Prozess in Düsseldorf Zweieinhalb Jahre Haft für deutschen Taliban

Eine Krankheit verhinderte den Kampf eines deutschen Taliban gegen westliche Truppen: Dennoch hat ihn ein Gericht in Düsseldorf verurteilt. Er war von Lünen aus in den Dschihad gezogen.
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Josef D. auf der Anklagebank in Düsseldorf, Anfang Dezember 2013. Quelle: dpa

Josef D. auf der Anklagebank in Düsseldorf, Anfang Dezember 2013.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEin 31-jähriger deutscher Taliban aus Lünen im Ruhrgebiet ist in Düsseldorf als Terrorist zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Oberlandesgericht sprach ihn am Montag wegen der Mitgliedschaft bei den terroristischen „Deutschen Taliban Mudschahedin“ (DTM) schuldig. Er hatte sich in Pakistan 2010 der Gruppe um Eric Breininger angeschlossen, die Selbstmordanschläge gepriesen hatte und durch ihre Video-Botschaften im Internet bekanntgeworden war.

Mit seinem Urteil blieb das Gericht am Montag leicht unter der Forderung der Bundesanwaltschaft, die für den 31-Jährigen zwei Jahre und zehn Monate Haft beantragt hatte. Seine Verteidiger hatten einen Freispruch gefordert: Der Anklagevorwurf habe sich nicht bestätigt. So sei nicht erwiesen, dass es sich bei der DTM um eine Terrorgruppe gehandelt habe.

Das Gericht sah dies anders: Wenn Josef D. alias „Jussuf“ eine vergleichsweise geringe Schuld treffe und sein Tatbeitrag untergeordnet war, sei dies vor allem seiner dauerhaften Erkrankung zuzuschreiben. Sein desolater Gesundheitszustand hatte keine Kampfeinsätze zugelassen. Seine kriminelle Energie sei aber größer gewesen. „Er war kein schlichter Mitläufer“, sagte der Vorsitzende Richter Frank Schreiber.

Bereits im Zivildienst habe sich der Mann radikal-islamischen Ideen zugewandt. Er sei auf eigenen Entschluss ins pakistanisch-afghanische Grenzgebiet gereist, um sich dem Dschihad anzuschließen, habe sich eine Kalaschnikow AK 47 gekauft und das Schießen trainiert.

Während seiner vier Monate bei der DTM habe er allerdings neben einer chronischen Durchfallerkrankung auch schon an einem Vorstadium zu einer schweren psychischen Erkrankung gelitten und sei deswegen vermindert schuldfähig.

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