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Reform der Altersversorgung Betriebsrente soll mehr Ertrag bringen – doch Garantien gibt es nicht

Die Reform der betrieblichen Altersvorsoge soll risikoreichere Anlagen mit tariflicher Absicherung koppeln. Verbände zeigen sich offen, aber ohne Eile.
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Die große Koalition hat sich auf eine Neuregelung der BAV verständigt – die Umsetzung lässt auf sich warten. Quelle: dpa
Konzept zur Rentenreform

Die große Koalition hat sich auf eine Neuregelung der BAV verständigt – die Umsetzung lässt auf sich warten.

(Foto: dpa)

BerlinLange und heftig wurde um das Betriebsrentenstärkungsgesetz gerungen. Denn es sollte erstmals den Weg frei machen für Produkte der betrieblichen Altersversorgung (BAV) ohne Garantie und ohne Haftung des Arbeitgebers für die spätere Rente. Umso höher sollte die Rendite dank größerer Freiheit bei der Anlage auch in Aktien sein.

Einzige Bedingung ist die Absicherung über einen Tarifvertrag. Das Gesetz ist seit Januar in Kraft. Doch geschehen ist bislang nichts. „Das Gesetz fliegt nicht“, sagen Beobachter. Manche unken: „Das Sozialpartnermodell wird ein Rohrkrepierer.“

Nun sorgt eine Studie des Vers-Instituts in Kooperation mit der Universität Leipzig wieder für etwas Optimismus. Denn die zwischen November 2017 und März 2018 durchgeführte Recherche bei neun Gewerkschaften und 37 Arbeitgeberverbänden ergab: 77 Prozent der Gewerkschaften und immerhin 65 Prozent der Arbeitgeberverbände sind im Prinzip bereit, ein Sozialpartnermodell zu vereinbaren. Allerdings wollen 70 Prozent der Arbeitgeber dafür kein eigenes Geld ausgeben.

„Wir sehen bei aller Skepsis im Detail, der wir bei unserer Umfrage begegnet sind, vor allem ein klares Votum der Sozialpartner dafür, die BAV angesichts der großen Lücken in der Altersversorgung auszubauen“, bewertet Fred Wagner, Chef des Instituts für Versicherungslehre, die Studie. Es sei hier gleichwohl noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, so Björn Achter, BAV-Experte bei der Axa-Versicherung, die die Studie beauftragt hat. „Vor 2021 werden wir keinen Tarifvertrag sehen.“

Dies deckt sich mit Recherchen des Handelsblatts. So sagten die Chemiearbeitgeber, dass sie schon dieses Jahr über das Thema verhandeln wollten. Die IG Bergbau, Chemie, Energie lehnte das ab. Es gebe keinen Handlungsdruck, da es bereits gute BAV-Angebote gebe.

Ähnliches hört man bei der IG Metall und der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten. Die Versicherer versuchen die Skeptiker derweil zu überzeugen, indem sie Konzepte entwickeln, die das Anlagerisiko trotz hoher Aktienquoten minimieren. Auch die Axa wirbt mit einem Produkt, das die Aussicht auf eine kürzungssichere Rente mit 0,9 Prozentpunkten mehr Rendite als bei traditioneller BAV verbindet.

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