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Reiserückkehrer Angst vor der zweiten Welle: Spahn macht Coronatest bei Einreise aus Risikogebieten zur Pflicht

Bei Experten wächst die Sorge wegen einer zweiten Corona-Infektionswelle in Deutschland. Nun kündigt Gesundheitsminister Spahn verpflichtende Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten an.
27.07.2020 - 18:25 Uhr 1 Kommentar
Künftig soll für Reiserückkehrer aus Risikogebieten eine Coronatestpflicht gelten. Quelle: dpa
Corona-Testzentrum

Künftig soll für Reiserückkehrer aus Risikogebieten eine Coronatestpflicht gelten.

(Foto: dpa)

Berlin Die Zahl der Neuansteckungen mit dem Coronavirus steigt wieder und schürt die Angst vor einer zweiten Infektionswelle. Noch ist der Bundesrepublik ein solches Schreckensszenario erspart geblieben, international gilt der deutsche Umgang mit der Pandemie nach wie vor als vorbildlich. Doch lokale Ausbrüche innerhalb Deutschlands und in beliebten Urlaubsgebieten zeigen, dass sich das Virus noch immer schnell verbreiten und die Situation kippen kann.

Die Bundesregierung und die Landesregierungen ergreifen nun weitere Maßnahmen. Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten sollen sich künftig auf das Virus testen lassen müssen, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Er werde „eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten anordnen“. Spahn hatte seit einigen Tagen mit dem Gedanken einer Testpflicht gespielt und prüfen lassen, ob sie rechtlich möglich ist.

Der Gesundheitsminister beruft sich dabei auf eine Regelung des Infektionsschutzgesetzes, die es dem Ministerium erlaubt, Personen, die nach Deutschland einreisen und die wahrscheinlich einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt waren, zu einer ärztlichen Untersuchung zu verpflichten.

Die entsprechende Verordnung soll voraussichtlich in der nächsten Woche in Kraft treten. Die Tests sollen für die Reisenden kostenfrei sein. Spahn teilte die Pläne seinen Amtskollegen aus den Bundesländern in einer Schaltkonferenz mit.

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    Welche Staaten als Risikogebiete mit einer erhöhten Infektionsgefahr gelten, legt die Bundesregierung mit dem Robert Koch-Institut (RKI) in einer Liste fest. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

    Auch Reisende aus Nicht-Risikoländern können sich freiwillig kostenlos innerhalb von 72 Stunden testen lassen – dann nicht am Flughafen, sondern etwa in Arztpraxen oder Gesundheitsämtern.

    Bereits vor Spahns Ankündigung war Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vor die Kameras getreten, um nach der Masseninfektion auf einem Bauernhof in Niederbayern ein strenges Einhalten der Corona-Regeln anzumahnen. „Corona verzeiht keinen Leichtsinn“, sagte der CSU-Chef am Montag in München. Söder kritisierte Unvernunft, mangelnde Vorsicht und teils bewusste Verstöße gegen Hygienekonzepte und warnte: „Corona ist nicht vorbei. Corona kommt schleichend zurück, leider aber mit aller Macht.“

    Kommt die gefürchtete zweite Welle?

    Ob aus der schleichenden Rückkehr eine zweite Welle wird, lässt sich bisher nicht absehen. Der Mund-Nasen-Schutz hilft bei der Eindämmung des Virus, wie die bayerische Landesregierung betonte. Auch ein weiterer Ausbau der Testkapazitäten und strikte Quarantäneregeln seien nötig. Auf dem niederbayerischen Bauernhof haben sich mindestens 174 Erntehelfer mit dem Coronavirus infiziert. Knapp 500 Menschen befinden sich nun in Quarantäne. Söder kündigte umfassende Kontrollen an, um weitere Infektionsherde ausfindig zu machen. 

    Das Ende der Urlaubssaison verstärkt das Risiko, dass neue Infektionsherde entstehen. So ist es etwa im Tourismusort St. Wolfgang in Oberösterreich zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Seit Auftreten der ersten Fälle vergangene Woche wurden mehr als 1000 Personen getestet, das Rote Kreuz baute in der Gemeinde eine Drive-in-Station auf. 53 Personen haben sich demnach mit Sars-CoV-2 infiziert, wobei die Zahl noch steigen dürfte, da die Auswertung der 419 Tests vom Vortag noch aussteht. Auch in Spanien sind die Infektionszahlen wieder angestiegen. Die britische Regierung hat daher eine Quarantänepflicht für Spanienreisende verhängt.

    Der Berliner Opposition gehen die Bemühungen der Regierung nicht weit genug. „Das zu späte Handeln der Gesundheitsminister bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten und das hektische Nachjustieren von Bundesgesundheitsminister Spahn bei Pflichttests müssen ein allerletzter Weckruf sein, eine Teststrategie noch rechtzeitig vor Beginn des neuen Schuljahres vorzulegen“, sagte FDP-Fraktionsvize Michael Theurer dem Handelsblatt.

    Vor der Wiedereröffnung von Schulen, Kitas und Unis müsse eine umfassende und praxistaugliche Teststrategie her, die zudem Pfleger, Krankenschwestern und Ärzte umfasst. Nur so sei der gewünschte Regelbetrieb in Schulen und Kitas wieder zu ermöglichen. „Großflächige Tests sind notwendig, um Infektionsketten schnell zu unterbrechen und eine zweite Coronawelle zu verhindern“, erläuterte Theurer. „Wird hingegen erst beim Auftreten erster Symptome getestet, wurden wahrscheinlich schon mehrere andere Menschen angesteckt.“

    Mit Agenturmaterial

    Mehr: So wollen die USA die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs beschleunigen.

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    1 Kommentar zu "Reiserückkehrer: Angst vor der zweiten Welle: Spahn macht Coronatest bei Einreise aus Risikogebieten zur Pflicht"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ja wenn schon dann richtig.
      Bitte Coronatest für Einreisende aus NRW und Bayern in andere Bundesläder reisen.
      In NRW und Bayern gibt es unkontrollierte Massenausbrüche von Corona.

      Aber Laschet und Söder sind ja mit wichtigem, der Kanzlerkandidatur, beschäftigt. Das zeigt sich auch in ihrem Handeln, Schuld und Fehler machen immer nur andere und selber hat man nichts im Griff außer Maulheldentum.

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