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Reaktionen auf Väter-Teilzeit „Ein freier Nachmittag ist ein Witz“

SPD-Chef Gabriel will einen Nachmittag pro Woche mit seiner Tochter verbringen. Doch in der Realität haben viele Väter diese Möglichkeit nicht, berichten Leser auf Facebook und im Handelsblatt-Forum. Eine Netzschau.
10.01.2014 - 16:40 Uhr Kommentieren
Väter, die ihr Kind zur Kita bringen oder es abholen. Für männliche Führungskräfte ist das nicht selbstverständlich. Quelle: dapd

Väter, die ihr Kind zur Kita bringen oder es abholen. Für männliche Führungskräfte ist das nicht selbstverständlich.

(Foto: dapd)

Düsseldorf „Meine Frau ist berufstätig, und mittwochs bin ich mit dem Abholen aus der Kita dran.“ Das sagte Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) kürzlich in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung. Handelsblatt Online hakte bei Arbeitgebern und Forschern nach – das Ergebnis: Die Wirtschaft lehnt das Modell Teilzeitväter ab – und die meisten Väter wollen ebenfalls nicht kürzer treten.

Im Netz bekommt der SPD-Chef viel Unterstützung. Ursula Ilmberger beispielsweise schreibt auf der Handelsblatt-Facebook-Seite, es sollte normal sein, dass „Väter auch mal die Kinder vom Kindergarten abholen und dann etwas früher gehen“. Mit den modernen Medien könne man doch auch von zuhause aus viel erledigen. Johannes Nuss ergänzt: „Wenn man solche Jobs hat und überdurchschnittlich viel arbeitet, hat man auch Freiheiten.“ Gabriel arbeite vermutlich bis zu 80 Stunden in Woche. „Da ist ein freier Nachmittag in der Woche ein Witz.“

Ronny Wallossek berichtet, dass er selbst Ministerialmitarbeiter ist und sich einen festen Heimarbeitstag geschaffen hat. Seine Kinder könne er dann „auch mal zum Sport fahren“ oder „mit ihnen in die Fahrbücherei gehen“. Bisher habe ihn deshalb noch niemand schief angeschaut. Michael Seibert glaubt, viele Menschen würden das geringere Einkommen mit dem sie durch die Teilzeit zurecht kommen müssten, für eine Weile in Kauf nehmen. „Ich sehe das Problem eher im Arbeitsmarkt, der meiner Meinung nach sehr sehr arrogant ist.“ Was die Unternehmen mittlerweile von einem Bewerber fordern würden, sei jenseits von Gut und Böse.

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