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Reform Illegale Pflegekräfte sollen aus der Grauzone

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Zahlreiche Defizite

Fehlende Kontrolle: Von 1996 bis 2003 wurden durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen nur 50 Prozent der ambulanten Pflegedienste einmal geprüft. 82 Prozent der Prüfungen fanden angemeldet statt. Bei festgestellten Mängeln wurde nur in vier Prozent der Fälle später geprüft, ob die Mängel abgestellt wurden. Im gleichen Zeitraum wurden nur 63 Prozent der Pflegeheime mindestens einmal überprüft – hier allerdings meist unangemeldet.

Ohne Konzept: Der Medizinische Dienst stellte 2004 bei 38 Prozent der ambulanten Pflegedienste fest, dass keine ausreichende Analyse der Ursachen der Pflegebedürftigkeit erfolgt war. Nur 68 Prozent der Pflegedienste verfügten über fachgerechte Pflegekonzepte, die aber nur in 51 Prozent der Fälle auch umgesetzt wurden.

Mangelernährung: Bei 41 Prozent der Heimbewohner monierte der Medizinische Dienst Mängel bei der Ernährung und der Flüssigkeitsversorgung. Rechnet man diese Ergebnisse hoch, werden 246 000 der rund 600 000 Heimbewohner mangelhaft ernährt.

Wund gelegen: Vorkehrungen gegen Druck- und Liegegeschwüre waren bei 49 Prozent der zu Hause gepflegten und bei 43 Prozent der stationär untergebrachten Pflegebedürftigen nicht ausreichend.

Inkontinenz: Ausreichender Schutz vor unfreiwilligem Abgang von Harn oder Stuhl fehlte bei 25 Prozent der ambulant und bei 20 Prozent der stationär Versorgten.

Freiheitsentzug: Freiheitseinschränkende Maßnahmen wie das Anlegen von Hand- und Fußfesseln, das Aufstellen von Bettgittern, das Abschließen des Zimmers oder des Wohn- und Pflegebereichs und das Verabreichen von Psychopharmaka ohne Einwilligung der Betroffenen oder Angehörigen wurden bei neun Prozent der Heimbewohner festgestellt. Nach wissenschaftlichen Studien werden täglich 400 000 freiheitseinschränkende Maßnahmen bei Pflegebedürftigen angewandt.

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