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Prozess in der Türkei Islamistenführer Kaplan bittet Schily um Hilfe

Die größte Bedrohung für die innere Ordnung in Deutschland geht laut Verfassungschutzbericht unverändert von islamistischen Extremisten aus. Um so kurioser wirkt eine Meldung aus der Türkei: Demnach hofft der aus Deutschland abgeschobene Hassprediger Metin Kaplan auf Hilfe von Bundesinnenminister Schily.
Hofft auf deutsche Hilfe: Metin Kaplan vor dem Istanbuler Gericht. Foto: dpa

Hofft auf deutsche Hilfe: Metin Kaplan vor dem Istanbuler Gericht. Foto: dpa

HB BERLIN. Islamistenführer Kaplan erhält nach Angaben seiner deutschen Anwältin in der Türkei kein rechtsstaatliches Verfahren. Im Hochverratsprozess gegen ihn solle Kaplan unter Verwendung von erzwungenen Aussagen Dritter zu lebenslänglicher Haft verurteilt werden.

Aus diesem Grund sei Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) angeschrieben worden, so AnwältinIngeborg Naumann weiter. Er solle in der Türkei um Hilfe für ein gerechtes Verfahren beten.

Kaplan, auch bekannt als "Kalif von Köln", war vor gut sieben Monaten aus Deutschland abgeschoben worden. In der Türkei droht ihm eine lebenslange Haftstrafe wegen des Versuches eines bewaffneten Umsturzes. Die Anklage wirft ihm vor, einen Sprengstoffanschlag auf das Mausoleum von Staatsgründer Atatürk in Ankara geplant haben.

Schily äußerte sich zunächst nicht direkt zu dem Schreiben von Kaplans Anwältin. Er legte am Dienstag den Verfassungsschutzbericht 2004 vor und erklärte in diesem Zusammenhang: „Die Hauptgefahr für unsere demokratische Ordnung ist nach wie vor der islamistische Terrorismus."

Die Behörden in Deutschland könnten mit Zufriedenheit feststellen, dass sie bei der Abwehr islamistischer Extremisten durchaus Erfolge vorzuweisen hätten, so Schily. Die Zahl der Mitglieder und Anhänger islamistischer Organisationen in Deutschland sei allerdings von 30 950 auf 31 800 gestiegen.

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