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Reform Das wären die Gewinner und Verlierer der Grundsteuerreform

Zwei Modelle gibt es für die Reform der Grundsteuer. Eines würde Kleinstädten helfen und das Gewerbe entlasten. Das andere Modell wäre gut für Großstädte und für private Grundbesitzer.
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Die unionsregierten Länder wie Bayern wollen ein wertunabhängiges Modell (WUM), bei dem es nach der Fläche des Grundstücks und Gebäudes geht. Quelle: dpa
Eigentumswohnungen in einem Einfamilienhaus

Die unionsregierten Länder wie Bayern wollen ein wertunabhängiges Modell (WUM), bei dem es nach der Fläche des Grundstücks und Gebäudes geht.

(Foto: dpa)

Berlin Die Reform der Grundsteuer kann zu deutlichen Verschiebungen der Einnahmen führen. Je nachdem auf welches Modell sich Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und seine Länderkollegen verständigen, würde sich das Aufkommen zwischen Städten und ländlichen Gemeinden sowie zwischen den Bundesländern neu verteilen. Das geht aus Berechnungen des Bundesfinanzministeriums hervor, die dem Handelsblatt vorliegen.

In den Papieren werden die beiden diskutierten Modelle verglichen: Scholz plädiert für ein wertabhängiges Modell (WAM), bei dem sich die Berechnung der Grundsteuer unter anderem an der Miete orientiert. Die unionsregierten Länder wie Bayern wollen ein wertunabhängiges Modell (WUM), bei dem es nach der Fläche des Grundstücks und Gebäudes geht.

Das Bundesfinanzministerium hat berechnet, wer dabei wie hoch belastet wird. Nach derzeitigem Recht tragen Wohngrundstücke rund 8,5 Milliarden Euro zum Gesamtaufkommen bei, andere wie Gewerbe- und Industrieflächen rund 5,3 Milliarden Euro. Bei Scholz‘ Modell würde der Anteil der Wohnungen auf 7,8 Milliarden Euro sinken. Beim Flächenmodell hingegen auf 8,9 Milliarden Euro steigen.

Auch zwischen verschiedenen Gemeinden ergeben sich laut den BMF-Berechnungen Verschiebungen. Beim wertabhängigen Modell würde das Aufkommen in Großstädten um 919 Millionen Euro steigen, in Kleinstädten hingegen um 349 Millionen Euro sinken. Beim wertunabhängigen Ansatz ist der Effekt andersherum: In Großstädten würde das Aufkommen um 694 Millionen Euro sinken, in Kleinstädten um 369 Millionen steigen.

In Landgemeinden würde das Flächenmodell zu einem Plus von 384,6 Millionen führen. Das Finanzministerium fasst zum eigenen, favorisierten WAM-Modell zusammen: „Durch die überproportionale Wertentwicklung in den Großstädten und durch die Wertaufholung in den ostdeutschen Ländern verlagert sich das Grundsteueraufkommen dorthin.“

Soll es wie von der Politik versprochen bei Einnahmen von rund 14 Milliarden Euro jährlich bleiben, müsste das Aufkommen in den übrigen Gemeinden sinken. Beim Flächenmodell der Union ist es andersherum: Das Grundsteueraufkommen würde sich von Großstädten in Kleinstädte und Landgemeinden verlagern, heißt es in dem Papier.

Unterstellt ist in den Berechnungen jeweils, dass die Gemeinden ihre Hebesätze konstant halten. Dann ergeben sich auch für die Bundesländer Verschiebungen. Profiteure des wertabhängigen Modells wären Bayern (plus 382 Millionen) und Berlin (plus 534 Millionen), während Niedersachsen (minus 407 Millionen) und Nordrhein-Westfalen (minus 469 Millionen) verlieren.

Beim WUM-Modell verlieren unter anderem Hamburg, Hessen und NRW. Allerdings könnten die Gemeinden durch Anpassung der Hebesätze für ein konstantes Aufkommen sorgen.

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