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Ranking Das Rennen um das Siegel „Elite-Uni“ beginnt

47 deutsche Unis bekommen insgesamt 2,7 Milliarden für neue Forschungscluster. Doch von der Weltspitze sind Unis hierzulande noch ein gutes Stück entfernt.
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Deutsche Universitäten hinken im internationalen Vergleich hinterher. Quelle: dpa
Studenten im Hörsaal

Deutsche Universitäten hinken im internationalen Vergleich hinterher.

(Foto: dpa)

BerlinDie Erwartungen waren enorm: In einer Dekade könnten die besten deutschen Universitäten an die Weltspitze aufrücken, waren führende Universitätsrektoren 2007 überzeugt, als die Exzelleninitiative startete – und mit ihr die zusätzliche  Milliardenförderung vor allem durch den Bund.   

Doch der Weg nach oben ist mühsamer als gedacht: Im jüngsten internationalen „Times Higher Education Ranking“ der besten Universitäten weltweit hat es die Münchner LMU zwar mittlerweile auf Platz 32 hochgearbeitet. Es folgen die TU München auf Platz 44 und die Uni Heidelberg auf Platz 47.

Doch von der Spitze sind sie noch weit entfernt. Dort stehen die englischen Universitäten Oxford und Cambridge, es folgen sechs US-Universitäten. Danach kommen im Ranking die asiatischen Universitäten. Vor allem die japanischen Unis haben kräftig aufgeholt, so die Macher des Rankings.

Doch der Kampf geht weiter: Im Rahmen der Exzellenzstrategie – wie die neu aufgestellte Initiative nun heißt – erhalten deutsche 34 Universitäten über die nächsten sieben Jahre 2,7 Milliarden Euro für insgesamt 57 Exzellenzcluster, also Forschungsverbünde zu speziellen Themen.

Damit „wird ein neues Kapital für die Spitzenforschung aufgeschlagen“, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bei der Verkündung der Ergebnisse am Donnerstagabend in Bonn. Der Wettbewerb war hart, etwa die Hälfte der Anträge fiel durch.

Zugleich ist die Auswahl der Sieger-Cluster eine Vorentscheidung, wer eine Chance hat, im Sommer 2019 zur Elite-Uni gekürt zu werden – und eine zusätzliche Förderung zu erhalten. Das Gesamtvolumen der Exzellenzstrategie steigt dann auf 533 Millionen Euro jährlich. Dafür brauchen einzelne Universitäten zwei geförderte Cluster, Verbünde von Universitäten drei.  

Weit übertroffen haben das die Berliner Universitäten: Die Freie Universität, die Technische Universität und die Humboldt-Universität waren gemeinsam mit sieben ihrer neun Cluster-Anträge erfolgreich. „Glanz und Gloria, daran muss man sich in Berlin erst wieder gewöhnen“, kommentiert der ‚Tagesspiegel‘. „Zu lange stand Berlin neben München als arme Verwandte im Osten da“. Die drei Berliner Unis wollen 2019 als Verbund Elite-Uni werden.

Uni Bonn hat die meisten Exzellenzcluster

Zu den großen Gewinnern mit den meisten bewilligten Förderanträgen zählt die Uni Bonn, die bisher nicht Elite-Uni ist. Sie bestreitet allein vier Cluster alleine und ist an zwei weiteren beteiligt. Die Ludwig-Maximilian-Universität und die Technische Universität München haben mit vier gemeinsamen Projekten gewonnen. Die Uni Hamburg hat vier Anträge bewilligt bekommen. Die Technische Hochschule Aachen gewinnt mit zwei Clustern alleine und ist Partner bei einem weiteren. Dreifach Grund zur Freude hat die Uni Tübingen mit allen eingereichten Anträgen.

Insgesamt drei Mal gewonnen hat die TU Dresden. Weitere Gewinnercluster errangen die Universitäten Bayreuth, Bochum, TU Braunschweig, Bremen, Freiburg, Göttingen, Uni Hannover, Heidelberg, Jena, Kiel, Köln, Konstanz, Mainz, Münster und Stuttgart sowie die Medizinische Hochschule Hannover.

Zu den Themen der Forschungsprojekte zählen der Klimawandel, Präzisionsmedizin, computerbasiertes Bauen, das Internet der Produktion oder Robotik für die Nutzpflanzenproduktion.

Der Grünen-Bildungsexperte Kai Gehring sagte: „Exzellenz in der Forschung anzureizen ist wichtig, um sozial-ökologische Innovationen für künftigen Wohlstand zu entfachen.“ Zugleich mahnte er mehr dauerhafte Mittel an: „Die vielerorts stagnierende oder gar erodierende Grundfinanzierung von Universitäten und Fachhochschulen bleibt das Hauptproblem des deutschen Wissenschaftssystems.“

Mit Blick auf die laufenden Verhandlungen über ein Nachfolge des Hochschulpakts forderte Gehring, Bund und Länder müssten den Hochschulpakt dauerhaft schmieden und die Summen jährlich um drei Prozent erhöhen. Beim Hochschulpakt stellt der Bund für neue Plätze an den Hochschulen 2007 bis 2023 rund 20 Milliarden Euro bereit, die Länder rund 18 Milliarden.

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