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Regionen-Vergleich Hier leben die Deutschen mit dem höchsten Einkommen – das Ranking

Eine Studie zeigt, dass die Pro-Kopf-Einkommen in Deutschland regional stark schwanken. In diesen Städten fließt das meiste und das geringste Geld auf die Konten der Bürger.
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Das Pro-Kopf-Einkommen in Deutschland ist je nach Region sehr unterschiedlich. Quelle: Fredrik von Erichsen
Golfclub in Kronberg im Taunus

Das Pro-Kopf-Einkommen in Deutschland ist je nach Region sehr unterschiedlich.

(Foto: Fredrik von Erichsen)

Wer im Ruhrgebiet oder im Osten Deutschlands lebt, könnte sich mit Blick auf die Landsleute in Süddeutschland benachteiligt fühlen. Im verdienen verdienen die Bürger dort rund doppelt so viel. Das zeigt eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Eric Seils und Helge Baumann haben die durchschnittlichen verfügbaren Einkommen der Privathaushalte in den 401 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten ausgewertet.

Das Ergebnis:

Das Einkommen in Deutschland ist ungleich verteilt. Teile des Ruhrgebiets, aber auch das Saarland und vor allem Ostdeutschland liegen knapp 30 Jahre nach der Wiedervereinigung deutlich zurück: „In nur sechs von 77 Ost-Kreisen und kreisfreien Städten überschreitet das Einkommen pro Kopf die Marke von 20.000 Euro“, schreiben die Studienautoren.

Zum Vergleich: Im Westen liegen 284 von 324 Städten und Kreisen über der 20.000er-Marke. Im Bundesschnitt hat jeder Deutsche 23.295 Euro zur Verfügung.

Grundsätzlich gilt: Die Deutschen haben 2018 insgesamt 12,3 Prozent mehr Geld auf ihren Konten als noch 2000. In Ostdeutschland stiegen die Einkommen sogar um 13,9 Prozent, was die Forscher jedoch auf das deutlich niedrigerem Ausgangsniveau zurückführen.

Folgende zehn Städte haben das jeweils höchste und das niedrigste Pro-Kopf-Einkommen:

Rang

Stadt/ Kreis

Durchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen in Euro

Realer Zuwachs seit 2000

1

Starnberg, Landkreis

34.987

- 4,7

 

2

Heilbronn, Stadtkreis

32.366

 

43,0

3

Hochtaunuskreis

31.612

 

- 2,6

4

München, Landkreis

 

29.891

 

-0,8

 

5

München, Landeshauptstadt

 

29685

 

4,8

 

6

Ulm, Stadtkreis

 

29.641

 

28,4

 

7

Baden-Baden, Stadtkreis

 

29.565

 

-5,3

 

8

Miesbach, Landkreis

 

28.017

 

4,0

 

9

Olpe, Kreis

 

27.132

 

17,3

 

10

Memmingen

 

26.941

 

21,4

 

 

 

 

 

392

Kyffhäuserkreis

 

17.708

 

18,3

 

393

Offenbach am Main, Kreisfreie Stadt

 

17.687

 

-8,7

 

394

Uckermark, Landkreis

 

17.628

 

15,4

 

395

Brandenburg an der Havel, Kreisfreie Stadt

 

17.609

 

9,3

 

396

Herne, Kreisfreie Stadt

 

17.579

 

0,3

 

397

Frankfurt (Oder), Kreisfreie Stadt

 

17.381

 

11,5

 

398

Landkreis Vorpommern-Greifswald

 

17.303

 

14,7

 

399

Halle (Saale), Kreisfreie Stadt

 

17.218

 

7,2

 

400

Duisburg, Kreisfreie Stadt

 

16.881

 

-0,2

 

401

Gelsenkirchen, Kreisfreie Stadt

 

16.203

 

-4,2

 

Hier gehts zur Excel-Liste mit allen 401 Städten und Kreisen

Die Daten:

Das Pro-Kopf-Einkommen ist eine statistische Größe und meint das Einkommen nach Steuern, Sozialabgaben und Sozialtransfers wie etwa Kindergeld, das für den Konsum verwendet oder gespart werden kann. Aber: Wohnen und Lebensmittel werden auch aus dem verfügbaren Einkommen bezahlt.

Daher schränken steigende Mieten, insbesondere in den Metropolen, das Vermögen effektiv ein.

Für die Auswertung nutzen die Forscher die neuesten verfügbaren Einkommensdaten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Beim Pro-Kopf-Einkommen liegen vorläufige Daten für das Jahr 2018 vor. Die neuesten Regionaldaten für Städte und Gemeinden reichen bis 2016.

Die Einschränkung:

Ein hoher Wert des Durchschnitteinkommens heißt keineswegs, dass alle Bewohner wohlhabend sind. So fiel den Forschern des WSI auf, dass das Einkommen in Heilbronn seit 2000 um satte 43 Prozent gestiegen ist.

Mit 32.366 Euro im Jahr liegt die württembergische Stadt bundesweit an zweiter Stelle. Da es sich um eine einmalige Steigerung handelte und sich der Wert seit der Jahrtausendwende nicht mehr verändert hat, schlussfolgerten die Experten, dass es sich keineswegs um eine allgemeine Erhöhung der Löhne handeln konnte.

Vielmehr sind in der Stadt mit etwa 125.000 Einwohnern mehrere sehr reiche Personen gemeldet – darunter der Milliardär Dieter Schwarz, dem der Handelskonzern Lidl gehört. „Sehr hohe Einkommen von Einzelpersonen erhöhen den allgemeinen Durchschnitt,“ schreiben sie. Grundsätzlich gilt: Das Durchschnittseinkommen (arithmetisches Mittel) ist gegenüber Ausreißern nach oben sehr empfindlich. In kleineren Städten ist der Effekt stärker ausgeprägt als in Metropolen.

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