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Qualifizierung Firmen sorgen für Boom bei Weiterbildung

Betrieblich finanzierte Weiterbildungen werden beliebter. Der Bund stellt im Sommer seine Strategie vor, mit der er Nachschulungen weiter stärken will.
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Die Große Koalition will mit Nachschulungen die Bürger für die Digitalisierung fit machen. Quelle: obs
Digitalisierung

Die Große Koalition will mit Nachschulungen die Bürger für die Digitalisierung fit machen.

(Foto: obs)

BerlinNoch diesen Sommer will die Bundesregierung ihre im Koalitionsvertrag angekündigte Weiterbildungsstrategie vorstellen – in Zeiten der Digitalisierung soll die Nachschulung der Erwachsenen deutlich gestärkt werden. Bisher gibt es dazu aber weder Details noch einen Finanzrahmen.

In der Wirtschaft jedoch boomt die Weiterbildung: Die Anbieter berichten von einer „hervorragenden wirtschaftlichen Stimmung“. Das zeigt der jüngste Weiterbildungsmonitor für 2018, den das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) jährlich erheben. Das Klima bei den betrieblich finanzierten Weiterbildungsanbietern ist danach gegenüber dem Vorjahr auf einer Skala von minus 100 bis plus 100 noch einmal um drei Punkte auf plus 57 gestiegen.

„Der fortbestehende Boom dieser Anbieter geht einher mit einem seit 2011 hohen Weiterbildungsengagement der Betriebe“, schreibt BIBB-Experte Stefan Koscheck. Offensichtlich setzten diese sowohl bei neuen Arbeitsanforderungen durch den technologischen Wandel als auch im Zuge zunehmender Fachkräfteengpässe verstärkt auf Weiterbildung.

Eine „anhaltende Nachfrage“ nach Weiterbildung stellt der Monitor auch bei Selbstzahlern fest, die die Anbieter mit einem Wert von plus 50 als ebenfalls überdurchschnittlich einordneten. Gegenüber 2017 gab es hier jedoch einen kleinen Rückgang.

„Regelrecht abgestürzt“ sei dagegen der Wert für die Weiterbildungseinrichtungen, die überwiegend für die Arbeitsagenturen beziehungsweise Jobcenter tätig sind. Er ging im Vergleich zu 2017 um satte 46 Punkte zurück und lag 2018 nur noch bei plus sieben Punkten.

Zentrale Plattform für Weiterbildungsanbieter

Dieser Einbruch hänge offensichtlich mit der deutlichen Abnahme der Förderfälle arbeitsmarktpolitischer Instrumente nach Sozialgesetzbuch III und II zusammen – bei insgesamt positiver Entwicklung des Arbeitsmarktes. Geht es nach der Union, soll der Bund künftig eine zentrale Plattform für alle Weiterbildungsanbieter einrichten – und Teilnehmer mit Prämien zum Mitmachen animieren.

Vorangetrieben wird das Projekt „Milla“ – Modulares interaktives lebensbegleitendes Lernen für alle – vom Arbeitskreis ‚Zukunft der Arbeit‘ der Unionsfraktion. Das KI-getriebene Konzept soll auch Arbeitgebern die Möglichkeit bieten, sich gezielt an Arbeitnehmer zu richten, die über Milla eine von ihnen gesuchte Qualifikation erworben haben.

Ob Milla Teil der nationalen Weiterbildungsstrategie wird, ist unklar, man prüfe „ergebnisoffen“, hieß es im Bildungsministerium. Sehr optimistisch zeigte sich zuletzt der Hauptinitiator, der frühere Berliner Justizsenator, Thomas Heilmann: Sowohl Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) als auch Arbeitsminister Hubertus Heil hätten sich ihm gegenüber dazu äußerst positiv geäußert.

Daher sei er überzeugt, dass es auf jeden Fall eine digitale Plattform geben werde, auch „wenn die dann nicht unbedingt Milla heißen muss“.

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