Prognose Demografischer Wandel trifft vor allem den Osten

Der demografische Wandel trifft vor allem den Osten Deutschlands. Experten gehen davon aus, dass die Bevölkerung in den ländlichen Regionen im Osten bis 2030 um 20 Prozent zurückgehen wird.
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Vom Älterwerden der Bevölkerung in den nächsten 15 Jahren sind besonders westdeutsche Regionen massiv betroffen. In Ostdeutschland hingegen wird die Bevölkerung immer weiter ausgedünnt. Quelle: dpa
Demografischer Wandel

Vom Älterwerden der Bevölkerung in den nächsten 15 Jahren sind besonders westdeutsche Regionen massiv betroffen. In Ostdeutschland hingegen wird die Bevölkerung immer weiter ausgedünnt.

(Foto: dpa)

BerlinDer demografische Wandel wird laut Bundesregierung in den nächsten 15 Jahren zu einer weiteren Ausdünnung vor allem in den ostdeutschen Bundesländern führen. Dies geht aus der Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor, wie die Bundestagspressestelle am Freitag mitteilte. In ländlichen Regionen der neuen Länder wird demnach laut Raumordnungsprognose 2035 des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) die Bevölkerung bis 2030 um zehn bis 20 Prozent zurückgehen.

In vom Strukturwandel geprägt westdeutschen Regionen rechnen die Experten bis 2030 ebenfalls mit deutlichen Bevölkerungsverlusten von fünf bis zehn Prozent - so etwa im Saarland und im Ruhrgebiet. Künftig werde es in Deutschland nur noch wenige Wachstumszentren geben, darunter vor allem städtische Regionen der alten Länder sowie Berlin mit Umland.

Zugleich wird die Bevölkerung im Durchschnitt deutlich älter. So wird bis 2030 der Anteil der über 60-Jährigen vor allem in bestimmten Regionen von Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz um mehr als 25 Prozent wachsen. Dieser Trend gelte aber auch für die südlichen Regionen Hessens, für Nordrhein-Westfalen mit Ausnahme des Ruhrgebiets und des Niederrheins sowie für große Teile Niedersachsens, Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns.

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In Deutschland wächst die Zahl alter Menschen stetig an. Bis 2030 wird die Zahl pflegebedürftiger Menschen um fast 50 Prozent auf 3,4 Millionen steigen. Das wird den Markt für Pflegeleistungen deutlich ansteigen lassen. Aber auch in anderen Branchen wird der wachsende Anteil der über 50-jährigen Konsumenten die Nachfrage verändern.

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Dabei handelt es sich den Angaben zufolge vor allem um Regionen, in denen der Anteil der über 60-Jährigen 2012 mit etwa 25 Prozent noch vergleichsweise niedrig war. Jene Regionen Sachsens, Thüringens und Sachsen-Anhalts, die bereits 2012 mit 30 Prozent und mehr einen hohen Anteil von Menschen über 60 Jahren aufwiesen, werden der Prognose zufolge bis 2030 einen Zuwachs der über 60-Jährigen zwischen sechs und 20 Prozent verzeichnen.

Vor diesem Hintergrund hebt die Bundesregierung in ihrer Antwort die Bedeutung der „Regionalentwicklung schrumpfender ländlicher Räume“ und des Ziels der „Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse“ hervor. Dieses Ziel werde mit Priorität verfolgt und sei „als Leitvorstellung der Raumordnung des Bundes und der Länder gesetzlich verankert“.

Die öffentliche Daseinsvorsorge unterliege jedoch einer steten Veränderung, die nicht nur durch den demografischen Wandel bedingt sei. Wichtige Einflussfaktoren seien auch gesellschaftliche Ansprüche wie Kinderbetreuung, technologische Entwicklungen wie das Internet, veränderte Organisationsstrukturen und die Entwicklung der Wirtschaftskraft, die von vielen weiteren Faktoren abhänge.

Schrumpfungsprozesse und Verschiebungen der Altersstruktur wirkten sich regional sehr differenziert aus. Entsprechend unterschiedlich sei der Bedarf an Lösungen bei der Sicherung der Daseinsvorsorge und der Wirtschaftskraft. Nicht zuletzt deshalb liege die Zuständigkeit für die öffentliche Daseinsvorsorge vorrangig bei den Ländern und Kommunen und für die regionale Wirtschaftspolitik grundsätzlich bei den Ländern.

  • afp
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