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Rente Arbeitgeberverband gegen höheres Renteneintrittsalter

Welches Rentenalter ist angemessen? Die Rentenkommission der Bundesregierung will darüber diskutieren – die Arbeitgeber haben andere Prioritäten.
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Der Unionsfraktionsvize Hermann Gröhe sieht spätere Rente nicht als Tabu. Quelle: dpa
Hermann Gröhe

Der Unionsfraktionsvize Hermann Gröhe sieht spätere Rente nicht als Tabu.

(Foto: dpa)

BerlinDie Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) sieht derzeit keinen dringenden Bedarf für eine Anhebung des Rentenalters. „Anstatt heute schon über das Renteneintrittsalter von übermorgen zu diskutieren, sollte sich die Politik jetzt lieber darauf konzentrieren, Frühverrentungsanreize zu beseitigen und teure Leistungsausweitungen zu vermeiden“, sagte BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). „Beim Renteneintrittsalter sehen die Arbeitgeber daher keinen akuten Handlungsbedarf.“

Allerdings dürfe das Rentenalter in der neuen Rentenkommission, die am Mittwoch erstmals getagt hatte, kein Tabu sein. Aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbunds wäre eine Anhebung des Renteneintrittsalters „nichts anderes als ein Rentenkürzungsprogramm“, wie DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der Zeitung sagte. „Je größer der Abstand zwischen realem Renteneintritt und gesetzlichem Renteneintrittsalter, desto höher sind die Abschläge, und umso niedriger fällt die Rente aus“, erklärte Buntenbach, die auch Mitglied der neuen Rentenkommission ist. „Schon heute schaffen es nur wenige bis zur regulären Rente.“

Die Rentenkommission der Bundesregierung soll Möglichkeiten zur Sicherung der Rente nach 2025 aufzeigen und kündigte nach ihrer ersten Sitzung einen Abschlussbericht für März 2020 an. Bis dahin sollen Beratungen mit verschiedenen Interessengruppen geführt werden. Unionsfraktionsvize Hermann Gröhe (CDU), selbst Mitglied der Kommission und zuvor Gesundheitsminister, provozierte Widerspruch der SPD mit seiner vom BDA unterstützen Forderung, ein höheres Rentenalter nicht als Tabu auszuschließen. Hintergrund ist, dass es künftig deutlich weniger Beitragszahler, aber mehr Rentner und längere Rentenbezugszeiten geben dürfte. Denn in den kommenden Jahren geht die Generation der Babyboomer schrittweise in Rente, während zugleich die Menschen immer älter werden.

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  • dpa
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