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Promis gegen Rechts „Brauchen keine ewig Gestrigen mit dumpfen Parolen“

Rechte Hetze im Netz gegen Flüchtlinge alarmiert nicht nur die Politik. Immer mehr Prominente beziehen Stellung. Bei Handelsblatt Online sprechen Udo Lindenberg, Sky DuMont und die Fantastischen Vier Klartext.
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Auf Tour sammeln die Fantas an der Gästeliste fünf Euro pro Gast. Allein bei der Rekord Tour 2014/2015 kamen so 25.000,00 Euro für Projekte und Aktionen des Vereins „Laut gegen Nazis e.V.“ zusammen.
Die Fantastischen Vier

Auf Tour sammeln die Fantas an der Gästeliste fünf Euro pro Gast. Allein bei der Rekord Tour 2014/2015 kamen so 25.000,00 Euro für Projekte und Aktionen des Vereins „Laut gegen Nazis e.V.“ zusammen.

Düsseldorf Erst die klaren Worte eines Sängers, dann die Reaktion eines Ministers und nun rollt der Zug – Prominente beziehen Stellung gegen Alltagsrassismus. Einige engagieren sich schon jahrelang in der Debatte um den Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland und der zunehmenden rechten Hetze im Netz, andere haben die Debatten der vergangenen Tage aufgeschreckt – jetzt wollen sie nicht mehr nur zuschauen.

„Wenn wir eins nicht brauchen, so sind das ewig Gestrige, die sich mit ihren dumpfen Parolen gegen Flüchtlinge wenden. Ich hätte lieber eine syrische Flüchtlingsfamilie als Nachbarn als einen Nazi“, sagt der Schauspieler Sky DuMont gegenüber dem Handelsblatt.

Auch Sänger Udo Lindenberg macht sich für eine Welt ohne Rassismus stark. „Nazifreie Bunte Republik Deutschland. Müssen wir hinkriegen“, sagte er dem Handelsblatt. Mit seiner Stiftung setzt sich Lindenberg schon seit Ende der 1970er-Jahre für eine gelebte Multi-Kulti-Welt ein.

Angefangen hat der jüngste Aufstand der Aufrechten mit einem Interview von Ärzte-Sänger Farin Urlaub. Er bezog schon im April deutlich Position zum Thema Flüchtlings-Gegner und Alltagsrassismus.

Farin Urlaubs Statement zum Thema Alltagsrassismus. Quelle: Facebook
Farin Urlaub

Farin Urlaubs Statement zum Thema Alltagsrassismus.

Angesprochen auf Pegida und den Brandanschlag von Tröglitz sagte er dem Veranstaltungsmagazin „Frizz“ aus Halle: „Solange es Leute gibt, die nichts können, nichts wissen und nichts geleistet haben, wird es auch Rassismus geben. Denn auch diese Leute wollen sich gut fühlen und auf irgendwas stolz sein. Also suchen sie sich jemanden aus, der anders ist als sie, und halten sich für besser. Oder sie sind bekloppterweise stolz darauf, deutsch zu sein, wozu keinerlei Leistung ihrerseits nötig war.“ Das Zitat verbreitete sich auf Facebook wie ein Lauffeuer.

Klare Kante zeigte auch Schauspieler Til Schweiger. Er rief zu Spenden und einem Engagement für Flüchtlinge in Hamburg auf und kündigte gleichzeitig an, selbst ein Vorzeige-Flüchtlingsheim in einer ehemaligen Kaserne bauen zu wollen.

Für die Aktivisten gab es Lob seitens der Politik. Justizminister Heiko Maas rief via Twitter weitere Prominente auf, es den beiden gleichzutun. Und SPD-Bundesvize Ralf Stegner forderte von Prominenten aus Gesellschaft und Kultur, deutlich Flagge zu zeigen gegen jede Art von Fremdenhass und Rassismus.

„Gegen Intoleranz, Rassismus, verbale Hetze gegen Schwächere und Angriffe auf Flüchtlinge muss sich die Zivilgesellschaft zur Wehr setzen. Wenn das gerade auch die Frauen und Männer tun, die im Sport, in der Musik oder in anderen Bereichen als Idole eine Vorbildfunktion erfüllen können, dann ist das sehr zu begrüßen“, sagte Stegner dem Handelsblatt.

Die Band Fantastische Vier engagiert sich schon viele Jahre gegen Hetze von rechts. Seit elf Jahren unterstützen die Musiker die Kampagne und den Verein „Laut gegen Nazis“. Bandmitglied Smudo hat eine klare Haltung zu dem Thema: „Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus beginnen schon bei der Wortwahl. Man sollte aufpassen, was man sagt.“ Selbst der US-Starinvestor und Börsen-Guru George Soros mit ungarischen Wurzeln ergreift Partei und fordert via Twitter „mehr Menschlichkeit“ in der Debatte.

Das Bewusstsein, etwas gegen die zunehmende rechte Hetze im Netz zu unternehmen, ist groß in Deutschland. Zumal Rassisten die Anonymität des Internets verstärkt für sich nutzen. Viele Kommentare auf Anti-Asyl-Seiten im Netz erfüllen längst Straftatbestände. „Da wird immer mehr gehetzt und gepöbelt. Ich spreche schon gar nicht mehr von sozialen, sondern von unsozialen Medien“, sagt der Sprecher des sächsischen Verfassungsschutzes, Martin Döring. Die Tonlage habe sich in den vergangenen Monaten deutlich verschärft.

Zahl der Übergriffe hat sich verdreifacht
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9 Kommentare zu "Promis gegen Rechts: „Brauchen keine ewig Gestrigen mit dumpfen Parolen“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Nachtrag:
    Zeitlebens habe ich gegen "Verbrecher" opponiert. Damit ist KEINE Nationalität oder Religion involviert.
    Im übrigen; ein Fußtritt mit einem Linken oder Rechten Stiefel ist gleichermaßen schmerzhaft. Oft sind die Zuordnungen in Links und Rechts nur ganz einfach als dumme Äußerungen zu werten.

  • Ganz einfache Zwischenfrage:
    Wer zahlt Steuern UND Sozialbeiträge?
    Dass der Staat steuerlich zu erbringende Sozialleistungen über die Sozialkassen abwickelt mach schon Sinn, dass er aber nur einen Teil der Kosten für diese Fremdleistungen erstattet, das bedeutet NUR der Sozialbeitragszahler leistet zusätzlich steuerliche Zahlungen - nicht aber der Privatversicherte!!!
    Hassen Privatversicherte folglich Ausländer?!

    (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

  • Ach von diesen Künstlern hat man lange nichs gehört. Jetzt müssen sie mal wieder in die Öffentlickeit.
    Wie viele Flüchtligen haben die denn schon bei sich aufgenommen?
    Schulmäßg, falls sie Kinder haben, haben die auch kein Problem, die Kinder gehen auf Privatschulen, denen wrden nicht die urnhallen geklaut
    Hier wird eine ganze Förderschule den Kindern weg genommen, da kommen un Asylanten rein. Wo sollen denn die Kinder nächste Woche hin?
    Lanschulheime wrden genommen, Jugendherbergen
    Und diese Dummschwätzer meinen, das sei alles rechts, wenn Leute sich aufregen?

  • NEIN sagen zu ungebremster Zuwanderung! Grenzen konsequent dichtmachen, Sozialleistungen abschaffen, alle illegalen Armutsmigranten, die NICHT Kriegsflüchtlinge im Sinne GG sind oder die aus sicheren Drittstaaten eingereist sind (das sind schätzungsweise >90%) SOFORT AUSWEISEN!! Je früher die wieder zuhause sind, spricht sich in diesen Ländern herum, daß es keinen Sinn macht, nach Deutschland zu reisen. Selbst das wird noch Monate dauern, aber es muß UNVERZÜGLICH damit begonnen werden!!

  • Die schweben doch in ihrem eigenem Orbit. Möchte gern mal wissen, wer von denen im 28-geschossigem Mietshaus in einem Stadtteil mit 90% Ausländeranteil wohnt. Und wer davon seine Kinder auf eine öffentliche Schule schickt. Solche Heuchler.

  • Wir brauchen keine ewiggestrigen "Künstler", die sich mit dem Thema wichtig machen, um im Mainstream mitzuschwimmen und ihre (...) möglichst oft in sinnlosen "Talkrunden" zu halten und keine Möchtegernschauspieler, die ""Flüchtling""sheime bauen und das nur als medienwirksames Investment betrachten.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Herr Paul,

    mit dem ersten Teil Ihres Kommentars bin ich einverstanden, aber was soll der letzte Satz. Ich kenne keinen der den Deutschen verwehrt stolz zu sein. Es gibt da ein paar Dumpfbacken aus der rechten Szene, die gerne mal behaupten, dass man den Deutschen den Stolz verwehrt. Die Benutzen dann solche Worte wie rot-grün-sozialistische Gutmenschen oder Lügenpresse oder so. Aber Sie doch nicht. Oder?

  • Immer mehr Prominente beziehen Stellung...
    Dieser 1967 Käse ist doch längst vorbei. In welcher Zeit leben die Künstler eigentlich ?

  • „Solange es Leute gibt, die nichts können, nichts wissen und nichts geleistet haben, wird es auch Rassismus geben. Denn auch diese Leute wollen sich gut fühlen und auf irgendwas stolz sein. Also suchen sie sich jemanden aus, der anders ist als sie, und halten sich für besser. Oder sie sind bekloppterweise stolz darauf, (z.B.) Türke zu sein, wozu keinerlei Leistung ihrerseits nötig war.“
    Und wenn sie eins können, dann ist es , im Rudel aufzutreten und Wehrlose zusammenzuschlagen.
    Oder Ehrenmorde zu begehen. Oder, oder, oder..... Ich bin nicht stolz darauf, Deutscher zu sein. Ich bin nur zufällig hier geboren, und konnte mir das nicht raussuchen. Das gilt aber für ALLE Nationen! Laut "Gut-Mensch-Sprech" dürfen aber alle stolz sein, bloß Deutsche nicht?

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