert heute differenzierter interpretiert. Wenn auch hier noch weiter in die Tiefe gegangen werden muss. Erst zum Schluss des Artikels wird der soziale Aspekt angesprochen. Schaut man in ein älteres Lexikon, wird man über Neumünster Begriffe wie „wichtiger Verkehrsknotenpunkt“, „Schwerpunkt der Leder- und Textilindustrie“ lesen. Das ist längst Geschichte. Aber auch große Bereiche der folgenden wirtschaftlichen Erneuerung haben sich zwischenzeitlich wieder verabschiedet. Was macht das eigentlich mit den Menschen? Hier ergeben sich eine Reihe von Fragestellungen, die interessante, vielleicht aufklärende Antworten geben könnten. Unsicher habe ich mich in Neumünster nie gefühlt.

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