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Rente Länger Arbeiten? Das reicht nicht aus!

Eine Studie untersucht Effekte einer längeren Lebensarbeitszeit auf die Rente. Das Ergebnis: Die Anhebung des Rentenalters ist gut für die Rente und auch gut für die Wirtschaft. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit.
46 Kommentare
Dass längeres Arbeiten auch ökonomisch für alle Sinn macht, belegt nun die Prognos-Studie. Doch das allein reicht nicht aus. Quelle: dpa
Rente

Dass längeres Arbeiten auch ökonomisch für alle Sinn macht, belegt nun die Prognos-Studie. Doch das allein reicht nicht aus.

(Foto: dpa)

BerlinMan nennt es eine klassische Win-Win-Situation, was das Prognos-Institut im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft herausgefunden hat. Würden wir alle länger arbeiten, am besten über das 67. Lebensjahr hinaus, würde das nicht nur zu einem Anstieg des Rentenniveaus führen – und somit die angeblich drohende Altersarmut vermeiden helfen. Auch das System der deutschen Rentenversicherung würde stabilisiert und ganz nebenbei der Bundeshaushalt entlastet. Die Erkenntnis ist nicht ganz neu – und sie hat einen Haken: Der Maßgabe der Politik, schon heute länger als bis 65 Jahren zu arbeiten, folgen viele Arbeitnehmer nur sehr zögerlich. Sie nehmen dafür sogar Kürzungen ihres Rentenanspruchs in Kauf.

Derzeit liegt das gesetzliche Rentenalter bei fast 65,5 Jahren. Bis 2030 soll es schrittweise auf 67 Jahre steigen. Tatsächlich gehen die Arbeitnehmer aber derzeit im Durchschnitt bereits mit 64,2 Jahren in Rente. Und wenn sich an diesem Verhalten nichts ändert, so hat Prognos ausgerechnet, wird das tatsächliche Rentenalter 2030 erst auf 65 Jahre geklettert sein. Das Kalkül der Politik, über ein höheres Renteneintrittsalter den Generationenvertrag zwischen Alt und Jung bezahlbar zu halten, ginge nicht auf. Prognos hat deshalb im Auftrag der GDV berechnet, um welche großen Vorteile sich die Arbeitnehmer dadurch bringen, dass sie noch immer recht früh in den Ruhestand wechseln wollen.

Ins persönliche Lebenskalkül sollte das längere Arbeiten längst passen. Denn keine Generation vorher hatte Aussicht auf so viel Lebenszeit jenseits des Rentenbeginns, wie die Alten von heute. Hatte ein 65-Jähriger 1960 im Durschnitt noch zwölf Jahre vor sich, sind es heute 18 Jahre also nahezu zwei Jahrzehnte, so Oliver Ehrentraut, Leiter der Abteilung volkswirtschaftliche Grundsatzfragen bei Prognos. Und der größte Teil dieser Zeit wird von den meisten bei noch guter Gesundheit verbracht.

Warum also nicht ein paar Jahre länger arbeiten, statt auf der faulen Haut zu liegen? „Wer sich im Alter für den Job entscheidet, bleibt länger fit und gesund. Ältere Arbeitnehmer haben soziale Kontakte zu Kollegen und erleben ein befriedigendes Gefühl, wenn ihre Erfahrungen nachgefragt bleiben“, wirbt die Bundesregierung daher schon seit Mai 2015 für den längeren Verbleib im Job.

Dass das auch ökonomisch für alle Sinn macht, belegt nun die Prognos-Studie. Würden die Deutschen im Jahr 2030 tatsächlich bis 67 statt 65 arbeiten, würde allein dadurch das Rentenniveau um 1,1 Prozentpunkte steigen. In heutiger Kaufkraft sind das immer 200 Euro bei einer durchschnittlichen Jahresrente.

Und den eigenen, noch erwerbstätigen Kindern täte man auch etwas Gutes: Denn die müssten 2030 satt 21 Prozent nur 20,1 Prozent Rentenbeitrag zahlen. „Wir brauchen keine Debatte über eine Rente mit 70. Wir sollten zunächst alles daran setzen, das gesetzliche Ziel von 67 Jahren auch real zu erreichen,, sagte dazu der Präsident des GDV, Alexander Erdland.

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Zu akademisch? Das beutet längeres Arbeiten in der Praxis
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46 Kommentare zu "Rente: Länger Arbeiten? Das reicht nicht aus!"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • PROGNOS IST EIN TEIL VON ZEW!
    Der Auftraggeber ist die Finanzindustrie.
    Die angewendeten Methoden sind nicht publiziert und können folglich nich analysiert werden.
    Es werden weder Löhne noch Beitragszahler für 2040 genannt. Wirtschaftsleistung und Steueraufkommen bleiben ungesagt.
    Worüber soll man diskutieren?
    Die Prognosstudie ist eine unmaßgebliche Meinungsäußerung.
    Schon kleine Änderungen in den Grundannahmen führen zu völlig anderen Resultaten nach 25 Jahren. Die Prognose von Prognos ist deshalb so schlecht, weil sie die Zukunft betrifft.

  • Hauptschule - Hilfsarbeiter Arbeitsbeginn mit 16 Lebenserwartung 67
    Realschule - Facharbeiter Arbeitsbeginn mit 18 Lebenserwartung 72
    Abi - Studium Arbeitsbeginn mit 28 Lebenserwartung 85
    Abi - Politiker Arbeitsbeginn mit 28 Lebenserwartung 95

    jeder kann sich jetzt ausrechen, wie viele
    Beitragsjahre
    Rentenjahre
    wieder eine Umverteilung vom Sklaven zum Herrn
    Der Hilsarbeiter muß ncoh 5 Jahre als Leiche einzahlen
    wenn das rentenalter auf 72 steigt.

    Mann muß schon ein System finden, das sowohl die Einzahlungsjahre als auch die Lebenserwartung berücksichtigt.
    Alles andere ist ein Ausplündern der Kleinen

  • Länger Arbeiten und länger Leben? Es gibt weder für das eine, noch das andere eine Garantie. Mit 50 schon zu alt zum arbeiten, bekommt der eine oder andere keinen Job. Der andere stirbt schon vor der Rente. Menschen wollen nicht vom Gesetzgeber gezwungen werden, wann sie in Rente zu gehen haben. Menschen wollen selbst über ihr Leben bestimmen, vor allem wenn sie Jahrzentelang fremdbestimmt wurden von Arbeitgebern. Ferner gibt es eine Ungleichheit zwischen Menschen mit Hauptschulabschluss und Ausbildung und Menschen mit Studium. Mit 15 angefangen zu arbeiten hat man mit 60 schon 45 Jahre gearbeitet. Das bringt kein Akademiker zusammen. Außer er arbeitet bis 70.

  • Man kann sich drüber aufregen, man kann es auch lassen:

    Die wichtigsten Richtlinien für Politiker heute:

    - "Tomorrow never comes"

    - "Nach mir die Sintflut"

    und, die Allerwichtigste:

    - "Wann sind die nächsten Wahlen?"

    Geht mir bloß weg damit. Für mich gilt trotzdem: "We'll survive".

    PS: Dazu passend folgende Tucholsky-Aphorismen:

    "Der Zustand der gesamten menschlichen Moral läßt sich in zwei Sätzen zusammenfassen: We ought to. But we don't."
    und:
    "Wir gehen nicht den Weg des Friedens. Was sich jetzt, hinter den Kulissen, zu verbrüdern beabsichtigt, sind leider nicht die besten Teile der Völker – es sind ihre schlechten: Industrie-Raffer und die Militärs."

    Kurt Tucholsky
    (1890 - 1935 (Freitod))

  • Schreib ich doch immer,Herr v. Horn, Eigentum muß portable sein, sonst werden Sie ein Beton-Opfer.

  • Eigentlich wollte ich mir ja mit LV, Mieteinnahmen und dem Verkauf einer Immo den Renteneintritt selbst festlegen, da ich schon vor 30 Jahren diesem Umlagesystemn bei der Rente aufgrund der demografischen Entwicklung nicht getraut habe. Allerdings stelle ich mir aufgrund der Katastrophenpolitik dieser Katastrophenregierung schon seit einigen Jahren die Frage, ob es die Rente und den Euro (und damit die Wertthaltigkeit meiner Geldwerte) denn zu Rentenbeginn überhaupt noch gibt -bzw. welche Kaufkraft man denn da noch ggfs. haben könnte- und ob in meinen Mietobjekten keine Facharbeiter zwangsweise eingeliefert wurden.

    Oder anders ausgedrückt: eine ununterbrochene jahrezehntelange Erwerbshistorie, verbunden mit höchster Steuer- und Abgabenbelastung und gleichzeitig jahrzezehntelanger hoher Sparleistung sind in einem, Land mit rapide abnehmender Rechtssicherheit im Zweifel am Ende GAR NIX wert.

  • Statt hier nach dem Staat zu rufen, könnten sie an morgen in die Hände spucken und von ihren Erträgen Aktien kaufen, dann könnten sie zusehen wie nur die Dividenden ihr Kapital alle 7 Jahre verdoppelt. Das Staats-Almosen können sie dann als Spaß an Brot für die Welt geben.

  • ...
    die Sicherung und weitere Vermehrung des Wohlstands einiger Weniger, zu dem doch die heutigen und künftigen Rentner einen wesentlichen Beitrag geleistet haben?
    Anstatt gewissermaßen "Zur Belohnung" das Rentenniveau tendenziell in Richtung Existenzminimum/Altersarmut abzuschmelzen, ist jetzt eine angemessene Anpassung des Rentensystems zur Zukunftssicherung angebracht. Da gebe ich insbesondere auch dem VdK in dieser Frage völlig Recht. Angemessen wäre auch, wenn die Kritiker, also gewisse Arbeitgeber und deren Sympathisanten (z.B. die sogenannten Rentenrebellen der Union), jetzt und die nächsten Monate dafür Sturm laufen würden.
    Ein erster Schritt könnte die Steuerfinanzierung rentenfremder Belastungen und damit die Korrektur dieses Rentenbetrugs sein. Auch ein flexibler Renteneintritt wäre sinnvoll. Und last but not least, auch die Produktionsfaktoren Boden und Kapital, d.h. die Wohlhabenderen müssen endlich in die Finanzierung mit einbezogen werden!

    Bis das passiert, mein Tip: Hören Sie mal an, was der Rentenrevoluzzer Sigismund Ruestig dazu auf YouTube zu Sagen bzw. zu Singen hat.

    http://youtu.be/BgVWI_7cYKo
    http://youtu.be/TgAi7qkD8qg
    http://youtu.be/mQvThNJkKbA

    Viel Spaß beim Anhören.

  • Macht die Rente endlich im Sinne eines Gesamtkonzepts "wetterfest", insbesondere auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels!
    Nachdem das Rentenpaket der Regierung beschlossen ist, wird es Zeit, sich dem eigentlichen Rententhema zu widmen und sich nicht den Blick durch die diesjährige Rentenanpassung von 4,25 bzw. 5,95% vernebeln zu lassen (in den letzten 20 Jahren hatten wir eine Rentenabsenkung in Höhe von - 10%!) bzw. die im Koalitionsvertrag festgeschriebene "Lebensleistungsrente" einzuführen. Viele, die monatelang Sturm gegen die "abschlagsfreie Rente mit 63" sowie die "Mütterrente" gelaufen sind, haben soziale Kälte, nur wenige profitierende Rentner, hohe Ausgaben auf Kosten der jungen Generation und damit Ungerechtigkeit ausgemacht. Tatsächlich handelte es sich bei den genannten Maßnahmen allerdings lediglich um kleinere Korrekturen im Sinne der Rentengerechtigkeit. Die monatelange, tlw. beschämende Diskussion verschleierte jedoch das eigentliche Problem:
    das Rentenniveau wurde in den letzten Jahrzehnten von der Politik schrittweise durch Besteuerung, Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung, Rente mit 67, Riesterfaktor, Dämpfungsfaktoren... einerseits drastisch reduziert, andererseits wurde das Rentensystem durch rentenfremde Belastungen nachhaltig geschwächt. Insofern war auch die Kritik der Rentenversicherung an der Finanzierung der Mütterrente gerechtfertigt.
    Heute trägt die Mittelschicht (26% der Nettoeinkommen) rd. 54% zu den Beiträgen der Sozialversicherung bei, die Reichen (11% der Nettoeinkommen) aber nur rd. 6%. Ich frage mich, wer denn tatsächlich in unserem Land die Interessen der Rentner vertritt und z.B. dafür eintritt, das Rentenniveau wieder auf ein akzeptables Niveau anzuheben. Nicht weiter senken, nicht einfrieren, Anheben ist angesagt!
    Jetzt wären doch die Kritiker aufgerufen, die beklagte soziale Kälte aus dem Rentensystem zu nehmen. Ich warte auf deren Vorschläge und Initiativen. Oder ging es bei dem ganzen Lärm doch nur...

  • Ich würde der beliebtesten Kanzlerin aller Zeiten, der mächtigsten Frau der Welt, dem Titelbild des Time-Magazin empf., sich folgende Lösung durch den Kopf gehen zu lassen:

    Alle gesetzlich Versicherten arbeiten zukünftig bis 80 Jahre.
    Für jedes Jahr, was man früher in Rente gehen will, verzichtet man aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit auf 5% seines Rentenanspruchs. Rentenzahlungen sind selbstverständlich zudem voll zu versteuern.

    Alle, die tatsächlich bis 80 "durchgehalten" haben, erhalten somit als Dank für ihre Lebensleistung volle 100% Bezüge und eine Urkunde als "Held der Arbeit" von der SPD.

    In den Folgejahren (also ab 81 Jahren) sinken dann die Zahlungen der Rentenversicherung aber in allen Fällen wieder jährlich um 10%, um über die so eingesparten Beträge Investitionen in unsere Infrastruktur, Schulen oder ähnliche Zukunftsausgaben zu sichern.

    Ausgenommen von der Regelung sind natürlich Politiker, die ab dem 40.-Lebensjahr vollen Rentenanspruch (dieser liegt bei min.8000,00€ (netto), Eigenzahlungen dieser Personengruppe sind NICHT vorzusehen) haben. Dieser Anspruch wird selbstverständlich regelmäßig und automatisch an die Bezüge der Bundesrichter angepasst.

    Damit ist eine gerechte Lösung des "Rentenproblems" gefunden, mit der endlich alle gut "leben" können.

    Für Spitzenbeamte / Politiker der EU-DSSR gelten separate Regeln.

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