Rede vor türkischem Parlament Wulffs Fernduell mit Merkel und Seehofer

Es war die erste Rede eines deutschen Bundespräsidenten vor dem türkischen Parlament: Bei seinem Besuch in der Türkei wirbt Christian Wulff für Toleranz – auf beiden Seiten. Gleichzeitig fordert er mit seinen Äußerungen eimal mehr Kanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer heraus. Reaktionen aus Deutschland blieben nicht aus.
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ANKARA/BERLIN. Die erste Rede eines deutschen Bundespräsidenten vor dem türkischen Parlament stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Schuld daran war nicht nur die markige Behauptung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass der Multikulti-Ansatz in Deutschland "absolut gescheitert" sei. Politische Sprengkraft entfalteten vielmehr die Sätze von CSU-Chef Horst Seehofer, der eine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen wie der Türkei und arabischen Ländern ablehnte.

Bundespräsident Christian Wulff blieb in Ankara nichts anderes übrig, als diese Aussagen zurückzuweisen. "Unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger türkischer Herkunft sind in unserem Land herzlich willkommen, sie gehören zu unserem Land", sagte Wulff am Dienstag vor dem Parlament in Ankara. Zugleich forderte er, "dass sich jeder Zuwanderer mit gutem Willen aktiv in unsere deutsche Gesellschaft einfügt". Bereits zum Auftakt seines Besuchs hatte Wulff in einem Interview mit der türkischen Zeitung "Hürriyet" vor Pauschalurteilen gewarnt. "Zu behaupten, eine ganze Gruppe könne und wolle sich nicht integrieren, halte ich für falsch", sagte Wulff. Der Bundespräsident erteilte auch Seehofers Forderung nach einem Zuwanderungsstopp für Türken eine klare Absage.

Vor seiner Rede im Parlament war Wulff mit dem türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül zusammengetroffen. Gül, der bereits in den vergangenen Tagen an seine in Deutschland lebenden Landsleute appelliert hatte, die deutsche Sprache zu lernen und mit der Integration "schon im Kindergarten zu beginnen", warnte davor, das Thema Zuwanderung politisch zu instrumentalisieren. Er forderte mehr Hilfen für türkische Einwanderer, Deutsch zu lernen.

In seiner Rede vor der Großen Nationalversammlung betonte Wulff, dass niemand seine kulturelle Identität aufgeben oder gar seine Herkunft verleugnen müsse. Es gehe aber darum, die Regeln des Zusammenlebens in der jeweiligen Gesellschaft zu achten und zu schützen, die deutsche Sprache zu lernen, Recht und Gesetz einzuhalten, sich mit den Lebensweisen der Menschen vertraut zu machen. "Wer bei uns leben will, muss sich an die Regeln halten und unsere Art zu leben akzeptieren", sagte der Bundespräsident. Wulff appellierte aber auch an die Türkei, es den dort lebenden Christen zu ermöglichen, ihren Glauben genauso öffentlich zu leben, wie man das in Deutschland den Muslimen ermögliche. Christliche Gemeinden in der Türkei klagen über massive Diskriminierungen. "Das Christentum gehört zweifelsfrei zur Türkei", unterstrich Wulff in Anspielung auf seine eigene Feststellung, wonach der Islam "inzwischen auch zu Deutschland gehört".

CSU-Chef Seehofer ließ die Kritik des Bundespräsidenten nicht unkommentiert. "Ich habe eine Meinung zu dieser Thematik. Die Meinung liegt sehr im Interesse der in Deutschland lebenden Menschen - und ich werde diese Meinung beibehalten", sagte er.

Die politische Debatte über ein neues Zuwanderungssystem gewinnt auch zwischen den Koalitionspartnern an Schärfe. So lehnt Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ein Punktesystem für qualifizierte Zuwanderer strikt ab. "Jeder plaudert so daher, ohne sich mit der Sach- und Rechtslage zu beschäftigen", sagte er. "Das bestehende Recht ist sehr zuwanderungsfreundlich, wenn man es klug nutzt." Die Liberalen fordern ein solches System.

Eine Einigung scheint bei dem geplanten Gesetz zur beschleunigten Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse möglich, das nach Angaben von Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) bis zu 300 000 Fachkräften mit ausländischen Wurzeln die Anerkennung erleichtern soll. CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach fordert ein unbürokratisches System. "Es muss sichergestellt werden, dass ausländische Abschlüsse mit deutschen vergleichbar sind, sonst sehe ich den deutschen Arbeitsmarkt gefährdet", sagte er.

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38 Kommentare zu "Rede vor türkischem Parlament: Wulffs Fernduell mit Merkel und Seehofer"

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  • Na prima, Weitsicht existiert und sogar als Untermieter beim Wulff,da kann ja nichts mehr schiefgehen. Hoffentlich heißt er nicht in Wiklichkeit Kursicht,dann aber sofort ab zum Augenarzt zur Laserbehandlung. Hoho,die Witze werden auch immer schlechter!

  • Sie irren M. Durchblick! Natürlich bin ich existent.ich wohne als kleines grünes Männchen im Schädel des Herrn Wulff. Vorher wohnte ich bei Frau Merkel,da hat es mir aber nicht so gut gefallen, ich mußte immer "sozusagen" sagen. Das hält auf die Dauer niemand aus. Jetzt geht es besser,ich habe mehr Freizeit!

  • Chr.Weitsicht ist halluziniert.Den gibt`s gar nicht!

  • -> Chr.Weitsicht (33)

    Sie irren! Ob es ihnen passt oder nicht aber die Freiheitlichen um Geert Wilders sind in unseren Nachbarländer längst dabei in die Parlamente einzuziehen und ernten auch in den bürgerlichen Schichten zunehmend Zuspruch! Mit der islamfreundlichen Weichspülerdebatte werden die Herren Wulff + Co. diese Entwicklung nur noch forcieren! Über 1 Mio. verkaufte Exemplare von Dr. Thilo Sarrazin's buch spiegeln den lange Zeit unterdrückten Unmut in der bevölkerung wider.

  • [33] Chr.Weitsicht
    Sie sollten sich "Geisterfahrer" als Synonym zulegen! Denn Sie sind - Gott sei Dank - in der breiten deutschen Öffentlichkeit mittlerweile einer der wenigen, die noch gegen (Anti-p.c.-)Strom schwimmen! ..... und das ist gut so!

  • Radikaliskis wie K.beck hatten keine Chance,haben keine Chance und werden nie eine Chance haben und das ist gut so! Alles geht so weiter wie immer und das ist auch gut so.Die Aufregungen über Herrn Wulff sind höchst überflüssig! Er ist ein sehr guter, weitsehender Politiker und er wird seine Aufgabe hervorragend lösen.

  • Richtig Herr Frantzen!
    Nur wer soll das umsetzen? Wulff, Merkel, Westerwelle bestimmt nicht.Und auch nicht Herr Seehofer. Vom Personal der Übrigen schon gar niemand.
    Also was tun, sprach Lenin.Es bleibt nur die Neugründung einer Partei a´ la Wilders übrig radikal-freiheitlich, demokratisch, das interesse des Volkes im Auge,(Verzeihung Focus)habend.Und dann Druck, Druck und nochmals Druck bis den Damen und Herren die politischen Fetzen um die Ohren fliegen. Die Stuttgarter machen es vor.So würde es gehen,anders nie!

  • Der Verbalradikale Vorsitzende der Muslime Mazyek
    verhöhnt Deutschland nach Wulffs einschläfernde Rede. Die Muslime in Deutschland und die Christen in der Türkei haben das gleiche Problem ? Lieber Mazyek hier ist noch kein iman vom Turm geschossen worden und auch Moscheen haben hier nicht gebrannt. Kopftücher gibt es mehr als Steine auf den Strassen und 3000 Moscheen sprechen gegen ein paar Kirchen in der Türkei eine andere Sprache. Man kann sogar in Deutschland studieren um islam zu unterrichten.
    Ziehen sie sich mal einen Christlichen Talar über und laufen in der Osttürkei durch eine Kleinstadt, Wir werden sie Gott Sie Dank nicht wiedersehen.
    Das Wulff vor halbvollen Haus geredet hat und nur kleinen Aplaus bekommen hat, zeigt schon wie wichtig Wulff ist. Die Kurdenfrage nicht direkt angesprochen und auch nicht die Rückführung von Türkischen Kriminellen. Stattdessen Güls großer Cup
    seine Frau mit Kopftuch die Soldaten abschreiten zu lassen. Ein starkes Signal nach Deutschland, seht her Landsleute, die Türkei wird eines Tages zum Gottestaat. Die Grauen Grünen wirds freuen. Wenn Wulff noch was retten will, dann muss er massiv die Rechte der Christen einfordern und ein Kurdisches Dorf besuchen. Das gleicht den Kopftuchsieg von Gül aus.

  • @pro Steinzeit (12) (Gefällt mir auch besser :-)

    Erkundigen Sie sich mal bitte wieviele Moslems sich zum Christentum hinwenden. Vorallem und trotz der großen Schwierigenkeiten (Tod, Folter, Einsamkeit, und und und)in arabischen/islamischen Länder. Sie werden überrascht sein. Der islam ist ein riesen großes Problem ich will nicht das Moslems unsere Sozialkasse ausplündern, Verwandte nachziehen lassen usw.
    Leute, egal wo Moslems/der islam am Werk ist gibt es Krieg, Terror, Verwüstung, drohender Wohlstandsverlust oder gar Wohlstandsverlust. Wie kann man da nur so blind sein und das übersehen. Afghanstan, irak, iran, Sudan, Türkei, Saudi Arabien usw.....
    ich habe nicht gegen die Menschen die sich einordnen und unser D respektieren. Aber ganz ehrlich, diese ganze Jugendkriminalität, wo man auch ließt,bünyamin hier, Ali F da, Mahmut C, Mohammed G usw...
    ich bin letztens mit dem us gefahren, da hat tatsächlich der Fahrkartenkontrolleur sich nicht getraut die hinterste Reihe zu kontrollieren.Die Jungs haben ihn sogar angepöbet in ihrem gebrochenen Deutsch, er stand einfachnr teilnahmslos da und liß die beleidungen und das auslachen über sich ergehen. ViEL SCHLiMMERES DROHT UNS. VERSCHLiE?EN WiR NiHT UNSERE AUGEN

  • Ausländer die unsere Sozialsyteme belasten - raus!
    Muslime, die ihre totalitäre ideologien und Weltanschauungen bei uns ausleben wollen - raus!
    Wer als Ausländer straffällig wird - raus!
    Wer sich nicht integrieren will - raus!

    Wenn dies nicht schonungslos umgesetzt wird, wir ständig alles tollerieren, zurückweichen und weiter vor uns hinträumen, werden wir über kurz oder lang die gleichen ethnischen Konflikte in unserem Land erleben, wie sie sich vor noch nicht all zu langer Zeit im ehemaligen Jugoslawien zugetragen haben!

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