Prozess gegen IS-Terrorverdächtigen Das große Schweigen

Der IS-Terrorverdächtige soll unter anderem potentielle Anschlagziele in Berlin gesucht und Informationen an den IS weitergegeben haben. Jetzt hat der Prozess gegen ihn begonnen, aber der 18-Jährige schweigt.
Update: 04.01.2017 - 11:31 Uhr 2 Kommentare
Der mutmaßliche Unterstützer der Terrororganisation IS sitzt im Kammergericht auf der Anklagebank. Quelle: dpa
Prozess gegen IS-Terrorverdächtigen

Der mutmaßliche Unterstützer der Terrororganisation IS sitzt im Kammergericht auf der Anklagebank.

(Foto: dpa)

BerlinDie Vorwürfe der Bundesanwaltschaft gegen einen 20-jährigen Syrer wiegen schwer: Der IS-Terrorverdächtige soll potenzielle Anschlagsziele in Berlin ausgespäht haben. Zu Prozessbeginn vor dem Kammergericht in Berlin verweigerte der Angeklagte am Mittwoch die Aussage. Einer seiner Verteidiger widersprach der Anklage und erklärte, sein Mandant sei kein IS-Mitglied gewesen.

Die Bundesanwaltschaft wirft dem 20-Jährigen insgesamt 181 mutmaßliche Taten in Syrien und Deutschland vor. So soll er Informationen über den Alexanderplatz, das Brandenburger Tor und das Areal um den Reichstag seinen Kontaktmännern bei der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mitgeteilt haben. Dazu gehörten Angaben, wie viele Personen und Reisebusse sich zu welcher Zeit an den ausgekundschafteten Orten in Berlin befanden.

Laut Anklage soll der junge Syrer zudem als Kontaktmann für etwaige Attentäter in Deutschland bereit gestanden haben. Konkrete Anschlagspläne oder -vorbereitungen soll es nicht gegeben haben. „Spätestens seit Mitte des Jahres 2013 identifizierte sich der Angeschuldigte mit den Zielen des IS“, heißt es in der Anklage. Als 16-Jähriger soll er bei der Belagerung eines Flughafens monatelang Wachdienste für den IS geleistet haben - bewaffnet mit einem Sturmgewehr. Danach sei er an der Einkesselung der Stadt Deir Ezzor beteiligt gewesen. Dort habe er auch das Camp der IS-Kämpfer als Fahrer mit Lebensmitteln versorgt.

„Als 18-Jähriger kam der Angeklagte über die Balkanroute nach Deutschland und distanzierte sich nicht vom IS“, sagte Staatsanwalt Gerwin Moldenhauer. Der Syrer, der als Flüchtling in Brandenburg und zuletzt in Bayern registriert gewesen sein soll, habe über sein Smartphone „intensiven Kontakt zu Mitgliedern des IS gehalten“.

Dieses mutmaßliche IS-Mitglied soll Anschlagsziele ausgekundschaftet haben

Verteidiger Tarig Elobied sagte, der Angeklagte habe kurz nach seiner Festnahme im März 2016 gegenüber der Polizei falsche Angaben gemacht. Die Anklage stütze sich „zum großen Teil auf ausgedachte Ereignisse“. Der 20-Jährige sei nicht Mitglied des IS gewesen, sondern in einer der Freien Syrischen Armee (FSA) nahestehenden Vereinigung.

Die Verteidigung scheiterte zu Beginn der Verhandlung mit einem Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit wegen des jugendlichen Alters des Angeklagten bei den mutmaßlichen Taten in Syrien. Der Prozess wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz wird am 5. Januar fortgesetzt.

  • dpa
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2 Kommentare zu "Prozess gegen IS-Terrorverdächtigen: Das große Schweigen"

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  • Und wieso genießt der noch Sicht-Schutz vor der Justiz und der Öffentlichkeit, wir wollen das Gesicht des menschlichen Abschaums sehen, denn der arme Höneß und weitere mussten es doch auch zeigen, obwohl sie eigentlich diese Bananenrepublik per se mit Steuern zuschütten.

  • Ein Wahnsinn, dass sich so eine Sau mit Anwaltshilfe auf unsere Kosten sogar noch in ein Gericht bewegen darf und muss. Denn er versteht doch per Definition und Prägung eh nur eine Sprache, die seines Landes, seiner Ideologie und damit die von Härte. Da hilft per se nur eines, erschiessen oder abschieben, denn selbst der deutsche Knast wäre noch viel zu gut und gemütlich für das miese Schwein!!!

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