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Rentenpolitik Ifo-Studie: Kosten der Rente ab 63 höher als gedacht

Langjährig Versicherte können abschlagsfrei in Frührente gehen. Doch die Kosten für den Staat sind einer Studie zufolge hoch und dürften noch steigen.
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Die Wirtschaft beklagt, dass ihr Fachkräfte durch die Rente ab 63 entzogen werden. Quelle: dpa
Ältere Arbeitnehmer

Die Wirtschaft beklagt, dass ihr Fachkräfte durch die Rente ab 63 entzogen werden.

(Foto: dpa)

BerlinSeit 2014 können Arbeitnehmer nach 45 Beitragsjahren in der Rentenversicherung vorzeitig ohne Abschläge in den Ruhestand gehen. Die sogenannte Rente ab 63 steht in der Kritik, weil sie dem Arbeitsmarkt dringend benötigte Fachkräfte entzieht. Nun zeigen Berechnungen des Münchener Ifo-Instituts: Die auf Drängen der SPD verabschiedete Regelung der Großen Koalition ist auch teurer als gedacht.

Durch die Rente ab 63 sind laut der Ifo-Studie von 2014 bis 2016 direkte Mehrausgaben in Höhe von 6,5 Milliarden Euro entstanden. Die Bundesregierung hatte in ihrem Gesetzentwurf nur Zusatzkosten von fünf Milliarden Euro für die Rentenkasse erwartet.

„Werden Ausfälle an Steuern und Sozialbeiträgen hinzugerechnet, liegen die Gesamtkosten in dem Zeitraum sogar bei 12,5 Milliarden Euro“, erklären die Ifo-Forscher Carla Krolage und Mathias Dolls. „In den kommenden Jahren ist mit weiter steigenden Kosten zu rechnen, wenn noch größere Geburtsjahrgänge die abschlagsfreie vorzeitige Rente in Anspruch nehmen können.“

Nach Angaben der Rentenversicherung wurden im vergangenen Jahr rund 251.000 Anträge auf die Rente für besonders langjährig Versicherte ab dem 63. Lebensjahr gestellt. Das sind nur etwas weniger als im Rekordjahr 2017, als knapp 254.000 Anträge eingingen. Seit Inkrafttreten der Neuregelung im Juli 2014 verzeichnete die Rentenversicherung fast 1,2 Millionen Anträge.

Die Statistiken der Rentenversicherung zeigen, dass nicht alle Interessenten auch tatsächlich frühzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden dürfen. Zwar werden Phasen der Arbeitslosigkeit angerechnet, ebenso wie Zeiten der Kindererziehung und der Pflege von Angehörigen.

Aber nicht jeder Antragsteller erfüllt am Ende die Voraussetzungen. Bis Ende 2017 wurden knapp 900.000 Anträge positiv beschieden, die neuen Zahlen mit dem Gesamtjahr 2018 liegen noch nicht vor. Dennoch: Die Rente ab 63 erfreut sich sehr großer Beliebtheit.

Der Ifo-Studie zufolge gehen die Anspruchsberechtigten durchschnittlich 5,4 Monate früher in Rente als vergleichbare Arbeitnehmer, die nur mit finanziellen Einbußen in den vorzeitigen Ruhestand wechseln können. Besonders groß sei die Nachfrage bei erwerbstätigen Männern, die durchschnittlich neun Monate früher verrentet würden. Bei Frauen seien es im Schnitt vier Monate.

Die Ifo-Forscher kritisieren, dass die Rente ab 63 falsche Anreize setzt und die Nachhaltigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung schwächt. „Sie stellt eine mit hohen Kosten verbundene Umverteilungsmaßnahme von Beitragszahlern und Beziehern kleinerer Renten zu Rentnern mit vergleichsweise hohem Einkommen dar“, sagen Krolage und Dolls.

Bis 2029 steigt die Altersgrenze für die abschlagsfreie Frührente schrittweise auf 65 Jahre an.

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2 Kommentare zu "Rentenpolitik: Ifo-Studie: Kosten der Rente ab 63 höher als gedacht"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wer 45 Jahre gearbeitet hat, dem gehört auch seine volle Rente ausgezahlt... Meine Meinung zum Thema.

  • Wie, höher als gedacht? Jeder Normalsterbliche konnte und ist davon ausgegangen. Nunja, einige Politikerinnen mit begrenztem IQ anscheinend nicht.

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