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Reaktionen auf neues Steingart-Buch „Vereinigte Staaten von Europa sind eine Schimäre“

Dauerfinanzkrise oder Wohlstand für alle? Dieser Frage geht Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart in seinem neuen Buch nach. Die Antworten, die er gibt, stoßen bei führenden Ökonomen auf ein geteiltes Echo.
19.04.2013 - 14:30 Uhr 21 Kommentare
Cover des neuen Buchs von Gabor Steingart.

Cover des neuen Buchs von Gabor Steingart.

Berlin Gabor Steingart ist bekannt für klare Standpunkte. Auch in seinem neuen Buch „Unser Wohlstand und seine Feinde“ nimmt der Handelsblatt-Herausgeber kein Blatt vor den Mund. Handelsblatt Online hat zwei der führenden deutschen Ökonomen mit Steingarts Thesen konfrontiert: IW-Chef Michael Hüther und IMK-Direktor Gustav Horn.

Schonungslos zeigt Autor Steingart auf, wie Banken und Regierung eine heimliche Koalition gegen unseren Wohlstand geschmiedet haben und warum die Marktwirtschaft heute nicht von ihren Feinden, sondern von ihren Freunden verraten wird. „Politiker retten Banken. Banken retten Staaten. Und beide zusammen lassen sich von den Notenbanken aushalten, die mit dem Gelddrucken kaum noch nachkommen“, konstatiert der Autor. „Die einst von Ludwig Erhard erschaffene Marktwirtschaft wurde in eine Bastardökonomie  verwandelt – halb Markt-, halb Staatswirtschaft – in der Risiko und Verantwortung entkoppelt wurden.“

Um die bastardisierte Marktwirtschaft, die sich als „Sackgasse der ökonomischen Evolution“ erwiesen habe, zu beenden, fordert Steingart ein Entflechtungsgesetz. Ziel eines solchen Gesetzes ist es, den Rückzug des Staates aus der Geldwirtschaft und den Rückzug der Geldwirtschaft aus dem Gemeinwesen zu organisieren. Steingart: „Nicht der Staat und die Banken sind von Übel, sondern ihre Zusammenarbeit ist von bedenklichem Charakter, weil beide die Risiken, die sie eingehen, nicht tragen können.“

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    Darüber hinaus fordert der Bestsellerautor die Abschaffung des Budgetrechts: „Das Parlament hat sein Königsrecht, das Budgetrecht, verwirkt und sollte die Entscheidungen über Ausgaben und Einnahmen dem Bürger überlassen.“ Die Abgeordneten seien ihrer Pflicht, der notorischen Verschuldung Einhalt zu gebieten, nicht nachgekommen. Künftig solle daher das letzte Wort bei der Festlegung von Leitlinien für die Verabschiedung der Haushaltsbudgets in den Parlamenten beim Bürger liegen.

    „Diskussion über die wahren Ursachen der Finanzkrise“

    Steingarts Forderungen sind gewagt, aber die Zuspitzung ist auch gewollt. Denn „Unser Wohlstand und seine Feinde“ versteht sich auch als Streitschrift und als leidenschaftliche Hommage an die in Vergessenheit geratene Idee vom „Wohlstand für alle“. Nur, wie kommen die Thesen beziehungsweise die Maßnahmen, die Steingart vorschlägt, bei den beiden Ökonomen an, die ganz unterschiedlicher Couleur sind: Michael Hüther, Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und Gustav Horn, Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK).

    Ihre Einschätzungen fallen überraschend differenziert aus: Steingart erntet nicht nur Widerspruch, sondern auch Zustimmung:

    Steingart-Forderung 1:  Abschaffung des Budgetrechts
    Seite 123456Alles auf einer Seite anzeigen
    21 Kommentare zu "Reaktionen auf neues Steingart-Buch: „Vereinigte Staaten von Europa sind eine Schimäre“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Hier wird etwas Wichtiges übersehen.

      So der Souveran will das an die Palamentarier gegebene Budgettrecht zurück.
      Das finde ich sehr provokativ.Dabei übersieht man
      Warum?
      Die eigentliche Antwort steht im Artikel.
      Fakten, leider.

      Schönen Abend noch.

    • Auch ich war einmal ein gluehender Anhaenger eines Vereinten Europa. Aber das ist schon lange her. Vor Jahrzehnten schon erkannte ich, dass die edlen Ziele in der Praxis nationaler Egoismen in den Staub getreten wurden. Etwas groteskeres als die europaeische Agrarpolitik kann ich mir bis heute nicht vorstellen. Beispiele fuer Versagen in der Europapolitik fallen mir zuhauf ein. Die Affaere mit der Bananenkruemmung ist dabei eher eine harmlose Kuriositaet. Wo aber sind die Erfolge? Eine gemeinsame Aussenpolitik waere vielleicht ein erstes anzustrebendes Ziel gewesen. Oder eine gemeinsame Verteidigungspolitik. Bitte, kann mir jemand einen europaeischen Erfolg nennen? Eine zeitlang dachte ich, der Euro koennte ein Erfolg werden. Die Idee und das Regelwerk fand ich ausgezeichnet. Doch was ist daraus geworden? Auch das Schengenabkommen hielt ich fuer eine Errungenschaft. Seit Jahren broeckelt dieses Abkommen und wie lange kann es halten, wenn klamme Staaten Europaesse verkaufen.

      Ein Europa, in dem seine Buerger in Freiheit, Wuerde und Selbstbestimmung leben koennen, kann nur geschaffen werden von Politikern, die verstehen, was Subsidiaritaet heist, die als elementares Prinzip in den europaeischen Vertragen festgelegt wurde. Die Standardisierungs- und Harmonisierungswut geht in die falsche Richtung, sie nimmt uns Buergern die Wahlfreiheit und entmuendigt uns. Ein solches Europa will ich nicht!

    • Das alles zeigt doch sehr deutlich, das die neue AfD schon fast zu spät kommt. Das korrupte Systemspiel muss aufhören und die Bürger müssen wieder die Hauptrolle spielen. Wenn die Bürger das begreifen, wird die AfD zweistellig.

    • Die Aussicht auf die "Vereinigten Staaten von Europa" war der ausgelegte Köder, der "blauäugige" deutsche Politiker und damit Deutschland in die EURO-Falle lockte, aus der es nun -
      ohne politische Verwerfungen anzurichten (EU-Austritt/Vertragsbruch) - kein Entrinnen gibt.

    • @herimax
      Die Sozialisten und die Nazis meinten auch, die Wahrheit gepachtet zu haben. Die Euroideologen auch. Schönes Opfer sind Sie - Ihre Bereitwilligkeit für dieses mönströse "politische GROSSProjekt" ist doch sehr schön. Deutscher Größenwahn, Überheblichkeit und Selbstüberschätzung - getarnt als Logik und rationales Denken.
      Sie sind völlig auf dem falschen Dampfer! Wenn alles kaputt ist, werden Sie das auch vielleicht(!) erkennen - aber bei den Ideologen ist dann nur die Ausführung schlecht gewesen. Die Idee selbstverständlich über jeden Zweifel erhaben.

    • Dieter Brandes, Hamburg

      Mit den "Vereinigten Staaten von Europa" ignoriert Gabor Steingart eine leider auch in der Politik noch total unverstandene Erkenntnis. Komplexe Systeme sind schwer oder kaum steuerbar. Ihre Entwicklung ist unvorhersehbar. Die Vereinigten Staaten von Europa wären sogar extrem komplex. 27 höchst unterschiedliche Elemente mit ungeheuer vielen Verbindungen untereinander können nicht funktionieren und müssen scheitern. Empfehlung an alle, die sich mit diesem "Traum" beschäftigen, sich einmal mit den Grundgedanken von Komplexität auseinanderzusetzen. Die 27 Elemente steigern sich ins Unübersehbare, denn ihre Unterelemente (jeweils mindestens mal Faktor 27) sind kaum zu zählen: Sprachen, Geschichte, Kulturen, Sozialsysteme, Steuersysteme, Rechtssysteme, Bildungssysteme etc., etc.

    • Eigentlich ist es gemein, immer wieder Herrn Horn vorzuführen in der sicheren Erwartung, er würde den zur Unterhaltung notwendigen Unfug beisteuern; Herr Horn sozusagen als „Karl Dall eines Schönheitswettbewerbes“.

      Abschaffung des Budgetrechtes:
      Richtig, daß Budgetrecht war das Königsrecht des Parlamentes. Allerdings in einer Zeit, in der das GESAMTE Parlament in Opposition zum monarchischen Herrscher stand. Heute geht der „Herrscher“ aus der parlamentarischen Mehrheit hervor. Läßt man Mario Götze einen Elfmeter gegen sein eigenes Team Borussia Dortmund schießen?

      Ob Steingarts Lösungsvorschlag gangbar ist, sei dahingestellt.

    • Gabor, einen halben Punkt hast Du von hundert. Aber das scheint ja dem Handelsblatt zu reichen. Selten so viele Schwachsinns Thesen gelesen. Wer Hans Werner Sinn als Ausnahme Ökonom sieht, dem ist nicht zu helfen. Und die FTD musste aufgeben.....

    • "Der Souverän weiß, wie man Geld zusammenhält und seinen Kindern ein Erbe statt Schulden hinterlässt".

      Klar weiß er das. In dem er Schwarzgeld auf die Caymans bringt. So lief es doch ganz gut. Aber jetzt ist Schluß mit lustig

    • "Handelsblatt Online hat zwei der führenden deutschen Ökonomen mit Steingarts Thesen konfrontiert: IW-Chef Michael Hüther und IMK-Direktor Gustav Horn"

      Meines Erachtens "führen" die beiden lediglich in der Zahl ihrer Publikationen im HB.
      Wie glücklich ist denn Herr Steingart mit den griechischen Staatsanleihen geworden, für die er hier in einem schmalztriefenden Artikel geworben hat?

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