Angela Merkel

Die Bundeskanzlerin hat ihre Ministerliste bekanntgegeben.

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Regierungsbildung Die CDU-Ministerkandidaten im Kurzporträt

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich auf neue und alte Namen festgelegt. Sie sollen die offenen CDU-Ministerposten besetzen.
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Sechs Ministerposten hat die CDU zu vergeben, falls die SPD-Mitglieder einer Neuauflage der großen Koalition zustimmen. Nachdem Parteichefin Angela Merkel bereits angekündigt hat, dass Annegret Kramp-Karrenbauer CDU-Generalsekretärin werden soll, hofften viele in der Partei auch im Kabinett auf Erneuerung. Kurz vor dem CDU-Parteitag sorgt die Kanzlerin nun für Klarheit. Die neuen Gesichter im Kurzportrait.

Der bisherige Kanzleramtschef soll das Wirtschaftsressort übernehmen. Quelle: dpa
Peter Altmaier

Der bisherige Kanzleramtschef soll das Wirtschaftsressort übernehmen.

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Wirtschaftsministerium: Peter Altmaier (59)

Der Saarländer gilt als einer der engsten Vertrauten von Angela Merkel. Der bisherige Kanzleramtschef und geschäftsführende Finanzminister soll nun das Wirtschaftsressort übernehmen. In der CDU gibt es viel Knatsch darüber, dass Merkel das Finanzressort der SPD überlassen hat. Viele sehen das Wirtschaftsministerium nur als „Trostpreis“, obwohl die CDU es nun erstmals seit mehr als fünf Jahrzehnten wieder besetzt. Merkel zeigt sich mit Hinweis auf den legendären Minister Ludwig Erhard „schon ein bisschen verwundert“, dass das Wirtschaftsministerium nichts mehr zähle. Kritiker meinen, das Ressort habe schleichend an Bedeutung verloren, auch wenn es bei vielen wichtigen Themen mitmischt. Die Frage wird sein, was Altmaier aus dem Amt macht.

Der Genussmensch kann auf eine lange politische Erfahrung verweisen, er war auch schon Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion, Parlamentarischer Innenstaatssekretär und Umweltminister.

Für die Leitung des Gesundheitsministeriums ist einer der bekanntesten Kritiker von Merkel vorgesehen. Quelle: AFP
Jens Spahn

Für die Leitung des Gesundheitsministeriums ist einer der bekanntesten Kritiker von Merkel vorgesehen.

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Gesundheitsministerium: Jens Spahn (37)

In den vergangenen Jahren hat er sich als Kritiker Merkels in denen eigenen Reihen und als konservativer Politiker profiliert. Nach sechs Jahren als gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion und zweieinhalb Jahren als parlamentarischer Finanzstaatssekretär soll er Gesundheitsminister werden. Spahn blickt aber auch über den fachpolitischen Tellerrand hinaus. Das wurde deutlich, etwa als er vor rund einem Jahr ein Islamgesetz forderte oder jüngst beim Wiener Opernball die Nähe zu Österreichs jungkonservativem Kanzler Sebastian Kurz suchte, der für einen harten Flüchtlingskurs steht.

Häufiger wird Spahn mit Schwulenfeindlichkeit konfrontiert. Unpassende Bemerkungen konterte er immer wieder lässig. Wenige Tage vor Weihnachten heiratete er seinen Lebenspartner, den Journalisten Daniel Funke. Verwurzelt ist Spahn im Münsterland, wo er Abitur machte, einem Kreisverband der Jungen Union vorsaß und zehn Jahre Mitglied in einem Stadtrat war.

Der Beliebtheitswert der Verteidigungsministerin ist nicht der höchste. Trotzdem soll sie im Amt bleiben. Quelle: dpa
Ursula von der Leyen

Der Beliebtheitswert der Verteidigungsministerin ist nicht der höchste. Trotzdem soll sie im Amt bleiben.

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Verteidigungsministerium: Ursula von der Leyen (59)

Die derzeitige Verteidigungsministerin ist weder bei Parteikollegen noch unter den Soldaten sehr beliebt. Dafür kann die Niedersächsin umso besser mit Kameras, hat einen Riecher für populäre Themen und gilt als Frau mit dem ausgeprägtesten Machtwillen in der CDU. Sie soll im Amt bleiben.

Die Politik wurde von der Leyen in die Wiege gelegt: Sie ist Tochter des früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht. Sie hat ein Medizinstudium mit Doktortitel in der Tasche, ist Mutter von sieben Kindern und legte als politische Quereinsteigerin eine Blitzkarriere hin. Zwölf Jahre dauerte ihr Weg vom CDU-Ratsmitglied der niedersächsischen Kleinstadt Sehnde in die Bundesregierung. Nach ihrer Zeit als Familien- und Arbeitsministerin ist sie seit 2013 die erste Verteidigungsministerin der Bundesrepublik. Ihr Umgang mit den Skandalen in der Truppe hat an ihrem Image gekratzt.

Die rheinland-pfälzische Landes- und Fraktionschefin soll das Agrarressort übernehmen. Quelle: Reuters
Julia Klöckner

Die rheinland-pfälzische Landes- und Fraktionschefin soll das Agrarressort übernehmen.

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Landwirtschaftsministerium: Julia Klöckner (45)

Die rheinland-pfälzische Landes- und Fraktionschefin ist seit mehreren Jahren eine Hoffnungsträgerin der CDU. Sie ist seit 2012 stellvertretende Bundesvorsitzende. In der Partei genießt sie Respekt unter Kollegen, ihr Wort hat Gewicht. Sie soll das Agrarressort übernehmen. In der Landwirtschaft kennt sie sich aus – nicht nur, weil sie von 2009 bis 2011 Parlamentarische Staatssekretärin unter Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) war. Bei den Jamaika-Sondierungen und den Koalitionsverhandlungen mit der SPD war sie Chefunterhändlerin der CDU für den Agrarbereich.

Für die Landtagswahl 2011 wechselte Klöckner von Berlin nach Mainz. Ihr Ziel, in die Staatskanzlei einzuziehen, verfehlte sie 2011 und auch 2016. Im Wahlkampf warb Klöckner für Aufnahme- und Entscheidungszentren an deutschen Grenzen und war damit der CSU näher als Merkel. Sie hat konservative Ansichten, sieht ihre politische Haltung aber zugleich als modern an.

Die Diplomkauffrau und Bundestagsabgeordnete (l.) ist für das Bildungsministerium vorgesehen. Quelle: picture alliance
Anja Karliczek

Die Diplomkauffrau und Bundestagsabgeordnete (l.) ist für das Bildungsministerium vorgesehen.

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Bildungsministerium: Anja Karliczek (46)

Mit Bildung und Forschung hat sie bisher nicht viel zu tun gehabt – aber das ist ja auch keine zwingende Voraussetzung für die Managementaufgabe Bundesministerin: Anja Karliczek war bisher eine der fünf Parlamentarischen Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag. Die 46-jährige Christdemokratin sitzt seit 2013 als direkt gewählte Abgeordnete des münsterländischen Wahlkreises Steinfurt III im Parlament. Bisher hat sie sich eher mit Finanzthemen befasst: Reform der Lebensversicherungen, betriebliche Altersvorsorge, Bund-Länder-Finanzausgleich.

In der Fraktion wird sie als optimistische Frau mit zupackendem Naturell und Organisationstalent beschrieben. Möglicherweise verdankte sie diesen Eigenschaften – und der Verankerung im stärksten Landesverband Nordrhein-Westfalen – ihren ungewöhnlich schnellen Aufstieg in die Fraktionsführung und jetzt ins Kabinett.

Der erfahrene Krisenmanager soll Chef des Bundeskanzleramts werden. Quelle: AFP
Helge Braun

Der erfahrene Krisenmanager soll Chef des Bundeskanzleramts werden.

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Kanzleramtschef: Helge Braun (45)

Die Kanzlerin hält große Stücke auf den Arzt aus Hessen, der von sich sagt, dass er eigentlich immer gut gelaunt ist. Braun war schon mehrfach als Krisenmanager im Hintergrund gefragt. 2002 zog er erstmals in den Bundestag ein, 2005 scheiterte er. Bei der Wahl 2009 eroberte er das Mandat zurück – und wurde Staatssekretär im Bildungsministerium. Nun winkt der Posten als Kanzleramtschef. In der vergangenen Wahlperiode war er als Staatsminister bei der Bundeskanzlerin zuständig für die Bund-Länder-Beziehungen und koordinierte für Merkel die Bewältigung der Flüchtlingskrise. Sein Steckenpferd aber war die Digitalisierung.

Braun ist kein politischer Lautsprecher, der Anästhesist zieht eher im Stillen die Strippen. Wegen dieser besonnenen Art ist Braun auch in der SPD geschätzt.

Der niedersächsische CDU-Abgeordnete wird die Aufgaben von Braun übernehmen. Quelle: picture alliance
Hendrik Hoppenstedt

Der niedersächsische CDU-Abgeordnete wird die Aufgaben von Braun übernehmen.

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Staatsminister im Kanzleramt: Hendrik Hoppenstedt (45)

Für das bisherige Tätigkeitsfeld von Helge Braun – die Bund-Länder-Zusammenarbeit – soll künftig der niedersächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Hendrik Hoppenstedt zuständig sein. Der 45-Jährige ist Jurist – das ist für seine künftige Arbeit als Koordinator wichtiger Regierungsprojekte wichtig. Hoppenstedt war zuvor unter anderem für achte Jahre Bürgermeister der Stadt Burgwedel und war bei der Allianz als Bereichsleiter und Rechtsanwalt angestellt.

Die Baden-Württembergerin zieht als Staatsministerin für Integration ins Kanzleramt ein. Quelle: dpa
Annette Widmann-Mauz

Die Baden-Württembergerin zieht als Staatsministerin für Integration ins Kanzleramt ein.

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Staatsministerin für Integration: Annette Widmann-Mauz (51)

Die Baden-Württembergerin ist seit 2009 parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium und soll nun Staatsministerin für Integration im Kanzleramt werden. In Tübingen wurde sie am 13. Juni 1966 geboren, in Balingen (Zollernalbkreis) ging sie zur Schule. Dort lebt sie bis heute mit ihrem Mann. Sie studierte an der Universität Tübingen Politik- und Rechtswissenschaften, machte aber keinen Abschluss.

1998 zog sie in den Bundestag ein. Von 1995 bis 2015 war Widmann-Mauz Vorsitzende der Frauen Union der CDU Baden-Württemberg, seit drei Jahren ist sie Bundesvorsitzende der Frauen Union. Bei der Bundestagswahl 2017 gewann sie mit 35,7 Prozent der Erststimmen zum fünften Mal das Direktmandat im Wahlkreis Tübingen-Hechingen. Widmann-Mauz gilt als durchsetzungsstark. Mit ihrer forschen und fordernden Art eckt sie aber auch an.

Das Amt der Staatsministerin für Kultur und Medien verbleibt in der Hand der 56-Jährigen. Quelle: dpa
Monika Grütters

Das Amt der Staatsministerin für Kultur und Medien verbleibt in der Hand der 56-Jährigen.

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Staatssekretärin für Kultur und Medien: Monika Grütters (56)

Die Kulturstaatsministerin hat schon vor der Wahl keinen Hehl daraus gemacht, dass sie gern wieder in ihr Büro im Kanzleramt einziehen würde. Dort ist sie seit 2013 im Rang einer Staatssekretärin für Kultur und Medien zuständig. Seit gut einem Jahr steht sie zudem an der Spitze der als besonders schwierig geltenden Berliner CDU.

Die gebürtige Münsteranerin hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und arbeitete für verschiedene Wissenschafts-, Kunst- und Kulturinstitutionen. 1995 zog sie ins Berliner Abgeordnetenhaus ein, zehn Jahre später in den Bundestag. Zunächst Obfrau der Fraktion für Kultur- und Medien, übernahm sie 2009 den Vorsitz im Kulturausschuss, ehe Kanzlerin Merkel sie zur obersten deutschen Kulturfrau berief.

  • dpa
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3 Kommentare zu "Regierungsbildung: Die CDU-Ministerkandidaten im Kurzporträt"

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  • Keine langatmigen Erklärungen, die Liste einschließlich der Tarantel ist ein Skandal. Man kann es nicht glauben, dass sich kein Arbeitsloser findet, der Sachverstand hat.

  • Staatssekretärin für Kultur und Medien, hoffentlich kann die Moni arabisch, sonst versteht die keiner der Gäste.

  • Entweder die CDU macht wieder Politik für Deutschlands Bürger oder Merkel kann die CDU gleich mit der SPD vereinen. Dann wird die neue CDU eben die AfD. Deutschland lässt sich von einer alt gewordenen Frau auf Dauer nicht (für dumm) verkaufen.

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