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Reisebeschränkungen in Deutschland Übernachten erlaubt: Welche Regeln für Menschen aus Corona-Risikogebieten wo gelten

Beherbergungsverbote, Testpflicht, Quarantäne: Bei den Corona-Reiseregeln der Länder herrscht heilloses Durcheinander. Das Handelsblatt zeigt die geltenden Regeln in einem Überblick.
08.10.2020 Update: 13.10.2020 - 12:51 Uhr Kommentieren
Corona Reisebeschränkungen: Die neuen Regeln für Risikogebiete  Quelle: dpa
Corona-Risikogebiet Berlin

Die Stadt gilt als Corona-Risikogebiet. Doch wo dürfen Berliner trotzdem Urlaub machen, und wo gelten Quarantäneregeln? Einheitliche Standards gibt es in Deutschland bislang nicht.

(Foto: dpa)

Berlin, Düsseldorf Selten war das Reisen innerhalb Deutschlands so kompliziert: Vordergründig haben sich die Staatskanzleien der Länder zwar auf einheitliche Regeln verständigt, doch faktisch wird in jedem Bundesland die Situation anders bewertet. Wer dieser Tage eine Reise antreten möchte, hat es deshalb schwer.

Und das beginnt schon bei der Frage, wer sich an die Reisebeschränkungen überhaupt halten muss: Als Hotspot oder innerdeutsches Risikogebiet gelten Kommunen mit 50 oder mehr nachgewiesenen Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

So orientierten sich die meisten Bundesländer an den vom Robert Koch-Institut (RKI) definierten Gebieten. Anders in Bayern: Hier gilt nicht die Einschätzung des RKI, sondern die des bayerischen Gesundheitsministeriums.

Dabei wird die Liste der Corona-Hotspots fast täglich länger. Als Risikogebiet gelten derzeit etwa große Städte wie Berlin, Bremen, Düsseldorf, Hamm aber auch Landkreise in ländlichen Regionen, bei denen es größere Ausbrüche gibt.

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    Die Folge sind Beherbergungsverbote, die jeweils nur für kommerzielle Betriebe wie Hotels, Campingplätze oder Ferienwohnungen gelten – nicht für den Schlafplatz bei Freunden.

    Das sind die Regeln:

    In vielen Bundesländern gibt es Ausnahmen. Bleiben darf zumeist, wer bei Ankunft einen negativen Corona-Test vorlegen kann, der nicht älter als 48 Stunden ist. Auch wenn die Reise aus medizinischen oder beruflichen Gründen nicht aufschiebbar ist oder Familienangehörige vor Ort besucht oder gepflegt werden müssen, können Ausnahmen gemacht werden. Das gilt momentan mit kleinen Nuancen in Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und dem Saarland.

    Auch Bayern wendet diese Regelung an – allerdings nur für Reisende aus nicht-bayerischen Risikogebieten. Rheinland-Pfalz hat zwar ein Beherbergungsverbot geplant, setzt es aber derzeit nicht um.

    Aus Düsseldorf heißt es, in Nordrhein-Westfalen gelte kein pauschales Beherbergungsverbot für Urlauber aus innerdeutschen Corona-Hotspots. In Einzelfällen könnten allerdings Beschränkungen beschlossen werden.

    Mecklenburg-Vorpommern mit besonders strengen Auflagen

    Auch in Berlin, Bremen und Thüringen können alle deutschen Reisenden weiterhin Übernachtungen buchen. Während Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) im Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) ein Beherbergungsverbot nicht ausschloss und sagte, man wolle „das jetzt beobachten und dann gegebenenfalls darauf reagieren“, äußerte sich der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) kritisch. Das Ausschließen von Gästen stelle einen „Eingriff in das Gewerberecht“ dar. Er habe schon vor Monaten abgelehnt, eine solche Regelung mitzutragen, sagte Ramelow.

    Das Bundesland mit den strengsten Beschränkungen für Urlauber aus Risikogebieten ist Mecklenburg-Vorpommern. Touristen dürfen nur einreisen, wenn sie mindestens eine Übernachtung gebucht haben und einen negativen Corona-Test vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist. Danach müssen sie sich bis zu einem zweiten negativen Test in Quarantäne begeben. Tagesausflüge aus Hotspot-Regionen sind nicht erlaubt.

    Die Quarantänepflicht gilt auch für Reisende, die etwa ihre Familie besuchen oder sich zu beruflichen Zwecken nach Mecklenburg-Vorpommern begeben. Eine Ausnahme gibt es für Berufsreisende, „die täglich oder für bis zu 48 Stunden zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich nach Mecklenburg-Vorpommern ein- oder ausreisen”. Bedingung ist eine Bescheinigung durch den Dienstherren, Auftraggeber oder Arbeitgeber.

    Die Beherbergungs-Regeln der einzelnen Bundesländer im Überblick:

    BundeslandRegelAusnahme
    Schleswig-HolsteinEine Quarantänepflicht für Reisende aus deutschen Risikogebieten gibt es in Schleswig-Holstein zwar nicht mehr, dafür gilt ein Beherbergungsverbot für touristische Gäste, die aus Risikogebieten einreisen oder sich dort aufgehalten haben.

    Negatives Corona-Testergebnis, das nicht älter als 48 Stunden ist.

    Triftiger Grund wie der Besuch oder die Pflege der Familie oder beruflicher Pendelverkehr

    HamburgHotels und andere Betriebe dürfen keine Touristen aus einem Corona-Hotspot aufnehmen.Übernachten dürfen Gäste, die schriftlich bestätigen, dass sie sich in den vorangehenden 14 Tagen nicht in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder die ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen können, das nicht älter als 48 Stunden ist.
    NiedersachsenAuch Niedersachsen hat ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Risikogebieten beschlossen. Übernachtungen zu touristischen Zwecken in Hotels, Pensionen, Jugendherbergen und ähnlichen Beherbergungsbetrieben, aber auch in Ferienwohnungen, Ferienhäusern und auf Campingplätzen in Niedersachsen sind für Menschen aus Gebieten mit besonders hohen Infektionszahlen verboten.Wer trotzdem Urlaub in Niedersachen machen möchte, muss einen negativen Coronatest vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Ausnahmen gibt es für zwingend notwendige und unaufschiebbare berufliche oder private Reisen. Gesundheitsämter können weitere Ausnahmen zulassen.
    BremenKein Verbot
    Nordrhein-WestfalenIn Nordrhein-Westfalen gilt kein pauschales Beherbergungsverbot für Urlauber aus innerdeutschen Corona-HotspotsIn Einzelfällen könnten Beschränkungen beschlossen werden.
    HessenSeit Ende Juli für Reisende aus RisikogebietenBeherbergt werden darf, wer ein ärztliches Attest über ein negatives Testergebnis vorliegt, das nicht älter als 48 Stunden ist. Die Übernachtung ist auch erlaubt, wenn die Anreise zwingend notwendig ist und aus beruflichen oder medizinischen Gründen nicht aufgeschoben werden kann, oder ein triftiger Grund wie der Besuch oder die Pflege von Familienangehörigen vorliegt.
    Rheinland-PfalzEin geplantes Beherbergungsverbot wird derzeit nicht umgesetzt

    Baden-WürttembergBeherbergungsverbot für Gäste aus Risikogebieten. Dazu zählt auch, wer sich länger als 48 Stunden in einem solchen Gebiet aufgehalten hat.

    Negatives Corona-Testergebnis, das nicht älter als 48 Stunden ist.

    Auch wer nachweisen kann, dass sich das Infektionsgeschehen in einem örtlich abgrenzbaren Bereich innerhalb des Risikogebiets abgespielt hat, in dem man sich nicht aufgehalten hat, darf übernachten.

    BayernBeherbergungsverbot für Reisende aus nicht-bayrischen deutschen Risikogebieten.Erlaubt sind unaufschiebbare Reisen aus beruflichen oder medizinischen Gründen sowie der Besuch oder die Pflege von Familienangehörigen. Auch Ausnahmegenehmigung durch die Kreisverwaltung sind möglich.
    SaarlandBeherbergungsverbot für Reisende aus deutschen Risikogebieten.

    Negatives Corona-Testergebnis, das nicht älter als 48 Stunden ist.

    Triftiger Grund wie der Besuch oder die Pflege der Familie oder Geschäftsreise.

    BerlinKein Beherbergungsverbot
    BrandenburgBeherbergungsverbot für Gäste aus Risikogebieten. Die Regel gilt auch für Reisende aus Berlin, das als Hochrisikogebiet eingestuft wurde. Berufspendler, Tagesausflüge und Besuche sind aber nicht eingeschränkt.

    Negatives Corona-Testergebnis, das nicht älter als 48 Stunden ist.

    Triftiger Grund wie der Besuch oder die Pflege der Familie oder Geschäftsreisen.

    Mecklenburg-VorpommernStrenges Beherbergungsverbot.Einreisende aus einer deutschen Risikoregion müssen einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Nach der Einreise müssen sie sich für 14 Tage in Quarantäne begeben. Das Gesundheitsamt kann diese verkürzen, wenn ein weiterer Test nach 5 bis 7 Tagen ebenfalls negativ ausfällt. Die Quarantänepflicht gilt auch für Familienbesuche oder berufliche Reisen. Eine Ausnahme gibt es für Berufsreisende, „die täglich oder für bis zu 48 Stunden zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich nach Mecklenburg-Vorpommern ein- oder ausreisen”. Bedingung ist eine Bescheinigung durch den Dienstherren, Auftraggeber oder Arbeitgeber.
    SachsenBeherbergungsverbot für Reisen aus deutschen Risikogebieten. Bei Infektionsgeschehen, die lokal stark eingegrenzt werden können, dürfen eventuell Ausnahmegenehmigungen erteilt werden.Negatives Corona-Testergebnis, das nicht älter als 48 Stunden ist.
    Sachsen-AnhaltÜbernachtungsbetriebe in Sachsen-Anhalt dürfen keine Reisenden aufnehmen, die ihren ersten Wohnsitz in einem deutschen Risikogebiet haben.Negatives Corona-Testergebnis, das nicht älter als 48 Stunden ist. Geschäftsreisen und Familienbesuche sind weiter erlaubt.
    ThüringenKein Beherbergungsverbot

    Mehr: Die Corona-Reisebeschränkungen werden zur Farce

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