Reaktionen auf Alfa „Bin gespannt, wann Lucke die dritte Partei gründet“

Mit seiner neuen Partei erntet Ex-AfD-Chef Bernd Lucke heftige Kritik und Spott. Sie SPD kanzelt die Alfa-Mitglieder als Wirrköpfe ab. Parteienforscher sehen sogar Vorteile für die AfD durch die Neugründung.
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Muss mit seiner neuen Partei Alfa herbe Kritik einstecken: Bernd Lucke. Quelle: dpa
Alfa-Chef Lucke.

Muss mit seiner neuen Partei Alfa herbe Kritik einstecken: Bernd Lucke.

(Foto: dpa)

BerlinDie neue Partei Alfa des Ex-AfD-Chefs Bernd Lucke stößt bei Politikern von SPD, Grünen und FDP auf scharfe Kritik. Lucke sei als Politiker eine „gescheiterte Existenz“, der mit der Alternative für Deutschland (AfD) genau das geerntet habe, was er selbst angerichtet hatte, sagte Stegner dem Handelsblatt. „Ob er nun eine neue antieuropäische Splittergruppe gründet oder nicht, ist ziemlich schnurz. Für demokratische Parteien können solche Rechtspopulisten und Wirrköpfe niemals Partner sein.“ Deutschland brauche eine Lucke-Partei so nötig wie einen Kropf.

Der Grünen-Innenpolitiker Volker Beck zeigte sich überzeugt, dass die neue Lucke-Partei „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ (Alfa) mit ihrem „chauvinistischen und egoistischen Anti-Euro-Kurs“ vor allem mit der ins Rechtsextreme abdriftenden AfD konkurriere, die wiederum in Sachsen der NPD das Wasser abgrabe. Zu all dem komme noch die Pegida dazu. „Der Wirrwarr zeigt, dass weder Ressentiments noch Hass ein sinnvolles Programm ergeben“, sagte Beck dem Handelsblatt.

Aber demokratische Parteien müssten diese „Ressentiment-Partei-Projekte ernst nehmen“, sagte Beck weiter. Der Kampf für Demokratie, Rechtsstaat und Menschenwürde müsse verstärkt werden, zumal die demokratischen Errungenschaften von Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz keine Selbstverständlichkeiten seien. „Sie müssen jeden Tag im Netz, am Stammtisch und auf der Straße verteidigt werden“, betonte der Grünen-Politiker.

Neue Partei, alte Gesichter
Bernd Lucke - Vorsitzender
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Einmal Chef, immer Chef: Nur wenige Wochen nach seiner Niederlage im Machtkampf um die AfD-Führung hat Bernd Lucke schon eine neue Partei gegründet: Die „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ (Alfa) soll eine liberal-konservative, eurokritische Haltung vertreten – ohne die nationalkonservativen Positionen, die in der „Alternative für Deutschland“ Überhand gewonnen haben. Auf der ersten Mitgliederversammlung mit rund 70 Teilnehmern gab es einige bekannte Gesichter zu sehen.

Bernd Kölmel – stellvertretender Vorsitzender
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So war Bernd Kölmel einer der Mitbegründer des Weckrufs 2015, unter dem sich in der AfD der liberal-konservative Flügel der Partei versammelt hatte. Nach dem Parteitag in Essen, auf dem sich die Nationalkonservative mit der Wahl Frauke Petrys an die Spitze durchsetzten, verließ er die AfD. Bis dahin war er Sprecher des Landesverbandes Baden-Wüttemberg und wurde dank Listenplatz 3 für die AfD ins Europaparlament gewählt. Seine Stimme in Brüssel wird er nun für Alfa einsetzen. Auf der Mitgliedersversammlung wählten ihn die Teilnehmer zu einem der drei stellvertretenden Vorsitzenden.

Gunther Nickel – stellvertretender Vorsitzender
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Der zweite stellvertretende Vorsitzende von Alfa ist Gunther Nickel (links): Er war von Dezember 2013 bis November 2014 AfD-Landessprecher von Hessen und einer der Gründer des Arbeitskreises „Arbeitnehmer in der AfD“. Dieser hatte sich als Reaktion auf die harsche Kritik von einigen Gewerkschaften an der AfD gegründet.

Reiner Rohlje – stellvertretender Vorsitzender
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Der dritte stellvertretende Alfa-Vorsitzende ist Reiner Rohlje: Der Weckruf-Mitbegründer war in der AfD stellvertretender Vorsitzender für den Landesverband Nordrhein-Westfalen. Er legte das Amt jedoch wegen interner Streitigkeiten mit dem nationalkonservativen Landessprecher Marcus Pretzell nieder. Nachdem Pretzell auf dem Parteitag der „Alternative für Deutschland“ die AfD als Pegida-Partei bezeichnet hatte und Lucke abgewählt worden war, trat Rohlje aus der Partei aus.

Ulrike Trebesius – Generalsekretärin
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Die Ex-AfDlerin Ulrike Trebesius wurde zur Generalsekräterin gewählt. Die 44-Jährige war Sprecherin des AfD-Landesverbandes Schleswig-Holstein und kam bei der Europawahl auf Listenplatz 6 der AfD ins EU-Parlament. Als der Zoff in der AfD immer heftiger wurde, schloss sie sich dem Weckruf 2015 an und wurde dessen Vorsitzende. Nach dem Parteitag in Essen trat sie aus der AfD aus.

André Yorulmaz – stellvertretender Generalsekretär
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In der AfD wollte Lucke ihn zum Generalsekretär machen: Der homosexuelle Deutsch-Türke André Yorulmaz sollte das Image der als homophob und ausländerfeindlich verschrieenen Partei aufpolieren. Der 32-Jährige lebt mit seinem Freund zusammen, bekennt sich aber zu einem „konservativen Familienbild“ und lehnt das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare ab. In der „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ wurde er nun zum stellvertretenden Generalsekretär gewählt.

Weitere Vorstandsmitglieder
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Auch der restliche Vorstand besteht aus Weckruf-Mitgliedern: Jochen Seeghitz ist Schatzmeister, Arnd Frohne sein Stellvertreter. Jürgen Joost wurde zum Leiter des Vorstandssekreteriats gewählt, Margot Rheinheimer-Bradtke zur Justiziarin und Franz Novosel zum Mitgliederbeauftragten. Weitere Vorstandspositionen sollen später nachgewählt werden.

Der einstige AfD-Gründer Lucke hatte am Sonntag kurz nach dem Rückzug aus seiner bisherigen Organisation eine neue Partei gegründet. Alfa wurde bei einem Treffen des von Lucke gegründeten Vereins „Weckruf 2015“ aus der Taufe gehoben. Lucke, der sich dem wirtschaftsliberalen Flügel der AfD zugerechnet hatte, war im Streit mit dem nationalkonservativen Flügel um seine Rivalin Frauke Petry unterlegen.

Der FDP-Politiker Volker Wissing sprach Lucke ab, für liberale Positionen zu stehen. Lucke sei und bleibe konservativ. Seine neue Partei werde ebenso wenig liberal wie seine alte. „Wer Intoleranz predigt und den gesellschaftlichen Wandel beklagt, ist kein Liberaler“, sagte das Mitglied im Präsidium der Liberalen dem Handelsblatt. Zwischen Lucke und der FDP lägen Welten. „Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis er wieder austritt und die dritte Partei gründet.“

„Alfa bleibt programmatisch relativ konturenlos“
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5 Kommentare zu "Reaktionen auf Alfa: „Bin gespannt, wann Lucke die dritte Partei gründet“"

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  • Wenn man lachen muss, entstehen Fehler - heißt natürlich "ihm".

  • Aber was Lucke kann, ist Parteien gründen und zwar sehr schnell.

    Das macht im keiner so schnell nach. Alle Achtung.

  • - Die SPD kanzelt die Alfa-Mitglieder als Wirrköpfe ab. Parteienforscher sehen sogar Vorteile für die AfD durch die Neugründung. -

    Den Namen gibt es auf jeden Fall schon. "Wirrköpfe" (70), könnte schon stimmen.

  • Alpha Beta Gamma - Herr Lucke wird mit seinem "Führer-Kult" noch oft scheitern.

    Das ist jedenfalls zu hoffen.

    Er biedert sich als bellender Kettenhund im Auftrag der Blockparteien gegen die AfD an. Widerlicher kann man sich nicht mehr benehmen und auch nicht egozentrischer.


    PFUI Lucke !!

    Lucke, Henkel, Starbatty, Trebesius - eine tolle "Elite-Riege" um

    - gegen Bürgerrechte und Basisdemokratie
    - für TTIP und billige Absatzmärkte, US-Hörigkeit, Diktatur der Gross-Industrie
    - für EU-Zentral-Staat mit dem bekennenden Lügner und Alkoholiker als Chef
    - für Abschottung und Agression gegen Russland
    - für Ausweitung der NATO in Richtung Osten - direkt vor Russlands Grenzen
    - für Abbau der Souveränität Deutschlands als Nährbrei für das Projekt Europa

    einzustehen. PFUI !!


    Und dann immer ein bisschen "käckern" gegen den EURO um Dummköpfe als "Fan's" unter den Bürgern in Deutschland zu finden.

    Zu DDR-Zeiten gab es ein Kombinat "Fortschritt" und prangte auf den Traktoren und Mähdreschern als sozialistische Formel.

    Frau Merkel kam 1990 über die Partei "Demokratischer Aufbruch" durch Verschmelzung mit der Ost-CDU in die CDU. Sie hatte nie einen Aufnahmeantrag bei der CDU gestellt. Wurde über den "Aufbruch" reingeschmolzen.

    Soviel fällt mir zu Fortschritt und Aufbruch ein. Sozialistischer Stallgeruch !

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    "... Bernd Lucke führt "Schwarze Liste" bei der Partei Alfa ... "

    Gibt es in Deutschland keinen Datenschutz ? Kann nicht ein Jurist dazu Stellung beziehen ? Lucke öffnet Tür und Tor für Denunzationen und Verleumdungen.

    Wer zeigt Lucke an ? Durfte er überhaupt die Mitglieder-Liste der AfD entwenden und jetzt missbrauchen ??


    http://www.welt.de/politik/deutschland/article144215891/In-Luckes-Partei-herrschen-strenge-Einlasskontrollen.html

  • Immerhin kann er Parteien gründen. Die meisten können das nicht, denen fehlt der Sachverstand.
    Manche wiederum müssen bestehende Parteien unterwandern, um ihren politischen Aberrationen nachkommen zu können.

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