Rechtspopulismus: Wie die AfD ihre internationale Vernetzung forciert
Berlin, Santiago, Shanghai, Tokio. Anfang November, ein Saal im Deutschen Bundestag. Etwa 300 Gäste drängen sich hinein, sie alle wollen Alex Bruesewitz erleben, einen Social-Media-Berater von US-Präsident Donald Trump, den das Nachrichtenportal Axios als einen der einflussreichsten Strategen in den USA bezeichnet. Die AfD hat Bruesewitz nach Berlin geholt, Thema der Veranstaltung: „Der globale Kampf um die Wahrheit. Wie Konservative die Deutungshoheit zurückgewinnen können.“
Dieser Abend im November ist nicht nur ein Sinnbild für die immer ausgeklügelteren Versuche der Rechten, Meinungen und Stimmungen im Internet zu steuern. Der Auftritt des US-Strategen zeigt vor allem, wie die AfD internationale Seilschaften pflegt und dabei immer erfolgreicher wird.
Dem Besuch Bruesewitz' gingen mehrere Reisen von AfD-Abgeordneten in die USA voraus, zuletzt war Beatrix von Storch im September in Washington, um Vertreter des Trump-Lagers zu treffen. Anfang Dezember schon ist der nächste Besuch einer AfD-Delegation geplant.
Während sich rechte Parteien in Europa wie der Rassemblement National in Frankreich oder Giorgia Melonis Brüder Italiens zuletzt eher distanzierten, findet die AfD im MAGA-Lager Unterstützung und Anschlussfähigkeit.