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Rente Heil will schon im Mai Gesetzentwurf zur Grundrente vorlegen

Arbeitsminister Hubertus Heil tritt bei der umstrittenen Grundrente aufs Gas. Auch wenn dies ein „finanzieller Kraftakt“ werden wird.
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Der Arbeitsminister will eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung durchsetzen. Quelle: dpa
Hubertus Heil

Der Arbeitsminister will eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung durchsetzen.

(Foto: dpa)

BerlinBundesarbeitsminister Hubertus Heil drückt ungeachtet des Streits in der Koalition über die Grundrente aufs Tempo bei deren Einführung. „Wir werden im Mai einen Gesetzentwurf vorlegen“, sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“.

Heil räumte ein, dass dies ein „finanzieller Kraftakt“ werde. Aber die Menschen hätten sich die Grundrente verdient, wenn sie hart gearbeitet, aber aufgrund von zu niedrigen Löhnen zu niedrige Renten hätten. Das betreffe vor allem Frauen. „Denen will ich helfen, das werde ich auch durchsetzen.“

Heil warnte davor, das Projekt auf die lange Bank zu schieben. Nach zwei gescheiterten Anläufen zu dem Thema in der Vergangenheit müsse die Koalition gemeinsam liefern. „Wir dürfen die Menschen nicht enttäuschen“, sagte der Minister. Union und SPD sollten noch in diesem Jahr vereinbaren, die Grundrente spätestens zum 1. Januar 2021 einzuführen.

Geplant sind automatische Renten-Zuschläge für Geringverdiener, die mindestens 35 Jahre Beiträge gezahlt haben. Auch Teilzeitarbeit, Kindererziehungs- und Pflegezeiten zählen. Wer dann weniger als 896 Euro Rente hat, bekäme bis zu 447 Euro monatlich als Zuschlag. Dies kann rund fünf Milliarden Euro im Jahr kosten.

Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD die Grundrente vereinbart, jedoch mit einer Bedürftigkeitsprüfung. Diese will Heil nicht mehr vornehmen. Auch einen Kompromissvorschlag des CDU-Arbeitnehmerflügels lehnte der Minister ab. CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte gesagt, für die Union sei die Prüfung der Bedürftigkeit eine Frage der Gerechtigkeit.

Zuvor hatte bereits Bundesfinanzminister Olaf Scholz den Kompromissvorschlag von Unionsseite abgelehnt, eine Bedürftigkeitsprüfung einzuführen, dabei aber selbst genutztes Wohneigentum außen vor zu lassen. „Wir halten nichts von einem Modell, bei dem am Ende gerade mal 100.000 profitieren. Das sorgt nur für Enttäuschung und wäre keine Grundrente“, sagte Scholz. „Eine Grundrente, die nur 100.000 Menschen bekommen, ist keine Grundrente“, betonte er.

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  • dpa
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