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Rechtsextremismus Nach Özdemir erhält nun auch Claudia Roth Morddrohungen von Rechtsextremisten

In einer Mail hat die rechtsextremistische Gruppe „AWD“ wohl mit Anschlägen auf den Ex-Grünen-Chef und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth gedroht.
Update: 02.11.2019 - 15:39 Uhr Kommentieren
Die beiden Grünen-Politiker sind ins Visier von Rechtsextremisten geraten. Quelle: dpa
Claudia Roth und Cem Özdemir

Die beiden Grünen-Politiker sind ins Visier von Rechtsextremisten geraten.

(Foto: dpa)

Berlin Der Grünen-Politiker Cem Özdemir und Claudia haben Medienberichten zufolge mutmaßlich von Rechtsextremisten eine E-Mail mit einer konkreten Todesdrohung erhalten. Özdemir stehe als erster Name auf einer Todesliste, hieß es demnach Ende Oktober in dem Schreiben einer Gruppe mit dem Namen „Atomwaffen Division Deutschland“ an das Büro des türkischstämmigen Bundestagsabgeordneten.

Eine rechtsextremistische Gruppe „Atomwaffen Division“ (AWD) gibt es in den USA. Die Zeitungen der Funke-Mediengruppe zitieren aus der ihnen vorliegenden Mail: „Zurzeit sind wir am Planen wie und wann wir Sie hinrichten werden, bei der nächsten öffentlichen Kundgebung? Oder werden sie von uns vor ihrem Wohnort abfangen.“

Der 53-jährige Ex-Grünen-Chef gab die Mail an die Bundestagspolizei und das Bundeskriminalamt (BKA) weiter. Er wurde in der Vergangenheit bereits wegen seiner scharfen Kritik am türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan von türkischen Nationalisten massiv bedroht und erhält seit längerem Personenschutz.

Roth sagte gegenüber der Funke-Mediengruppe: „Die Drohung mag diesmal gegen Cem und mich gerichtet sein, doch sie reiht sich ein in eine lange Liste versuchter Einschüchterungen - gegen Kommunalpolitikerinnen und die Zivilgesellschaft, gegen Jüdinnen und Muslime, gegen Künstlerinnen und Menschen mit Migrationshintergrund.“

Und weiter: „Wer glaubt, uns mit seinem dumpfen Hass und seiner geschichtsblinden Hetze vom Einsatz für eine vielfältige und weltoffene Gesellschaft abbringen zu können, den muss ich bitter enttäuschen.“

Das BKA verwies auf Anfrage der Zeitungen allgemein auf eine Stellungnahme vom vergangenen Jahr: „Die Gefährdung durch extrem rechte und rechtsterroristische Gewalttaten in der Bundesrepublik Deutschland bleibt, auch nach der Ankündigung der Existenz eines deutschen Ablegers der AWD, unverändert auf einem abstrakt hohen Niveau.“

Özdemir sagte den Zeitungen: „Ich kann mich auf den Begleitschutz durch das BKA verlassen. Doch was ist mit all den Kommunalpolitikerinnen und den ehrenamtlich Engagierten, die angefeindet werden und keinen Personenschutz haben?“ Es müsse möglich sein, am Spielfeldrand, im Bus und auf der Betriebsfeier für eine offene Gesellschaft einzutreten, ohne danach Hasskommentare in den sozialen Netzen zu bekommen.

Mehr: Die Probleme des Rechtsextremismus verschärfen sich: Verfassungschef Thomas Haldenweg warnt, dass sich rechte Ränder und Bürgertum mehr vermischen würden.

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  • dpa
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